Ator – Herr des Feuers / Ator l’invincibile / Ator the Fighting Eagle

Der böse Spinnenkult beherrscht das wilde Land und sein Hohepriester unterdrückt samt seiner Kriegertruppen die Bevölkerung, doch eine Prophezeiung besagt, daß ein Kind mit dem „Zeichen des Thoran“ den Tyrannen stürzen wird. Als das Kind mit Namen Ator geboren wird, läßt der Priester zwar das komplette Dorf niedermetzeln, der Krieger Griba (Edmund Purdom) bringt das Baby in Sicherheit und verbirgt sein Mal, bis aus Ator ein schmucker, muskulöser Recke geworden ist. Doch auch seine Stiefeltern fallen wieder dem Spinnenkult zum Opfer, seine geliebte Sunya wird entführt, worauf Griba Ator seine Herkunft erklärt und ihn zum Kämpfer ausbildet. Mit Schwert und Schild gerüstet, macht der Recke sich auf zum Rachefeldzug. An der Seite der Amazone Roon (Sabrina Siani) übersteht er Begegnungen mit untoten Kriegern und Schattenkämpfern, erobert dann den Schild von Mordor und macht sich dann daran, es den Spinnenkultierern richtig zu besorgen… (Studio Hamburg Enterprises)

Lasset uns Euch von den Tagen der großen Abenteuer erzählen! Bereits 1982 öffnete ein kleiner Schwert- und Zauberfilm namens Conan, der Barbar die Schleusen für Nachahmer aus aller Welt. Sollte man mit Kultfilmen sowie mit billigen Rip-Offs vertraut sein, dann ist einem durchaus bekannt, dass die Italiener die Kaiser der Imitatoren waren und kein Knock-Off offensichtlicherer Natur sein könnte, als Joe D’Amatos Ator – Herr des Feuers, der sein amerikanisches Vorbild so stark kopiert, so dass der Film oftmals abfällig als „italienischer Conan“ bezeichnet wird.

Nachdem seine Eltern abgeschlachtet wurden, überlebt ein kleines Baby und wird einer Bauernfamilie überlassen. Dem Kind wird prophezeit den sadistischen und mit eiserner Hand herrschenden Spinnenkönig zu vernichten. Der Junge wächst zum Mann heran und am Tag seiner Hochzeit mit seiner Schwester (die eigentlich gar nicht seine leibliche Schwester ist!), wird die Hochzeitsgesellschaft von den Kriegern des Spinnenkönigs überfallen und die Braut entführt. Jetzt muss Ator seine Schwester … ähm … Ehefrau retten und den Spinnenkönig besiegen, während er auf seinem Weg kleine Nebenabenteuer bestehen muss.

Wenn der Streifen schon „italienischer Conan“ genannt wird, kann man davon ausgehen, dass es zwischen den beiden Filmen viele Parallelen gibt … und die gibt es auch. Unser Held Ator tut sich mit einer sexy blonden Diebin (Sabrina Siani) zusammen und wird von einer Hexe verführt, während seine Hauptaufgabe darin besteht eine junge Frau vor einem Kultführer zu retten, der hier eben Spinnen im Gegensatz zu Schlangen verehrt. Meine Güte, der Spinnenkönig wird sogar von jemandem synchronisiert, der James Earl Jones sehr ähnlich klingt! Trotz all der offensichtlich gestohlenen Handlungspunkte weist Ator dennoch einige Unterschiede zu Conan auf. Erstens: Ators unterentwickelter Charakter, der im Vergleich zu Conans brutaler Erziehung, eher ein naives Kind darstellt. Ator ist kein Dieb oder Gladiator … er ist nur ein einfacher Bauer, der versucht seine Frau zu retten, die rein zufällig seine Stiefschwester ist. Sein Sidekick wird durch ein Bärenjunges ersetzt und es gibt viele neue, kleine Abenteuer zu bestehen, bei denen Ator gegen blinde Krieger und Amazonen kämpfen und sogar einen magischen Spiegelschild zurückerobern muss.

Wie bei den meisten billigen Nachahmungen schadet dem Film das winzige Budget am meisten, das sich auf jeden Aspekt des Flicks auswirkt. Die Spezialeffekte sind als bedauernswert zu beschreiben (einschließlich einer Riesenspinne mit sichtbaren Fäden, die ihre Beine bewegen), während das Kostümdesign als geradezu lächerlich bezeichnet werden muss (Miles O’Keeffe und Edmund Purdom tragen die schlechtesten Perücken seit Jamie Lee Curtis in Halloween II). So etwas wie Kinematographie ist praktisch nicht vorhanden. Lasst uns nun nicht über Joe D’Amatos Regiekünste diskutieren (der sich diesmal hinter dem Pseudonym David Hills versteckt), da er mit Ator – Herr des Feuers erneut beweist, dass er das Wort „Hack“ (jemand, der banale und mittelmäßige Arbeit in der Hoffnung auf kommerziellen Erfolg produziert) definiert.

Ator – Herr des Feuers stellt auf eine nicht sonderlich überraschende Art und Weise ein fürchterliches Conan – Der Barbar Knock-Off dar, doch wie die meisten italienischen Imitationen unterhält der Streifen hauptsächlich aufgrund von unfreiwilliger Komik. Die ungewöhnlichen Effekte, der Dialog und sogar der James Bond ähnliche Song For Your Eyes Only (der während des Abspanns gespielt wird), werden jeden B-Movie-Feinschmecker zum Lachen bringen. Erstaunlicherweise inspirierte Ator – Herr des Feuers noch mehr Fortsetzungen als sein Vorbild: Ator II – Der Unbesiegbare (1982); Iron Warrior (1987) und Troll – Teil 3, die allesamt weitaus schlimmer geraten sind als das Original, was kaum noch möglich erscheint. 😉

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 1.77:1, 16:9 – 1.78:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur : Joe D´Amato
  • Medienformat : Dolby
  • Laufzeit : 1 Stunde und 30 Minuten
  • Darsteller : Miles O ´Keeffe, Sabrina Siani, Dakar, Edmund Purdom, Laura Gemser
  • Sprache, : Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio : Studio Hamburg Enterprises (MIG Film)

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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