Beautiful People / Dead House

Als sich drei maskierte Männer in das Haus des wohlhabenden Bio-Mediziners Jonhn Pontecorvo (David White) wagen, ahnen sie noch nicht, welchen Verlauf die noch junge Nacht annehmen wird. Denn für die sadistischen Gangster, deren Vorliebe es ist, reiche Familien auszurauben und zu töten, wendet sich das Blatt im Haus der Pontecorvos. Denn plötzlich sind sie es, die um ihr Leben fürchten, als übermenschliche Wesen im Dunkel der Nacht auftauchen. Die Karten sind neu gemischt – jetzt heißt es nur noch überleben! (Raven Banner Entertainment)

Gestatte man mir zunächst mitzuteilen, dass sich der Film Beautiful People legitim schockierend darstellt. Er verbindet dabei zwei Subgenres, die nicht weniger miteinander zu tun haben könnten. Zum einen handelt es sich um Home Invasion und zum anderen um Zombies. Diese einzigartige Vermischung von makabren Realismus und Untoten vermag das Interesse von Horror-Fans durchaus erwecken. Mal sehen was bei dem Streifen herausgekommen ist?

Der Zuschauer folgt einem Trio von Wahnsinnigen, das in die Häuser anderer einbricht, nur um Chaos zu verbreiten und das Leben derer zu zerstören, dessen besondere Lebensgestaltung von ihnen als „unverdient“ empfunden wird. Hin und wieder erhält man einen kleinen Einblick in das Motiv dieser Individuen, doch der Aspekt wird nie auf irgendeine sinnvolle Art und Weise richtig herausgearbeitet. Manchmal belässt man verrückt eben auch besser als verrückt. Man muss die Logik dahinter nicht immer erkennen bzw. verstehen. Was allerdings etwas nervt sind die teilweise recht ausgedehnten Dialoge, die sich viel zu sehr bemühen, das Publikum unwohl fühlen zu lassen. Diese Gespräche konzentrieren sich oft auf Tabu-Themen. Ja klar, gehört auch irgendwie dazu, die Verbrecher sind eben perverse Psychopathen, doch schnell stellt sich das Gefühl ein, als würde man für ein paar Minuten feststecken. Ansonsten läuft Beautiful People in einem relativ guten Tempo, für einen Film, der noch nicht einmal 80 Minuten Länge hat.

Zu seinem Unglück dringt dieses Trio in ein Haus ein, in dem sich etwas Unheimlicheres befindet, als sie sich je hätten vorstellen können. Die Handlung ist dicht genug, um den geneigten Zuschauer von Punkt A nach Punkt B zu bringen, jedoch nicht sehr viel mehr. Schließlich gehen die vermischten Genres nicht gerade Hand in Hand – weswegen sich die Ereignisse leicht ungleichmäßig anfühlen. Aber der Plot ist nur die halbe Miete, oder? Wie sieht Beautiful People denn eigentlich aus? Tatsächlich ziemlich gut. Es handelt sich um Brini Amerigos Regiedebüt, was unglaublich beeindruckt. Die Kameraeinstellungen sind großartig, die Filmqualität selbst ist fantastisch und die Effekte sind erstklassig. Der einzige Kritikpunkt ist, dass es nicht mehr von davon gibt. Wenn die zombie-artigen Gesellen das Fleisch von den Gliedmaßen ihrer Opfer reißen oder sich in eine Art Über-Zombie verwandeln; sieht das wirklich gelungen aus. Es wird zwar bereits einiges an Brutalität geboten – es hätte jedoch auch noch etwas mehr bzw. expliziter sein können.

Bis zu einem bestimmten Punkt ist Beautiful People recht gut zu konsumieren. Doch dann bricht die Hölle los und der Film kommt so weit vom Weg ab, sodass er nicht mehr richtig in seine Spur zurückfinden kann. Alles fühlt sich nun ein bisschen gehetzt an, während das, was zuvor gut aufgebaut wurde, zu versanden droht. Naja, versanden ist vielleicht der falsche Ausdruck, denn Beautiful People endet mit einem verdammten Knall – und zwar in mancherlei Hinsicht. Der Streifen ist brutal, pervers, grafisch und schockierend. Auch wenn die Geschichte etwas abschweift, werden dadurch nicht alle Aspekte zerstört, die dem Film gut gelingen. Beautiful People mag unausgewogen sein, doch das bedeutet nicht, dass der Film nicht wenigstens interessant wäre. Hier handelt es sich um KEINEN traditionellen Zombiefilm. Der Home-Invasion-Aspekt des Films präsentiert sich besonders brutal und intensiv. Für wen das gut klingt, sollte sich den Streifen nicht entgehen lassen. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass es sich bei dieser Version um eine gekürzte handelt. Wer also die volle Packung DEAD HOUSE genießen möchte, sollte sich nach der Uncut-Version umsehen, obwohl sich diese Variante hier auch durchaus als anschaubar erweist.

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Darsteller: Danny Cutler, Alex Lucchesi, David White, Kate Davies-Speak
Regisseur(e): Brini Amerigo
Format: Dolby, Widescreen
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Raven Banner Entertainment / Studio Hamburg Enterprises (i-catcher media)
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 73 Minuten

Diese Edition wurde uns freundlicherweise von Raven Banner Entertainment zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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