Blutmesse für den Teufel / El espanto surge de la tumba / Horror Rises from the Tomb

Frankreich im 15. Jahrhundert: Der diabolische Alaric de Marnac wird gemeinsam mit seiner ergebenen Gefährtin Mabille der Hexerei beschuldigt und durch ein Tribunal von Ordensrittern hingerichtet, doch kurz vor ihrem Tod schwören beide grausame Rache an den Nachfahren ihrer Henker. 400 Jahre später nimmt Hugo de Marnac an einer Séance teil, bei der er und seine Freunde den genauen Ort erfahren wollen, an dem die Überreste von Alaric de Marnac vergraben sind. Gemeinsam fahren sie zum alten Familiensitz der de Marnacs, um den Leichnam seines Vorfahren zu finden. Bei ihren Ausgrabungen finden sie eine kleine Truhe, welche ein schreckliches Geheimnis in sich birgt. Nachdem Hugo die Truhe in Sicherheit gebracht hat, dringen spät nachts Grabräuber in sein Anwesen ein, welche einen Schatz in der Truhe vermuten und von unendlichem Reichtum träumen. Doch als sie die Truhe öffnen, ahnen sie nicht, welchen Schrecken sie über das Dorf bringen, denn der totgeglaubte Alaric de Marnac erwacht zu neuem Leben und es dürstet ihn nach Blut. Um ewiges Leben zu erlangen, muss das Ritual der sieben Vollmonde vollendet werden, welches 400 Jahre zuvor unterbrochen wurde und mit grausamster Brutalität holt sich Alaric de Marnac ein Opfer nach dem anderen. Um zu verhindern, dass es Alaric de Marnac und Mabille gelingt, Satan persönlich auferstehen zu lassen und die Welt ins Verderben zu stürzen, muss ihnen ein mythischer Talisman ins Fleisch ihrer Stirn gebrannt werden und es bleibt kaum noch Zeit, denn die letzte Vollmondnacht steht kurz bevor. (Subkultur Entertainment)

In diesem schwer zu folgenden, unzusammenhängenden spanischen Horrorfilm geht die Synchronisation noch in Ordnung, die Geschichte präsentiert sich ziemlich unorganisiert und der Schnitt gestaltet sich oftmals recht abgehackt, doch El espanto surge de la tumba versteht es dennoch sein Publikum bestens zu unterhalten, da er als stilvoll sowie lustig zu bezeichnen ist und auch für eingefleischte Euro-Horrorfans viel zu bieten hat. Mitte des 15. Jahrhunderts (eine Zeit, in der, wie der Erzähler den Zuschauern mitteilt, „Aberglaube und Unwissenheit im ganzen Land herrschten“) zieht in Frankreich eine lange Prozession unter der Leitung von Armand du Marnac (Paul Naschy, der auch das Drehbuch geschrieben hat) und André Roland (Víctor Barrera als Vic Winner) durch die Landschaft zu einem bestimmten Baum, an dem zwei Menschen hingerichtet werden sollen, die sich den schwarzen Künsten verschrieben haben. Im Schlepptau befinden sich nämlich Armands böser Zwillingsbruder Alaric du Marnac (ein bärtiger Paul Naschy mit zerzaustem Haar) und dessen ebenso sinistere Geliebte Mabille de Lancré (Helga Liné). Beide werden beschuldigt, menschliches Blut getrunken, menschliches Fleisch (sowohl von Lebenden als auch von Toten) gegessen und sowohl Frauen als auch Kinder geopfert zu haben.

Alaric wird mit einem Schwert enthauptet, wobei angeordnet wird, dass sein Kopf und sein Körper getrennt beigesetzt werden sollen (damit seine Seele niemals Frieden finden kann), während Mabille kopfüber sowie nackt aufgehängt, ausgepeitscht und getötet wird. Es folgt ein Schnitt in das gegenwärtige Spanien (vermutlich Madrid). Der reiche, skeptische sowie egoistische Geschäftsmann Hugo du Marnac (ein rausgeputzter und rasierter Naschy) und sein gutaussehender, beunruhigter Malerfreund Maurice Roland (auch Barrera) – beide direkte Nachkommen der Henker von 1454 – sowie ihre Freundinnen Silvia (Betsabé Ruiz) und Paola (Cristina Suriana) – die beide ohne Charakter, aber dafür mit unterschiedlichen Haarfarben ausgestattet wurden (damit man sie auch ja nicht verwechseln kann) – sind gelangweilt und beschließen ein älteres Paar zu einer Séance zu begleiten. Nach dem Besuch der Hellseherin beginnt Maurice verstärkt seltsame Visionen zu entwickeln (von Alarics lachendem, abgetrenntem Kopf; seinem blutenden Gemälde usw.), während die vier Freunde beschließen Hugos und Maurices Heimatdorf zu besuchen, um deren Familiengeschichte zu durchleuchten.

Achtung SPOILER !!!

