Crow / …E il terzo giorno arrivò il corvo / On the Third Day Arrived the Crow

VHS – Edition

Raub – Mord – Entführung, ein Duell bis in die Hölle! Der fingierte Goldraub der Union Pacific Bank treibt die beiden String Brüder und deren Schwester (Lincoln Tate) in die Klauen der „Krähe“. Verschwörung und Rache der drei Geschwister gipfeln in Kidnapping und Tod … doch die „Krähe“ hängt! (U.W. Production‘s GmbH)

Der italienische Titel dieses Italo-Westerns bedeutet übersetzt so viel wie … und am dritten Tag kam die Krähe. Was für ein Titel! Faszinierend, düster, ja schon beinahe poetisch. Da man ja weiß, dass die Rolle der Krähe von William Berger übernommen wird, vergisst man schnell mal all die schlechten Dinge, die man bereits über den Film gehört hat und legt seine VHS-Kassette – mit dem nicht sonderlich poetischen deutschen Titel Crow – in freudiger Erwartung in den Videorekorder ein. Allemächtjer, was lag man doch falsch! Diesen Film anzusehen, ist wie den Weg des Kreuzes zu gehen! Der Streifen erweist sich nämlich als mindestens genauso chaotisch, durcheinander und fehlerhaft, wie die Inhaltsangabe der deutschen Videokassette der U.W. Production‘s GmbH (?!).

Die Connelly-Brüder suchen nach Der Krähe, einer Person, die (auf dem Cover der amerikanischen VHS mit dem Titel A Fistful of Death) als „der gemeinste Hurensohn diesseits des Rio Grande“ bezeichnet wird und für den Tod ihres Vaters verantwortlich ist. Bei ihren Detektivspielen stoßen sie auf eine Ladung Gold, die sich letztendlich als gar nicht so golden herausstellt, werden mit Banditen konfrontiert, die ihr „Gold“ zurückhaben wollen, treffen auf einen Typen mit nicht weniger als fünf geistesgestörten Söhnen und müssen sich auch noch gegen einen Bösewicht behaupten, der sie aus dem einen oder anderen Grund töten will.

Um Zeit totzuschlagen, werden dem Publikum hier einige der lächerlichsten Faustkämpfe und Schießereien dargeboten, die jemals auf Zelluloid gebannt worden sind. Auf Dialogebene verhält es sich auch nicht anders, denn einige Versuche geistreichen Humor in den Streifen einfließen zu lassen, erweisen sich als enorm lächerlich. Nach drei Tagen Laufzeit (zumindest fühlt es sich so an) ist die Krähe noch immer nicht angekommen. Wird das Publikum jemals sein Gesicht zu sehen bekommen? Ach, da ist er ja zum Glück und es sind erst siebenundvierzig Minuten vergangen, doch schließlich reitet ein ganz in schwarz gekleideter mysteriöser Mann in dieses Desaster von einem Film ein und es handelt sich doch tatsächlich um Die Krähe. Mit anderen Worten: Jetzt kann die William Berger Show endlich beginnen und ja, dieses Durcheinander bereitet nach seiner Ankunft doch gleich viel mehr Spaß.

Berger macht das (aber auch nicht sehr viel mehr), was er sehr gut kann, nämlich furchtbar cool aussehen. Sein Gesichtsausdruck vermittelt jedoch gleichzeitig so etwas wie: Wo zum Teufel bin ich überhaupt und was mache ich hier eigentlich!? Aber hey, wenigstens spielt er bei Crow mit, also wollen wir uns nicht beschweren. Der Punkt ist allerdings, dass sein ach so knallharter Charakter nach nicht einmal mehr als fünfzehn Minuten von den Connelly-Brüdern über die Wupper geschickt wird. Was zum Teufel!? Was die ganze Chose dann noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass die restliche Laufzeit mit Szenen aus einem anderen Gianni Crea „Trash“-Western, Se t’incontro, t’ammazzo / Unerbittlich bis ins Grab, aufgefüllt wird. Meine Güte, was für ein Durcheinander! Crow repräsentiert eine wahre Schande und ist fast schon als eine Beleidigung aufzufassen. Hier handelt es sich vollkommen ohne Zweifel um einen der aller schlechtesten Italo-Western überhaupt. Der Streifen belegt Platz vier meiner Bottom 20 Liste! Ach herrje, es gibt meiner Meinung nach also drei sogar noch schwächere bzw. schlechtere Italo-Western da draußen, was man nach dem „Genuss“ von Crow kaum zu glauben wagt.

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  • Artikel-Nr.: V12085
  • Bildformat: 1,66:1
  • Spielzeit: ca. 86 Minuten
  • Sprache: deutsch
  • TV-Norm: PAL
  • Zustand: Ungekürzte Fassung – sehr guter Zustand – Einleger
  • Herstellerinfos: UW Video
  • Tonformat Analog: Mono
  • Medium:
  • FSK-Logo:

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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