Das Fort der Mutigen Frauen / The Guns of Fort Petticoat

The Guns of Fort Petticoat (Das Fort der Mutigen Frauen) ist ein prominenter Western aus 1957 mit Audie Murphy (Der Stille Amerikaner, To Hell and Back), der auch produzierte, unter der Regie von George Marshall (Destry Rides Again). Den Klassiker gibts auf DVD.

Der Film spielt während des amerikanischen Bürgerkriegs und handelt von Leutnant Hewitt (Murphy), einem Texaner, der auf Seite der Nordstaaten im Grenzgebiet Teil der Armee-Regimente ist, die einen Vertrag zum Verbleib von Indianerstämme in den Reservaten überwachen und durchsetzen sollen. Als sein Vorgesetzter in rassistischem Übermut einen friedlichen Stamm niedermetzeln lässt der sich um Handel zu treiben vom Reservatsgelände entfernt hatte, fürchtet Hewitt um Racheaktionen der Comanchenstämme und desertiert. Er kennt die Gegend, und geht davon aus, dass sich die Rache gegen die Siedler im Süden richten wird, texanisches Gebiet seiner Heimat, das dünn von Ranchern besiedelt ist. Die Rancher sind aber alle im Krieg, zurück geblieben sind die Frauen. Dort angekommen versucht er die Damen zu organisieren und für den drohenden Angriff der Indianer zu wappnen….

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Audie Murphy ist ein sehr interessanter Fall. Der hochdekorierte Kriegsveteran startete nach dem zweiten Weltkrieg eine beachtenswerte Schauspielkarriere, bekam sein Leben aber wohl nie richtig auf die Reihe, litt unter Traumata und hatte Geldprobleme. Zumindest weiß man das heute. Er hinterlässt der Filmgeschichte über 40 Spielfilme. Ich selbst kenne nur sehr wenige seiner Filme, aber das ändert sich auch langsam. Besonders neugirieg bin ich, endlich mal die Graham Greene Verfilmung Der Stille Amerikaner mit ihm zu sehen. Aber zurück zu Fort Petticoat.

„It doesn’t matter where a man was born. He fights for what he thinks is right.“ – Lt. Hewitt

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Marshall war sich denke ich nicht so ganz sicher wie ernst der Film zu sein hatte. Es ist definitiv kein großes Breitbild-Epos wie der How The West Was Won, an dem er auch mitgearbeitet hatte. Der Film ist nicht mega realistisch in seiner Darstellung, traut sich aber für damalige Verhältnisse politisch ziemlich viel. Da wäre zum einen das Nord-Südstaaten-Thema, die Desertation des Hauptdarstellers, die Geschlechterthematik, die Angelegenheit der Indianer-Reservate und die Anspielung auf eine Armee-Massaker. Da kommen dann noch religiöse Themen dazu (Töten aus Notwehr usw.) und bitter ernste Erlebnisse wie der Tod von Mitmenschen, der Kampf ums Überleben, sowie das Einstehen für die Gemeinschaft. Eigentlich ein ziemlich substantieller Film.

Das wäre es dann auch, wenn der Film sich in seiner Inszenierung stärker von Leichtherzigkeit getrennt hätte. Es ist für seine Zeit eben ein guter alter Cowboyfilm mit Indianern. Aus heutiger Sicht ist vieles was man so auf der Leinwand sieht eher ein bisschen lachhaft in der Darstellung, man wundert sich ob es nun ein eher unterhaltsam-heiterer Film sein soll oder ein ernsthaftes Drama. Audie Murphy tut da sein bestes, und auch einige Nebendarsteller sind eine gute Addition, aber unterm Strich ist es einfach kein raues Abenteuer das man hier auf die Leinwand gebannt hat, sondern ein zugängliches Abenteuer mit cleveren Subtexten.

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Die DVD von Explosive Media kommt mit ziemlich guter Bildqualität (für eine DVD). Auf HD Ausrüstung sieht man dann eben die Kompressionsmuster und das Edge-Enhancement, aber generell kann sich das Bild sehen lassen. Auch der Ton ist in Ordnung. Extras gibt es außer einer Bildergalerie keine. Deutsch und Englisch sind angeboten, keine Untertitel.

Fazit: Ein unterhaltsamer Western mit guten Dialogen, einigen sehr ernsten Themen aber auch einigen Lachern. Eine solide DVD ohne irgendwelche Highlights. Ein muss für Genrekenner und Audie Murphy Fans.

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Das Fort der mutigen Frauen

Die DVD wurde uns freundlicherweise von Explosive Media bereitgestellt

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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