Bullets of Justice

Während des Dritten Weltkriegs führte die US-Regierung ein geheimes Forschungsprojekt durch, in dem Menschen mit Schweinen gekreuzt wurden. Ziel war die Erschaffung eines Supersoldaten. Doch das Projekt geriet außer Kontrolle. 25 Jahre später hat eine neue hybride Rasse namens „Schnauzen“ die Spitze der Nahrungskette erklommen. Menschen werden wie Tiere gehalten, gezüchtet und geschlachtet. Die Überlebenden haben sich tief unter der Erde in einem Atombunker verschanzt. Der ehemalige Kopfgeldjäger Rob Justice arbeitet für die letzte verbleibende Widerstandsbewegung der Menschheit. Robs Mission ist es, die „Mutter“ der „Schnauzen“ zu finden und zu vernichten. Und so machen sich Rob und seine Stiefschwester Raksha auf eine gefährliche Reise ins Herz der Finsternis. (Busch Media Group)

Bullets of Justice gehört zu diesen seltsamen Filmen, deren komödiantischer Wert davon abhängt, wie schrecklich er sich gestaltet, wobei die Schrecklichkeit des Streifens als enorm zielgerichtet beschrieben werden muss. Wie immer bei dieser Art von Film ist er von postapokalyptischer Natur (siehe auch Cybernetic Showdown sowie Manborg – Retter der Zukunft) und hat einen äußerst ernsten Hauptprotagonisten zu bietet, der sich allerdings nicht bewusst ist, wie sehr er doch eigentlich eine wandelnde Karikatur repräsentiert. Regie führte Valeri Milev (Wrong Turn 6, 2014), der auch das Drehbuch zusammen mit dem Hauptdarsteller Timur Turisbekov geschrieben hat.

Der Film spielt in einer Welt, in der der Dritte Weltkrieg die Menschheit arg dezimiert hat. Die Überlebenden dieser Katastrophe sehen sich nun mit einer neuen Bedrohung konfrontiert, halb Schwein, halb Mensch, die als „Schnauzen“ bekannt sind. Die amerikanischen und russischen Armeen haben sich zusammengetan, um diesen neuen Feind zu bekämpfen und eine Bio-Waffe zu entwickeln, die die Schweinewesen auslöschen soll. Stattdessen mussten sie feststellen, dass diese Waffe die unbeabsichtigte Wirkung hatte, alle Menschen und „Schnauzen“ unfruchtbar zu machen, mit einer einzigen Ausnahme: eine fast mythische „Schnauze“ namens „die Schweinemutter“. Rob Justice (Timur Turisbekov) ist ein ehemaliger Kopfgeldjäger, der jetzt mit der letzten verbliebenen menschlichen Widerstandsgruppe zusammenarbeitet, besessen davon, die „Schweinemutter“ zu finden und zu töten, um die „Schnauzen“ endgültig auszulöschen.

In manchen Bereichen kann Bullets of Justice als ausgezeichnet bezeichnet werden, es gibt jedoch auch Bereiche, die sich auf nicht besonders lustige Art und Weise ziemlich furchtbar gestalten. Von Anfang an wird die Verrücktheit der Welt porträtiert, beginnend mit einem wahnsinnig aussehenden Kampf gegen einen Jetpack-tragenden, Duell-Minigun-schwingenden Schweinemann, der einen kleinen Mann mit einer Uzi in seinem Jetpack versteckt hat. Diese Konfrontation setzt wirklich den Standard für den Wahnsinn einiger Kampfsequenzen des Streifens. Alle Actionszenen können als unglaublich und gleichzeitig als lächerlich beschrieben werden. Es gibt eine Schießerei zu bestaunen, bei der sich Rob versehentlich halb in eine Wand teleportiert hat; bei einer weiteren Schießerei beginnt er nackt zu kämpfen und schafft es irgendwie, sich während des Kampfes vollständig anzuziehen, bevor er durch eine Wand springt und perfekt auf dem Fahrersitz seines Vehikels landet. Solche Momente sind fantastisch anzuschauen und zeigen Bullets of Justice von seiner besten Seite. Obwohl die Effekte manchmal schrecklich rüberkommen, gibt es einen einheitlichen Look: von den Sets bis zum Kostümdesign sieht alles großartig aus.

