Baron Blood

Baron Blood ist ein Gruselfilm von Mario Bava (Lisa und der Teufel) aus dem Jahre 1972, der als Teil vier der Mario Bava Collection bei Koch Media erscheint.

Der junge Amerikaner Peter Kleist (Antonio Cantafore) reist nach Wien um Ahnenforschung zu betreiben. Einer seiner Vorfahren ist der alte Baron von Kleist, auch Blutbaron genannt, dessen altes Schloss momentan für eine Versteigerung restauriert wird. Sein Onkel Karl (Massimo Girotti) ist sein Gastgeber, und schnell versteht sich Peter mit der jungen Restauratorin Eva (Elke Sommer). Der alte Baron starb damals, als eine aufgebrachte Menge ihn lebendig in seinem Quartier verbrannte, seine Leiche wurde nie gefunden. Peter bringt ein altes Manuskript mit nach Wien, das einen Zauberspruch enthält, mit dem er und Eva nicht ganz versehentlich den alten Baron wieder zum Leben erwecken. Fortan geschehen grauenvolle Dinge. Das Schloss ersteigert kurz nach Peters Ankunft ein an den Rollstuhl gebundener alter Millionär namens Becker (Joseph Cotten), der den beiden Suspekt ist…..

Baron Blood, das ist kein Geheimnis, gehört zu den weniger guten Bava Filmen, aber zu einem der erfolgreichsten. Die Gruselklamotte kommt mit schönen Locations, ein paar alten und neuen Ideen, bekannten Schauspielern und einer gekonnten musikalischen Untermalung von Stelvio Cipriani. Es gab damals eine US-Version, hier gibts noch keinen Vergleich auf Schnittberichte, aber Wikipedia zu Folge hatte der US Vertrieb den Film um 10 Minuten gekürzt und den Soundtrack durch Musik von Les Baxter ersetzt. Beide Versionen sind bei der Veröffentlichung von Koch Media enthalten und auswählbar.

Was soll man also von einem Mario Bava Film erwarten, als gekonnte Kamera-Arbeit, grandioses Spiel mit Licht und Schatten und handwerklich solide Gruselarbeit? Der Film leidet ein wenig an der schwachen Story und dem eher zurückhaltenden Höhepunkt. Es gruselt wenig, es splattert wenig, und man hat den Baron natürlich als Zuschauer schon von Anfang weg durchschaut. Elke Sommer spielt recht solide, aber dass sie aus Angst um ihr Leben kreischt kauft man ihr nicht ab, da ist es erfrischend den alten Joseph Cotten zu sehen der sichtlich Freude an diesem kleinen Auftritt hatte, bei dem er an den Rollstuhl gebunden ist.

Das Bild der BluRay hat mich ein wenig enttäuscht. Zwar ist es sehr farbenfroh, aber schon der stark verdreckte Vorspann ließ weniger Gutes erahnen. Das Bild ist nicht mega scharf, und zeigt starke Spuren digitaler Nachbearbeitung und Kantenglättung. Es scheint mir nicht der höchstaufgelöste Scan zu sein der gemacht wurde. Der Ton (engl.) rauscht teilweise, klingt aber insgesamt ganz gut. Man kann auch die deutsche oder italienische Spur wählen. Optional gibt des deutsche Untertitel.

An Extras gibt es auf der Hauptscheibe den deutschen und einen englischen Trailer, sowie den italienischen Vor- und Abspann, Radio Spots und eine Bildergalerie. Am wichtigsten ist der aufschlussreiche Audiokommentar von Filmhistoriker Tim Lucas.

Auf der Bonus DVD gibts die oben erwähnte US-Fassung (Englisch mit optionalen englischen Untertiteln, sowie drei Featurettes: „In der Folterkammer des Baron“ (32min, von Koch produziert) voll mit guten Interviewschnipseln vor allem mit Cantafora, Lamberto Bava und Elke Sommer, aber auch Cipriani, die sich an den Film erinnern. In „Das Schloss des Schreckens“ (16min, etwas ältere italienische Produktion) mit Alberto Bettozi dem Bava Biograph, Lamberto Bava, usw. Dieses geht ein wenig mehr ein auf den Stil und den Dreh selbst. „Baron Blood: Die Burg des Teufels“ (20min) ist eine Location-tTour an den Originalschauplätzen in Österreich, eigentlich auch ganz spannend wie das heute aussieht.

Fazit: Nicht der umwerfendste Bava, aber dennoch bitte keinen Bogen um diesen Eintrag machen. Der Film weiß zu unterhalten, die Extras sind prima, und die Veröffentlichung kann sich auch sonst sehen lassen, wenn auch kein Referenzmaterial.

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Die BluRay und DVD wurden uns von Koch Media zur Rezension bereitgestellt.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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1 Antwort

  1. 5. Juli 2017

    […] Nicht der umwerfendste Bava, aber dennoch bitte keinen Bogen um diesen Eintrag machen. Der Film weiß zu unterhalten, die Extras sind prima, und die Veröffentlichung kann sich auch sonst sehen lassen, wenn auch kein Referenzmaterial… weiterlesen (komplette Kritik auf Nischenkino) […]

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