Anatomie einer Entführung

Anatomie einer Entführung (The Clearing) ist ein Drama von Pieter Jan Brugge aus dem Jahr 2004 mit Robert Redford, Hellen Mirren und Willem Dafoe in den Hauptrollen.

Der Geschäftsmann Wayne Hayes (Redford) lebt ein relativ ruhiges Leben, so fast vor dem Ruhestand, mit seiner langjährigen Frau Eileen (Mirren) und den hin und wieder besuchenden Kindern in einer ruhigen Vorstadt. Er versucht schon, sich an das Leben als Rentner zu gewöhnen, nach vielen Jahrzehnten des Erfolgs im Mietwagen-Geschäft. Doch eines morgens wird er mit vorgehaltener Waffe von Arnold Mack (Dafoe) kurzerhand entführt und in den Wald verschleppt. Während das FBI mit den Familienmitgliedern zuhause an einer Strategie arbeitet, an den oder die Entführer heranzutreten, ist Hayes einem verbitterten und entschlossenen Täter ausgeliefert, zwar halb der Mann der er ist, aber am längeren Hebel sitzend….

Ich habe den Film damals glaube ich im Kino gesehen, so recht kann ich mich da aber nicht mehr erinnern, und jetzt weiß ich auch warum. Man hat den Film schnell wieder vergessen, so gut er auch gespielt ist. Die Story bietet keine wirkliche Spannung, und die Charaktere sind gut gespielt aber nicht plastisch genug. The Clearing ist dann auch der einzige Film von Brugge, der ansonsten Produzent ist, u.a. kennt man seine Produktionen 127 Hours, The Insider, Defiance und Filme von Michael Mann wie Heat und Miami Vice.

Die Besetzung ist offensichtlich perfekt, von dem etwas überforderten Kidnapper gespielt von Dafoe über die starke Frau gespielt von Mirren bis zu dem abgeklärten Opfer gespielt von Redford. Es sind diese routinierten Größen die den Film sehenswert machen, der ansonsten nicht besonders viel zu bieten hat – auch die Story haut niemanden um. Im Guten glänzt der Film in Momenten in denen diese Charaktere aufeinander prallen, im Schlechten verkommt der Film zu einer Aneinanderreihung solcher Momente, die zusammen genommen aber noch keinen großartigen Film ergeben.

Man kommt nicht ganz umhin zu konstatieren dass man das alles schon mal irgendwo gesehen hat, nur besser. Man wartet auf einen Höhepunkt der nicht eintritt, auf eine Eskalation die nicht passiert, eine tiefere Bedeutung die der Film aber nicht mitbringt, oder eine Wendung, von der der Film zwar eine hat, die aber irgendwie verpufft unter all der Erwartung die man als Zuschauer vielleicht oder sehr wahrscheinlich an den Film gestellt hat. Unterm Strich ein solides kleines Kammerspiel aber leider ein Tropfen auf dem heißen Stein der Karrieren der Mimen.

Die BluRay bietet englischen und deutschen Ton, beides auch als Untertitel. Der Ton klingt völlig in Ordnung, der Film bietet aber einerseits wenig Gelegenheit für Raumklang oder Dynamik, andererseits ist die Spur auch nicht mit so viel Fingerspitzengefühl abgemischt dass die Ruhe des Films ebenfalls perfekt zur Geltung kommen würde. Insgesamt einfach gut. Das Bild sieht solide aus, mit viel Grieseln jedoch und nicht ganz zufrieden stellender Schärfe, aber mehr hatte ich hier auch nicht erwartet. An Extras gibt es einige gelöschte Szenen (alternativ mit Audiokommentar; 15min, DVD-Qualität), den US Trailer und eine Bildergalerie.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Explosive Media zur Verfügung gestellt, sie erscheint im Vertrieb von Koch Films.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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