Cat Sick Blues

Als Teds geliebte Katze Patrick stirbt, erleidet der junge Mann einen Nervenzusammenbruch. In dem Irrglauben, durch den Tod von neun Menschenleben das Haustier wieder zum Leben erwecken zu können, begibt er sich auf einen blutigen Raubzug. Ausgestattet mit Katzenmaske, XXL-Phallus und messerscharfen Krallen metzelt sich Ted durch das nächtliche Melbourne. Eine Frau nach der anderen wird auf bestialischste Weise ermordet. Geht es Ted wirklich um die Wiedergeburt seiner Katze oder ist das Töten schon längst zu einer perversen Obsession geworden? Als auch noch die junge Claire in Teds Leben tritt, die ebenfalls über den Verlust ihrer Katze trauert, spitzt sich die Situation dramatisch zu. (Busch Media Group)

Immer wenn man denkt man hätte schon alles gesehen, kommt ein Streifen wie Cat Sick Blues daher und belehrt einen eines Besseren. Dieser Film ist eine wahre „Katerstrophe“. Das Nischenlabel von der Busch Media Group ist ja mittlerweile für seine Programmvielfalt bekannt. Nach dem südkoreanischen Psychothriller Memoir of a Murderer und dem mexikanischen Erotikdrama Deseo – Karussell der Lust, einer Neuinterpretation von Arthur Schnitzlers Skandalbühnenstück Der Reigen, bekommen wir jetzt was aus dem Land Down Under und hier geht es heftig zur Sache. miau

Cat Sick Blues ist der erste und einzige abendfüllende Spielfilm des in Japan lebenden australischen Regisseurs Dave Jackson, der zuvor überwiegend Musikvideos und Kurzfilme produziert hat. miau Die Handlung ist relativ schnell erklärt. Ted (Matthew C.Vaughan), ein psychisch labiler Mittdreißiger der über das Ableben seiner Katze Patrick einfach nicht hinwegkommt, glaubt, dass er mit neun Menschenopfern seinen geliebten Kater wieder zum Leben erwecken kann. In einer Selbsthilfegruppe für Menschen die ihre Haustiere verloren haben lernt er Claire kennen, die ebenfalls ihre Katze verloren hat. Während Claire (Shian Denovan) allmählich über den Tod ihres Haustieres hinwegkommt, verliert sich Ted immer mehr in den Abgründen der menschlichen Seele und irgendwann wird unklar, ob es ihm bei den Morden, meist an jungen Frauen, wirklich nur noch um die Wiedererweckung von Patrick geht. miau

Müsste man Cat Sick Blues einem Genre zuordnen wäre das wohl der Slasher-Film, nur dass unser Hauptprotagonist nicht mit Hockeymaske, Axt oder einer Kettensäge ausgestattet ist, sondern mit einer riesigen Katzenmaske, messerscharfen Krallenhandschuhen (in altbewährter Freddy Krüger Manier) und einer Art Umschnall-Dildo, der wohl einen Katzenphallus mimen soll, aber mit seinen Latexdornen eher an einen Drachen-Dingdong erinnert. miau Dementsprechend blutig geht es hier auch zur Sache, allerdings so übertrieben dargestellt, dass die Mordszenen schon wieder komisch wirken. Die Ausleuchtung des Films erinnert teilweise an die italienischen Giallo-Filme der 70er Jahre, auch kann man aus der übertriebenen Morbidität der Mordszenen die Handschrift japanischer Sicko Regisseure wie etwa Takashi Miike herauslesen, woraus Dave Jackson aber auch keinen Hehl macht. miau

Der Humor kommt hier auch nicht zu knapp, beispielsweise wenn Ted nach seinem ersten Mord auf dem Sofa der Opfer sitzt und sich mit deren Laptop Katzenvideos aus dem Browserverlauf anschaut. Gleichzeitig wird hier auch Kritik an einer abgestumpften immer Empathie loser werdenden Gesellschaft geübt, für die lustige Tiervideos und echte Vergewaltigungen per Mausklick zu einem Teil des allabendlichen Unterhaltungsprogramms geworden sind, was im laufe der Handlung noch ausführlicher thematisiert wird. In der Kurzdokumentation Cat Boy (auf der Busch Media Group Blu-ray enthalten) spricht der Regisseur über seine Obsession mit Katzen, was der Story einen autobiographischen Anteil verpasst. miau

Besonders hervorzuheben wäre hier auch der Soundtrack, der sich irgendwo zwischen 80s Darksynth, Shoegazing und Grindcore einordnet und manche Szenen wunderbar untermalt, andere wiederum stark kontrastiert. miau Genre Fans werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen, immerhin hat Cat Sick Blues bei diversen Filmfestivals, wie beispielsweise dem australischen Monsterfest, richtig abgeräumt. Dem Gelegenheitskinogänger könnte die schwarzhumorige Independent Produktion dann allerdings doch etwas zu viel des Guten sein, denn eines ist klar, dieser Film polarisiert. miau miau

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  • Seitenverhältnis: ‎16:9 – 2.35:1
  • Alterseinstufung: ‎Nicht geprüft
  • Medienformat: Breitbild
  • Laufzeit: 1 Stunde und 34 Minuten
  • Darsteller: ‎Vaughan, Matthew C., Spencer, Meg, Bezuidenhout, Jeni
  • Untertitel: ‎Deutsch
  • Sprache: ‎Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
  • Studio: ‎Busch Media Group

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Diese Blu-Ray sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Busch Media Group zur Verfügung gestellt.

Mike

Mike ist leidenschaftlicher Teilzeitcineast und hat sich auf die freizügigere Art des Bahnhofskinos spezialisiert. Von Porn Chic und dem Pinku Eiga der 70er bis hin zum aktuellen erotischen Kinos nimmt er die verruchtesten Filme unter die Lupe.

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