Lady Snowblood (jap. 修羅雪姫, Shurayuki-hime)

Lady Snowblood

In einem japanischen Gefängnis kommt das Mädchen Yuki (Kaji Meiko) zur Welt. Ihr Leben wird nur ein Ziel haben: sich blutig an denen zu rächen, die einst die Familie ihrer Mutter Sayo zerstörten. Nach 20 Lehrjahren bei einem Krieger ist sie bereit, als Racheengel den vier Peinigern Sayos gegenüberzutreten: “You have a destiny, forget joy, forget sorrow, forget love and hate, forget everything except vengeance!“ Aus ihr wird Lady Snowblood – und die Welt färbt sich rot. (Rapid Eye)

Lady Snowblood

Geschrieben von Kazuo Uemura und Kazuo Koike in Anlehnung an ein japanisches Manga gilt Lady Snowblood mittlerweile als wichtigster Einfluss für Quentin Trantinos KILL BILL. Im Gegensatz zu diesem handelt es sich hierbei allerdings um ein todernstes Rachedrama, das in edler Optik und raffinierten Rückblenden den Leidensweg einer von Hass getriebenen Frau erzählt.
Die für das Chambara-Genre unübliche Rolle einer weiblichen Hauptfigur wurde mit Kaji Meiko – die, nebenbei bemerkt, als Sängerin auch noch den unvergesslichen Titelsong beisteuert – perfekt besetzt. Blass, kalt, mit stoischer Miene und leerem Blick, in einen Kimono gehüllt, unter dessen zartem, verletzlichem Äußeren ein hasserfülltes Inferno tobt – so tritt Yuki (dt.: Schnee) uns und ihren Opfern gegenüber und bereichert das Genre damit um eine einzigartige, unvergessene Anti-Heldin. Dank dieser Eigenschaften zählt Fujitas pessimistisches Meisterwerk heute zu den großen Klassikern des japanischen Kinos.

Lady Snowblood

Japan 1874, eine Frau gebärt ein Mädchen im Gefängnis. Beinahe ein Jahr zuvor werden die Frau, Sayo (Miyoko Akaza), ihr Ehemann und ihr Sohn von den vier Kriminellen Okono (Sanae Nakahara), Banzo (Noboru Nakaya), Tokuichi (Takeo Chii) und Gishiro (Eiji Okada) angegriffen. Der Mann und das Kind werden kaltblütig ermordet und Sayo wird fortan von Tokuichi u.a. als Sexsklavin missbraucht. Nachdem Sayo ihren Peiniger umgebracht hat wird sie ins Gefängnis geworfen, wo sie ein Kind zur Welt bringt. In der Hoffnung schwanger zu werden hatte sie mit so vielen Wachen wie möglich Sex. Das Neugeborene Yuki (Meiko Kaji) soll nur aus einem Grund das Licht der Welt erblicken, um Rache an den verbrecherischen Mördern zu nehmen. Jahre später wird das Mädchen von einem Priester zu einer tödlichen Attentäterin ausgebildet, aus ihr wird Lady Snowblood und ihr Durst nach Vergeltung ist unersättlich. In den 1970er Jahren wurde mit Lady Snowblood etwas grundlegend anders versucht, als man es zu dieser Zeit aus Japan oder China gewohnt war. Obwohl die Geschichte nach der von zahllosen Martial Arts oder Samurai-Filmen klingt und auch etliche Szenen ausgeprägter Gewalt (das Blut spritzt aus den Körpern wie ein sprudelnder Brunnen) beinhaltet, scheint der Regisseur Toshiya Fujita mehr daran interessiert zu sein den Plot des Mangas Shurayukihime akkurat umzusetzen, als „nur“ herumfliegende Gliedmaßen zu präsentieren. In Kapitel aufgeteilt macht es sich der Film zum Ziel auf subtile Weise die Handlung zu vernetzen und sicherzustellen, dass sie trotzdem fließend ist, anstatt einfach nur chronologisch vorzugehen.

Lady Snowblood

Was Lady Snowblood von anderen, ähnlichen Grindhouse-Streifen am meisten unterscheidet ist die Kameraarbeit von Masaki Tamura, die nicht weniger als hervorragend ist. Jede Sequenz ist breit angelegt sowie liebevoll in Szene gesetzt worden und wenn die Gewalt einsetzt, stellt sich heraus, dass Rot auf Weiß eine wirklich atemberaubende Wirkung hat. Der Film ist vielleicht nicht mit der Güte von Gewaltorgien ausgestattet, wie zum Beispiel die Lone Wolf and Cub Serie (1972-1974), doch die ruhige aber reaktionsschnelle Schwertführung von Yuki weiß durchaus auch sehr zu überzeugen. Während das Tempo oft zuweilen recht gemächlich ist, stellt der Streifen immer noch ein begeisterndes Rachedrama dar, das durch einen der ikonischsten Charaktere seiner Gattung gekennzeichnet ist. Lady Snowblood sieht auf BluRay wirklich sehr gut aus, während der HD-Transfer Rapid Eye Movies hier klasse gelungen ist. Das Bild wird uns 1080/24p im 1.85:1 Format präsentiert, hat eine angenehme Auflösung, tolle Farbgebung und gute Schärfe. Beim Ton steht eine japanische Spur (DTS HD-Master Mono) zur Verfügung, die hervorragende Qualität bietet. Deutsche Untertitel gibt es selbstverständlich auch. Als Boni stellt uns Rapid Eye ein 16-seitiges Booklet (von Tom Mes) mit interessanten Hintergrundinformationen zum Film, den original Kinotrailer und ein Interview mit Mark Schilling (Die Kill Bill Connection, 14:06) bereit. Die Veröffentlichung kommt in einem ansprechend gestalteten Pappschuber daher, wobei zusätzlich an ein Wendecover mit verschiedenen Motiven gedacht worden ist. Insgesamt ein rundum zufriedenstellendes Produkt, das Freunde des asiatischen Rachefilms begeistern sollte.
Lady Snowblood

Lady Snowblood BluRay

BluRay

  • Darsteller: Meiko Kaji, Toshiya Fujita, Toshio Kurosawa, Masaaki Daimon, Myoko Akaza
  • Regisseur(e): Toshiya Fujita
  • Sprache: Japanisch (DTS HD Mono)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Alive – Vertrieb und Marketing/DVD
  • Produktionsjahr: 1973
  • Spieldauer: 102 Minuten
  • Erstauflage mit Booklet
  • Blu-ray in Softbox mit Wendecover

Lady Snowblood

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Rapid Eye Movies zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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