Woran der Film letztendlich wirklich scheitert, ist seine Geschichte sowie die Art und Weise, wie sie erzählt wird. Es ist schon klar, dass der Film so schlecht sein soll, sodass er schon wieder gut wird, doch man ist ständig darüber verwirrt, was eigentlich gerade vor sich geht. Die Handlung birgt twists & turns in sich, die aus dem Nichts entstehen, während die Ziele der Charaktere anscheinend nie wirklich wichtig sind. Der Schnitt gestaltet sich enorm abgehackt, sodass der Film um seine Szenen herumtanzt und sie manchmal in seltsame Reihenfolgen bringt. Die Charaktere bestehen aus einer seltsamen Mischung aus humorlosen und missbilligenden Helden und Heldinnen, von denen nur ein paar hervorstechen. Robs Schnurrbart tragende Schwester Raksha (Doroteya Toleva) hat viel zu bieten, während sie eine inzestuöse Beziehung zu ihrem Bruder unterhält, die sich immer ziemlich daneben anfühlt. Zur weiteren sowie allgemeinen Verwirrung trägt noch zusätzlich ein Zeitreise plot-device bei. So entwirrt die Geschichte auch sein mag, sie gipfelt in einem sehr gut gemachten finalen Showdown zwischen Rob und seinem Erzfeind, der einen großartigen Dialogaustausch zu bieten hat, jedoch viel vom Gesehenen in Frage stellt. Der Showdown bietet auch einen letzten Kampf, der sich zwar mehr als Tanz denn als Kampf herausstellt aber einige gute Schnitte sowie gute Kameraarbeit zu bieten hat. Besonders hervorzuheben ist der Soundtrack, russisch klingende dramatische Melodien, die perfekt zur Stimmung des Films passen.

Der Komödienanteil außerhalb der übertriebenen Action-Sequenzen funktioniert einfach nicht richtig, da zu oft auf grobe und eklige Momente zurückgegriffen wird, die keinen Eindruck hinterlassen, oder sich zu seltsam gestalten, um den Humor wirklich verstehen zu können. Flashbacks zu Robs und Rakshas Kindheit, bei denen die Kinder noch immer von den erwachsenen Schauspielern gesprochen werden, stellen ein solches Beispiel dar. Die Schauspieler machen ihre Sache alle gut, wobei ihre Rollen nie nach traditionellem Schauspiel verlangen und viele ihrer Stimmen nachsynchronisiert zu sein scheinen. Obwohl mit ihm enorm auffällig auf dem Filmplakat geworben wird, spielt Danny Trejo hier eine extrem untergeordnete Nebenrolle. Bitte nicht blinzeln, ansonsten verpasst man ihn. Durch die vielen Szenenwechsel und die schwer nachvollziehbare Story erweist sich Bullets of Justice ab etwa der Hälfte des Films als enorm anstrengend, doch die Laufzeit von nur rund 79 Minuten wirkt einer unvermeidlichen Ermüdung entgegen. Würde der Film in seinen zweiten vierzig Minuten nicht so dermaßen abbauen und verwirren, könnte sich Bullets of Justice eventuell sogar ansprechender gestalten als vermutet. So gut gemacht dieser Streifen (auf technischer Seite, außer einigem an mies präsentiertem CGI) auch ist und so stark manche (wenige) Momente auch sein mögen, es fehlt dem Ganzen ein wenig an Herz, während die verworrene und schlecht geschnittene Geschichte das Sehvergnügen schon gehörig einschränkt.

Presse:

  • „Der abgefahrenste Film des Jahres“ (Geek Germany)
  • „ein wahres Feuerwerk aus Blut, Verfolgungsjagden und Action“ (Deadline)
  • „Ein Geniestreich, wie er nur von einem total Wahnsinnigen stammen kann“ (Terror Weekend)
  • „Eine verrückte Achterbahnfahrt in eine postapokalyptische Zukunft“ (Nerdly)
  • „Der Preis für den bizarrsten Film des Jahres geht an BOJ“ (Dread Central)
  • „… blutgetränkter, postapokalyptischer Schweinestall“ (Years Of Terror)
  • „Einer der beeindruckendsten Gonzo Actionfilme der heutigen Zeit“ (Horror DNA)
  • „Einer der verrücktesten Filme aller Zeiten … mit beeindruckenden Actionszenen“ (Entertainment Focus)
  • „Am besten bildet sich jeder selbst eine Meinung!!!“ (Nischenkino)

Bonusmaterial:
Trailer-Show; Wendecover

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Diese Blu-Ray sowie die Screenshots wurden uns freundlicherweise von Busch Media Group zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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