California

California ist ein Farbwestern von 1947 unter der Regie und Produktion von John Farrow (Hondo) aus dem Hause Universal. In den Hauptrollen spielen Ray Milland (u.a. The Pyjama Girl Case, Dial M for Murder), Barbara Stanwyck (Double Indemnity) und Barry Fitzgerald (The Naked City).

Der Film erzählt von der moralisch etwas in Verruf geratenen Unterhalterin Lily Bishop (Stanwyck), die sich einem Wagentreck nach Kalifornien anschließt, der von den erfahrenen Abenteuern Michael Fabien (Fitzgerald) und Johnny Trumbo (Milland) geführt wird. Als der Goldrausch ausbricht, zerstreut sich der Treck und man findet sich Jahre später in verschiedenen Rollen wieder. Fabian wurde Farmer, Lily betreibt einen Saloon und Trumbo ist nach wie vor umtriebig, doch stolpert er mitten in die politischen Wirren eines Kaliforniens, dass kurz davor ist, sich der Union anzuschließen. Der ruchlose Pharaoh Coffin (George Coulouris) will das Land ausbeuten, und so müssen sich die wahren Patrioten ihm entgegen stellen….

California, obwohl nominell ein klassischer Western, bietet sich an als insgesamt bunter Mix aus Liebesgeschichte, Politikdrama, Historienstück und Grenzromanze. Der Film schafft es zwar nicht wirklich, in irgend einem Aspekt davon so richtig  zu überzeugen und schlängelt sich letztendlich so dahin, bleibt aber grundsätzlich schon interessant. Leider weiß der Film trotz den vielen spannenden Erzählfäden nicht mehr zu packen. Damit erscheint er am Ende leider banal und nicht mehr irgendwie relevant. Das gilt allerdings ja nicht für alle dieser Western, so hatte ich ja kürzlich erst einige Film von George Sherman rezensiert, die meist auch nach vielen Jahrzehnten noch äußert zeitgemäß erscheinen und gut funktionieren.

california poster

Angefangen mit den hochtrabenden Voiceovern am Anfang ist der Film letztlich auch eine Lobpreisung Kaliforniens (was ich persönlich natürlich sehr teile), allerdings mit dick aufgetragenem Chorgesang und Naturaufnahmen. Das Trio aus Milland, Stanwyck und Fitzgerald ist eine sehr ungleiche Bande, die den etwas überambitionierten Film nur sehr schwerfällig zusammen halten kann. Einige erfreuliche Cameos, darunter u.a. Anthony Quinn als Don Rivera y Hernandez, runden das Bild dieses Spektakels ab, das wie gesagt nicht so recht sich entscheiden kann in welche Richtung es marschieren will. Das zieht den Film auseinander, kostet ihm Fokus und lässt ihn vergessenswert erscheinen. Das mag sehr negativ klingen, der Film hat aber dennoch sehr viel Charme und weiß zu unterhalten, trotz seiner epischen Ambitionen ist er außerdem auch nicht zu lange (fühlt sich nur oft so an).

Das Bild ist nicht sehr hervorragend. das ganze auf BluRay zu genießen, im schlimmsten Fall noch auf einem größeren Bildschirm, zeigt wie wenig das Material hergibt und wie stark entsprechend das Edge Enhancement ist, das Bild verkommt dadurch ein wenig zu einem Pixelbrei. Wobei  viele Nahaufnahmen schön aussehen und  man insgesamt recht zufrieden sein kann, es sieht halt nicht sehr real aus, sondern etwas seltsam, wie nachgezeichnet. Der Ton liegt (deutsch und englisch) in DTS-HD MA 2.0 vor und klingt recht gut, getestet habe ich den Originalton. Erfreulich auch dass englische Untertitel beiliege. An Extras gibt es nur den Trailer und einige Bilder.

Insgesamt ein passabler Western mit erkennbar überambitionierten Ansätzen, aber einfach nicht sehr gut gealtert und durch die verschiedenen Zutaten ein wenig ausgefranst. Eine solide BluRay, die technisch aber nicht unbedingt überzeugt, was am Quellmaterial liegt. Definitiv was für Fans.

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california

Die BluRay wurde uns freundlicherweise  von Koch Media zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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