Das alte finstere Haus

The Old Dark House 1963

The Old Dark House ist eine Gruselklamotte von William Castle aus dem Jahr 1963.

Der Amerikaner Tom Penderel (Tom Poston) arbeitet in London als Autoverkäufer. Er teilt sich dort eine Wohnung mit Casper Femm (Peter Bull), einem wohlhabenden Spieler, für den er ein Luxusauto zu dessen Familienanwesen liefern soll. Noch in London macht Femm einen komischen Eindruck auf ihn. Er hat Angst, wirkt nervös. Als Tom auf dem Femm Anwesen eintrifft, bietet sich ihm ein skurriles Bild: Cecily (Janette Scott), Roderick (Robert Morley) und eine Hand voll weiterer sehr bizarrer Femms bewohnen das gruselige Haus, vom Kleingedruckten im Testament des alten Femm dazu verdammt, in dem Haus auszuharren bis der letzte stirbt… und es sterben einige…. ausgerechnet hier gerät Penderell hinein… ob er es wieder heraus schafft?

The Old Dark House 1963

Hammer-Arbeitstier William Castle schuf dieses Remake des gleichnamigen Films von 1932. Was als typisch britische Mystery beginnt und auch ein „Edgar Wallace“ Film hätte werden können, artet in einer abstrusen Gruselklamotte aus die mehr von der Addams Family hat als von klassischen Geistergeschichten. Der Protagonist ist Amerikaner, und er trifft auf ein Ensemble aus unterschiedlich seltsamen britischen Zeitgenossen. Während Cecily zunächst als attraktives Fräulein erscheint die sich auf seine seite schlägt, und Roderick der finstere Patriarch-in-spe ist, wird schnell klar, dass irgendwie alle nicht alle Latten am Zaun haben und er schleunigst da raus muss… bevor die Sonne aufgeht – das hat ein klein wenig von From Dusk Till Dawn.

The Old Dark House 1963

Der Sound von Blitz und Donner wird als Schreckeffekt auch irgendwann langweilig, das dürfte auch Castle eingesehen haben. Dennoch hat der Film seine schaurigen Effekte und Momente, und es geht auch relativ derb zu was das Ableben diverser Zeitgenossinnen und -Genossen angeht. Dennoch würde ich sagen: The Old Dark House ist in erster Linie Komödie, in zweiter Linie Gruselfilm. Gealtert ist der Film eigentlich recht gut, immerhin sind die Dialoge recht smart, die Regie gutes Handwerk und die Story unterhaltsam (aber auch nicht zum schreiben komisch) und kurzweilig. Ein nettes Späßchen, durchaus eine Sichtung wert.

The Old Dark House 1963

Die BluRay erscheint als William Castle Collector’s Edition 2 (als erster Titel der Reihe erschien Der Unheimliche Mr. Sardonicus). Die Scheibe enthält die Farbversion und eine schwarz-weiß Variante. Nach einem kurzen Test entschied ich mich, ohne viel zu wissen, für die Farbversion. Das Bild sieht bis auf einige Ausnahmen sehr gut aus. Zwar könnte der monochrome Ton auch ein interessanter Gruseleffekt sein, aber da es ohnehin mehr Klamotte als Horrorfilm ist, wollte ich etwas mehr von dem Film haben und ich muss sagen, das Set Design und die Kostüme sind sehr interessant in Farbe. Der Ton klingt ebenfalls ziemlich gut (Englisch getestet, die deutsche Synchronfassung liegt auch bei), und es gibt Untertitel auf Deutsch und Englisch. An Extras gibt es den Trailer, eine Bildergalerie und ein Booklet – das mir leider nicht vorliegt. Kern sind die beiden Featurettes „Not Too Spooky“ (28min mit Filmhistoriker Jon Rigby) sowie „House and Castle“ (7min mit Paul Frith) sind auch ihre Zeit wert.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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