Das Gesetz bin ich / Mr. Majestyk

Vince Majestyk hat wegen einer Kneipenschlägerei ein paar Jahre absitzen müssen. Jetzt versucht er ein anständiges, friedliches Leben zu führen. Er ist stolzer Besitzer einer Melonenfarm, doch die Geschäfte laufen nicht wie geplant. Unverhofft gerät er ins Visier einer brutalen Gangsterbande. Deren Anführer Frank Renda hat noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen. Als einer von Vince‘ Arbeitern brutal verstümmelt und seine Ernte vernichtet wird, schwört Mr. Majestyk Rache. Auf der Farm kommt es zum blutigen Showdown… (Wicked-Vision)

In Mr. Majestyk, unter der Regie von Richard Fleischer im Jahr 1974 entstanden, spielt Charles Bronson in einer seiner bekanntesten Rollen einen einfachen Wassermelonen-Farmer namens Vince Majestyk. Vince ist ein ehemaliger Soldat, der eine Dienstreise nach Vietnam unternommen hat, doch heutzutage will er einfach nur seine Farm führen und ein ruhiges Leben genießen. Während er eines Tages auf seinen Feldern arbeitet, kommt ein ungepflegter Mann namens Bobby Kopas (Paul Koslo) auf ihn zu und versucht ihn zu überreden, einige seiner Männer einzustellen, um ihm zu helfen. Vince ist nicht interessiert, schließlich hat er seine eigene Crew und braucht Bobbys Leute nicht, doch Bobby lässt nicht locker und bedrängt ihn weiter. Die beiden Männer landen schließlich im Clinch, als Bobby eine Waffe zieht. Das bringt Vince für eine Weile in den Knast, weil die Cops seiner Seite der Geschichte nicht glauben.

Kurz darauf soll Majestyk in einem Transportbus ins Gefängnis gebracht werden, mit an Board befindet sich ein Mafia-Killer namens Frank Renda (Al Lettieri). Der Bus hat auf dem Weg zum Gefängnis einen Unfall, wobei Majestyk fliehen könnte, stattdessen hält er jedoch Renda davon ab, genau das zu tun. Im Grunde genommen kidnappt er Renda und geht davon aus, dass er seinen Namen rein waschen kann, wenn er den Verbrecher zurück zur Polizei bringt. Schließlich will er nur rechtzeitig zu seiner Farm zurückkehren, um sich um die Ernte kümmern zu können. Majestyk ist allerdings nicht bewusst, wie weit Rendas äußerst gute Verbindungen reichen und schon bald hat er nicht nur beim Mafioso schlechte Karten, sondern muss auch mit Kopas und einer ganzen Menge korrupter örtlicher Polizisten fertig werden. Majestyk lässt sich allerdings nicht einfach alles gefallen…

Mr. Majestyk wurde von Elmore Leonard geschrieben und war ursprünglich als Vehikel für Clint Eastwood gedacht. Der Titel mag sich eventuell ein wenig melodramatisch anhören, doch für einen Film, der als geradlinige Underdog-Geschichte angelegt ist und in dem es um einen so merkwürdigen Helden wie einen Melonenbauer geht, passt er ziemlich gut. Bronson, der genau so aussieht, wie der Welt müde Typ, als der er besetzt wurde, weiß seine „starker, stiller Typ“ Persönlichkeit hier sehr gut einzusetzen, indem er es bestens versteht mit seiner Körpersprache und seinen Augen genauso gut zu kommunizieren, wie mit dem skriptgesteuerten Dialog. Schon rein äußerlich eignet sich die Rolle super für Bronson, während die Art und Weise, wie er den Charakter komplett annimmt, perfekt dazu passt. Koslo und Lettieri sind auch ziemlich gut als die Bösewichte des Films, doch hier handelt es sich um eine Charles Bronson-Show, wobei alle anderen Schauspieler in den Hintergrund treten.

