Aufstand der Aufrechten (Comes a Horseman)

Comes a Horseman

Comes a Horseman (Aufstand der Aufrechten) ist ein Neuwestern mit James Caan (Rollerball), Jane Fonda (Coming Home) und Jason Robarts (Spiel mir das Lied vom Tod) aus dem Jahr 1978. Regie führte Alan J. Pakula (All the President’s Men). Der Film ist unter anderem dafür bekannt, dass die schönen Aufnahmen vom Coppola-„Hausfotografen“ Gordon Willis (Der Pate) stammen.

Comes a Horseman

Nach ihrem Fronteinsatz kaufen Frank (Caan) und sein Kamerad Billy Joe ( Mark Harmon) in Colorado ein Stück Land von Ella Connors (Jane Fonda) um sich als Rancher eine Exitenz aufzubauen. Doch der Großgrundbesitzer Jacob Ewing (Robarts), der in Jugendzeiten kurzzeitig eine Beziehung zu ihr hatte, ist nach dem Tod ihres Bruders, hinter dem Land von Ella her und scheut dabei keine Mittel. Sowohl Ella als auch Frank sind leichte Opfer: beide sind jeweils nur ein bis zwei Jahreszeiten vom Ruin entfernt und müssen ordentlich Vieh auf den Markt bringen um sich wirtschaftlich halten zu können. Außerdem hat Ewing alles herum aufgekauft und hat auch die Regierung auf seiner Seite, die auf dem Land gerne nach Öl bohren lassen würde. Als Franks Kamerad hinterrücks erschossen wird von einem von Ewings Männern (dort draußen in der Pampa kaum zu beweisen und wa soll er schon machen), hilft er zunächst Ella aus und geht dann eine Partnerschaft mit der taffen Rancherin ein. Gemeinsam bieten sie Ewing und seinem Finanzier Neil Atkinson (George Grizzard) Paroli…..

Comes a Horseman

Es ist eine überwältigende Kulisse die in Comes a Horseman auf die Leinwand gezaubert wird. Wie ein bedrückendes Gemälde breitet sich das Steppen- und Bergland des Colorado Flachlandes der 1940er vor einem aus. Ganz klein und unbedeutend wirken die paar ausgemergelten Cowboys und Cowgirls die hier, in der Tradition ihrer Väter und Großväter, Rinder durch die Graslandschaften treiben, bei brachialem körperlichem Einsatz, um vom Verkauf ihre Ranches am Leben zu halten. Unerbittliches Wetter, schwieriges Gelände, Trockenheit, weglaufende Rinder, und dann die korrupten Gierköpfe die den wenigen aufrechten Landwirten das Leben schwer machen. Es ist eine grundamerikanische Story die man schon in unzählichen Western und Geschichtsbüchern erzählt bekommt, und hier auch mit dem Setting kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs nicht anders ist.

Comes a Horseman

Die USA sind aufgebaut auf dem blutigen Erfolg der sogenannten „Robber Barons“, die Raubtierkapitalisten, ob Großgrundbesitzer, Industrielle, Eisenbahner oder Bergleute. Mit allen Mitteln erschlossen sie das Land, ohne Rücksicht auf Verluste – und ob das Cowboy-Dasein nun romantisch oder für sich wiederum so rühmlich ist einmal dahingestellt – es ist sowohl die Story von Underdogs gegen die bösen großen einerseits, aber auch das Anhimmeln von Erfolg und kapitalischer Größe gleichermaßen das den amerikanischen Mythos prägt wie er auch immer in Geschichten ausgebreitet wird, seie es hier, oder auch beispielsweise in Heaven’s Gate, The Missouri Breaks und Open Range.

Comes a Horseman

Schwachpunkt dieses Films ist das leider das Drehbuch, hier war mit Dennis Lynton Clark ein Nobody am Werk. Es hätte ein großartiger Film sein können, aber letztlich ist es leider nur ein solider. Zu unklar ist das Verhältnis zu Ewing und seine Motivation, zu holzschnittartig Franks Charakter, und zu banal wird der Mord an dessen Partner abgetan. Es gibt eine reihe weiterer Momente im Film zu denen man die Stirn runzelt weil sie unbehandelt bleiben oder aus dem nichts kommen. Hier hätte etwas mehr Mühe Not getan, denn ansonsten ist Comes a Horseman ein sehr schöner Film: zu den wunderbaren Aufnahmen und dem soliden Soundtrack kommen großartige Performances von Fonda und Caan, beindruckende Aufnahmen der Cowboy-Praxis und schöne Filmmomente vor der rauhen Kulisse und zu den Personen die hinter den rauhen Schalen schlummern. Ein sehr empfehlenswerter Film.

Comes a Horseman

Die BluRay bietet ziemlich solides Bild, das aber teilweise etwas zu blass ist und man wünschte sich eigentlich eine viel aufwändigere Neuabtastung des Materials um den Farben, Details und Texturen besser gerecht zu werden. Leider ist der Film zu unbekannt als das man hier auf eine baldige 4K Neuabtastung spekulieren würde, gar noch in UltraHD. Der Ton liegt in Deutsch und Englisch (testster vor), klingt total okay, und man hat auch die Option entweder deutsche oder englische Untertitel einzublenden. Es gibt neben dem Trailer, der Bildergalerie und einer isolierten Tonspur (Musik) keine weiteren Extras.

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Die BluRay wurde uns zur Verfügung gestellt

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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