8 Millionen Wege zu Sterben

8 Millionen Wege zu Sterben (8 Million Ways to Die) ist ein Krimi von 1986.

Scudder (Jeff Bridges) ist ein Ermittler beim Sheriff von Los Angeles, der vor allem im harten Milleu knallhart ermittelt. Ohnehin Alkoholiker, bricht sein Leben völlig aus dem Ruder nachdem er im Dienst einen Familienvater erschießen muss. Er verliert Frau und Job und taucht als Privatschnüffler aus der Reha auf. Als die Prostituierte Sunny (Alexandra Paul) ihn anzuheuern versucht, um dem zwielichtigen Geschäftemacher Chance (Randy Brooks) zu entkommen – den Scudder kannte – wird er in eine Rivalität unter Unterwelt-Drahtziehern hinein gezogen. Eigentlich ist es Chances rechte Hand Angel (Andy Garcia) vor dem Sunny Angst hatte, und seine Vertraute Sarah (Rosanna Arquette), die Scudder gegenüber erst skeptisch ist, diejenige die Ihn erdet und letztlich seinen Rücken stärkt als er zusammen mit Chance versucht, Angel das Handwerk zu legen, der Sunny relativ kurzum „entsorgen“ ließ…..

Oliver Stone (Snowden), der hier am Drehbuch maßgeblich mitwirkte, macht aus einer Romanvorlage eine Art Neo-Noir Detektivdrama mit viel 80er-Jahre-Gedöhns und Machogehabe. Aufgeladen mit etwas Selbstreflektion über Alkoholismus lässt die Geschichte den Protagonisten Scudder wie Alice im Wunderland in ein Milieu stolpern mit Figuren die er zunächst nicht durchschaut, und eine Entwicklung die er nicht unter Kontrolle hat, schon gar nicht weil er zum Trinken mit Filmrissen neigt. Regisseur Hal Ashby (Coming Home, Harold and Maude), für den der Film – behaupte ich mal – keine Glanzstunde und außerdem seinen letzten Kinofilm darstellte, macht aus der Geschichte einen lauten, bunten, brutalen und teilweise etwas peinlichen, Gangsterfilm, der bei all seinen Mängeln dennoch irgendwie Charakter hat und vielleicht sogar Einfluss hatte.

Die Besetzung kann sich mit Jeff Bridges (Thunderbolt and Lightfoot), Rosanna Arquette (Pulp Fiction), Randy Brooks (Reservoir Dogs), Tony Lister (Jackie Brown) und Andy Garcia (Der Pate) sehen lassen. Überhaupt stimmen viele Parameter drum herum, auch die Locations und die Ambitionen des Films deuten Großes an. Der Film scheitert an dem mit fortschreitender Minutenzahl löchrigerem Script, den diversen 80er Jahre Oberflächlichkeiten und einer teilweise fast schon nervigen Theatralik die an den diversen schlechten Dialogen gut messbar ist. Paul, die man in erster Linie aus Baywatch kennt, zeigt hier wie wenig sie wirklich schauspielern kann, und darf sich gar einmal ganz entblättern. Garcia spielt eine Pappfigur von einem Mafioso, nur Brooks – den ich immer mag – bringt etwas Gravitas zu der Riege. Gegen Bridges kann man natürlich nichts einwenden, auch wenn er hier zu sehr zwischen verschiedenen Gemütszuständen und Motivationen hin und her oszilliert.

Dass der Film sich vom Alkoholiker-Drama über ein Neo-Noir Detektivgeschichten zu einem annähernden Mafiosi-Film entwickelt, zieht beim Zuschauer nicht. Es bleibt unterm Strich ein recht kleingeistiger Film, der zu viel Stirnrunzeln hervorruft. Man hätte es bei der Idee des betrunkenen Ex-Cops, der eine Prostituierte aus den Fängen eines alten Bekannten retten soll, belassen müssen. Das wäre eine fast schon Big Lebowski-artige Situation geworden, in der man sich mit Bescheidenheit in den Hollywood Locations an eine klassischen Noir-Motiv abarbeiten hätte können. Was dann passiert, lädt den Film zu sehr auf, strapaziert das ohnehin dünne Drehbuch zu sehr, und letztlich fand ich den Film dann anstrengend, langweilig und gar nervig am Ende.

Explosive Media punktet zwar nicht mit dem neon-noir Covermotiv der Kino Lorber Scheibe, aber das Bildmaterial dürfte ähnlich sein. Das sieht nämlich ziemlich solide aus, wenn auch nicht bahnbrechend. Die quietschbunten 80er kommen gut zur Geltung und das Bild ist detailreich genug für den richtigen Filmlook. Der Ton kann ebenfalls recht überzeugen. Die BluRay bietet den Originalton (getestet) und die deutsche Synchro je in DTS-HD MA 2.0 Stereo und in beiden Sprachen Untertitel. Als Extras gibt es nur den dt. Kinotrailer, den US Teaser und eine Bildergalerie.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt, in deren Vertrieb sie erschienen ist.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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