Leonards Geschichte bewegt sich in einem realistischen Umfeld, das beim Zuschauer durchaus authentisch rüberkommt. Hier gibt es keine Superhelden und obwohl es offensichtlich ein paar Schießereien zu bestaunen gibt, sollten man nicht damit rechnen, dass jemand mit zwei .45ern schießend durch die Luft springt. Sogar die im Film porträtierte Gewalt (und es gibt einige davon) fühlt sich an, als könnte sie wirklich passieren. Ein paar Jahre später sollte es in Bronsons Filmographie noch ein wenig verrückter werden, nämlich als der Erfolg von Ein Mann sieht rot (Death Wish, ebenfalls 1974 veröffentlicht) zahlreiche Fortsetzungen hervorbrachte, wobei der berüchtigte Death Wish 3 – Die Rächer von New York als Höhepunkt in Bezug auf over-the-top Action gehandelt wird. Die dagegen eher reservierte Herangehensweise in Das Gesetz bin ich ist definitiv als eine Bereicherung des Films zu bezeichnen. Fleischer drehte für diesen Streifen alles vor Ort, was dem Film ein weiteres willkommenes Gefühl von Authentizität verleiht. Majestyks Arbeiter sehen allesamt so aus, als hätten sie wirklich viel Zeit auf den Feldern verbracht. Das teilen sie mit der verwitterten Erscheinung ihres Chefs, was wiederum dabei hilft, die Dinge so anzuordnen, wie es bei einem guten Actionfilm sein sollte.

Die großartige Arbeit des Oscar-nominierten Kameramanns Richard Klein kann man durch den gesamten Film hindurch beobachten, genauso wie die starke sowie effektive Musik, die mit freundlicher Genehmigung des produktiven Komponisten Charles Bernstein entstanden ist. Die Produktionswerte und technischen Vorzüge helfen dem Projekt wirklich weiter, aber trotzdem hängt alles von Bronson ab. Hier spielt er sehr ikonisch, hat seine Blütezeit noch nicht hinter sich und ist immer noch in der Lage bestimmte Personen für bestimmte Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen, um es einmal milde auszudrücken. Bei erneutem Betrachten von Das Gesetz bin ich lässt sich leicht erkennen, warum der Film in Charles Bronsons Filmographie nach wie vor einen sehr geschätzten Eintrag darstellt. Der Streifen ist in seiner Einfachheit beinahe perfekt, wobei wirklich einfach alles gut funktioniert.

Die Wicked-Vision Distribution GmbH bringt Das Gesetz bin ich in einer limitierten FuturePak-Edition auf BluRay (Wicked Metal Collection Nr. 4) heraus. Über den Inhalt des Films lässt sich genauso wenig diskutieren, wie über die Qualität der Veröffentlichung. Das Bild präsentiert sich im 1,85:1 (1080p) Format und macht einen hervorragenden Eindruck, während es beim Ton ebenso nichts zu beanstanden gibt. Hier stehen eine deutsche (DTS-HD Master Master 2.0) und eine englische Spur (DTS-HD Master 2.0 Mono) zur Auswahl, wobei man deutsche Untertitel zuschalten kann. Die erstklassigen und üppigen Extras bestehen aus einem Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann; „Colorado Chic“: Interview mit Darstellerin Lee Purcell; „Colorado Cool“: Interview mit Kameramann Richard H. Kline; „Looking Back“: Interview mit Richard Fleischer (exklusiv); Deutscher Trailer (Open-Matte-Version); Deutscher Trailer (1,85:1); Deutscher Trailer (ReCut 2017); Original-Trailer; Bildergalerien (Plakate, Aushänge, Pressefotos); Werberatschläge; Pressehefte und einem Filmprogramm. Insgesamt handelt es sich bei Das Gesetz bin ich um eine sehr gelungene FuturePak-Edition, die bei Liebhabern und Freunden von Bronson-Flicks, nicht zuletzt aufgrund der reichhaltigen Boni, enorm gut ankommen sollte.

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Darsteller: Charles Bronson, Linda Cristal, Al Lettieri, Lee Purcell, Paul Koslo
Regisseur(e): Richard Fleischer
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Wicked-Vision Media
Produktionsjahr: 1974
Spieldauer: 104 Minuten

Dieses FuturePak wurde uns freundlicherweise von der Wicked-Vision Distribution GmbH zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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