Auf dem Weg ins Dorf werden sie von Strauchdieben überfallen, jedoch von einigen lokalen „Jägern“ gerettet, die große Augen machen, als Hugo einen Haufen Geld aus der Tasche zieht, um ein neues Auto zu bezahlen. Außerdem machen sie mit den Wegelagerern kurzen Prozess, indem einer der Diebe eine Ladung Schrot ins Gesicht sowie dann ein Ohr abgeschnitten bekommt und der andere direkt an Ort und Stelle aufgehängt wird! Hugo, Maurice und die Mädchen zeigen sich durch dieses Spektakel nur leicht beeindruckt und wagen sich in das große Haus des Familienfreundes Gaston (Juan Cazalilla) vor, der mit Chantal (Maria José Cantudo) und der großäugigen brünetten Elvira (Emma Cohen) zwei hübsche Töchter hat. Eins führt zum anderen und Maurice hat eine weitere Vision, die ihn zu einer verschlossenen Truhe führt, in welcher Alarics Kopf aufbewahrt wird. Die Truhe kann nicht sofort geöffnet werden (man braucht dazu eine Lötlampe), weswegen man sie zurück zum Haus mitnimmt. In dieser Nacht brechen andere Diebe in das Haus ein und schaffen es, die Truhe zu öffnen. Alarics perfekt erhaltener und noch lebender (!) Kopf ergreift sofort Besitz von einem der Diebe, der sowohl seinen Komplizen, als auch Gaston mit einer Sichel zerhackt und mit der Truhe inklusive Alarics Kopf in die Nacht hinaus flieht … doch am nächsten Abend kehrt er zurück, um Chantal zu entkleiden, ihr die Kehle aufzuschlitzen und ihr Herz herauszureißen sowie Paola zu entführen.

Währenddessen finden Hugo und Elvira Zeit für ein wenig Romantik, da Maurice und Paola beide zu geistlosen Sklaven für Alaric (der wiederbelebt wird, als sich sein Kopf mit seinem Körper wiedervereinigt) und Mabille (die auch wieder zum Leben erweckt wird, nachdem Silvia auf deren Knochen geopfert worden ist) geworden sind. Beide Ghule unternehmen auf Dracula-ähnliche Art und Weise nächtliche Besuche bei Menschen im Dorf, verführen sie und reißen ihnen dann die Herzen aus der Brust. Blutige, weißäugige Zombies greifen an, es gibt einen heiligen Talisman, der jeden, der ihn besitzt, vor Angriffen schützen und auch dämonische Besessenheit umkehren kann (Maurice berührt den Talisman und wird dadurch gerettet, nachdem er Hugo sehr überraschend über den Haufen geschossen hat) und die Überlebenden erfahren, dass man die Dämonen mit Hilfe einer silbernen Nadel und durch Enthauptung besiegen kann. Ja … die Geschichte gestaltet sich unnötig kompliziert, hat allerdings auch einige Überraschungen, viel neblige Atmosphäre, viel Blut und viel weibliche Nacktheit zu bieten.

Blutmesse für den Teufel profitiert zusätzlich noch stark von der guten Besetzung; besonders Paul Naschy und Helga Liné. Während er als Hugo nicht so interessant rüberkommt, trifft Naschy mit seiner bösen Alaric-Rolle den Nagel wirklich auf den Kopf und präsentiert sich als blasser, aristokratischer Hexenmeister mit wahnsinnigen Augen unheimlich genug, um Schüttelfrost hervorzurufen. Helga Liné (der weniger Bildschirmzeit beschieden ist, als Naschy) verkörpert ihre Rolle als Mabille (die in einem schwarzen, wallenden Kleid umherfegt und dabei wunderbar unheimlich-verführerische Gesichtsausdrücke zum Besten gibt, ebenso großartig. Sie schlitzt Menschen mit ihren Fingernägeln auf und reißt (in einer herausragenden Szene) mit bloßer Hand eine Brust auf und entfernt ein noch schlagendes Herz.

Subkultur Entertainment spendiert diesem Paul Naschy Flick eine tolle Blu-Ray / DVD-Combo Veröffentlichung als Blu-Ray Deutschlandpremiere. Das Bild wird uns im 1.85:1 (1080p) Format (DVD 1.85:1 / 16:9 anamorph) präsentiert, ist sehr gut restauriert worden und lässt kaum Raum für Beschwerden. Der Ton bietet mit der deutschen und der spanischen zwei Spuren (DTS-HD MA 1.0; Dolby Digital 1.0), die beide angenehm zu hören sind. Hierfür können deutsche Untertitel zugeschaltet werden. Als Extras beinhaltet die Combo ein 19seitiges Booklet mit dem Titel „Molina meets Alaric oder Gilles mordet wieder“ mit interessantem Text von David Renske (in dem er diesmal u.a. die Frage stellt: „Gilles de Rais – Edelmann oder Monster?“), eine umfangreiche Bildergalerie, ein Vergleich clothed vs. unclothed Szenen sowie den deutschen und US-Trailer und eine deutsche Super-8 Fassung (die prima Bahnhofskino-Flair versprüht!). Die tolle Veröffentlichung kommt in einem ansprechend gestalteten Papp-Schuber daher und hat auch ein unterschiedliches Covermotiv zu bieten. Jeder Euro-Horror Fan sollte sie in seiner Sammlung haben!

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  • Seitenverhältnis: 16:9 – 1.85:1, 16:9 – 1.77:1
  • Alterseinstufung: Nicht geprüft
  • Regisseur: Aured, Carlos
  • Medienformat: Limitierte Auflage
  • Laufzeit: 1 Stunde und 29 Minuten
  • Darsteller: Naschy, Paul, Alcazar, Victor, Cantudo, Maria Jose, Cazalilla, Juan, Centenero, Ramon
  • Untertitel: Deutsch
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Spanisch (Dolby Digital 1.0), Deutsch (DTS HD 1.0), Spanisch (DTS HD 1.0)
  • Studio: Subkultur Entertainment

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Das Bildmaterial stammt NICHT von dieser Edition !!!

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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