De Bende van Oss – The Gang – Auge um Auge

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Holland, kurz vor dem 2. Weltkrieg. Eine Welle grausamer Verbrechen beherrscht die südliche Provinz Brabant und besonders in der Stadt Oss ist die Lage dramatisch. Dort überzieht die berüchtigte Ossche Bande die Region mit Vergewaltigung, Mord und Korruption. Selbst hohe Politiker und Mitglieder der Kirche sind in die Gräueltaten involviert. Mit Einsatz der Militärpolizei versucht die Regierung, der Lage Herr zu werden. Doch stattdessen kommt es zu Straßenschlachten. Mittendrin versucht die junge Café-Besitzerin Johanna aus dieser Welt der Gewalt zu entfliehen. Doch Ties, Johannas Ehemann und Neffe des Bandenchefs de Kuiper, steht ihrem Vorhaben im Weg. Für Johanna gibt es nur einen Ausweg: Ties muss sterben!  (Koch Media)

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Oss ist eine Stadt mit einer gewalttätigen Vergangenheit, eine Stadt, die zahlreiche Veränderungen, sowohl auf industriellem, als auch auf kriminellem und zivilisiertem Gebiet gesehen hat. Diese Veränderungen fanden überall in den Niederlanden statt, doch für diesen Zeitpunkt wirkten sie sich in keiner Stadt so einschneidend und extrem aus, wie in Oss. André van Duren ist ein guter niederländischer Filmemacher, der viel Qualität aber wenig Arbeit hat. Sein Können bewies er bereits in der Vergangenheit mit historischen Porträts und mit De Bende van Oss gelingt es ihm ebenfalls sehr gut ein Stück niederländischer Zeitgeschichte einzufangen. In Ravenstein, Herpen, Keent und Oss gedreht, mit Ausnahme von einigen Studioaufnahmen, fühlt sich das ganze recht authentisch an. Die Besetzung ist hauptsächlich aus Brabandern (aus der Provinz, in der Oss liegt) zusammengestellt und das funktioniert auf schauspielerischer Ebene wirklich gut. Leider kann ich die verschiedenen holländischen Dialekte nicht auseinanderhalten, ansonsten würde dieser Kniff wohl noch besser funktionieren.

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Das Schauspiel pendelt zwischen realistisch und übertrieben, was in diesem Fall vollkommen in Ordnung ist, denn der gesamte Film bewegt sich zwar eigentlich im Realismus, ist allerdings auch mit vielen grotesken Elementen gespickt. Irgendwie schafft es der Film ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen diesen beiden zu finden. Der Soundtrack von Paleis van Boem passt wunderbar und verleiht dem Film eine besondere Note. The Gang kostete ca. 3,5 Mio. Euro, was ein großes Budget für die Niederlande bedeutet. Wenn man bedenkt, dass Hollywood-Produktionen das zehnfache an Geld zur Verfügung haben kommt man nicht umhin zu fragen, wie es diesem bescheidenen Land gelingt, mit der Traumfabrik auf Augenhöhe zu sein. Ein guter Film, manchmal ein wenig unsolide und manchmal schlicht großartig mit viel menschlichem Gefühl. Ein Film auf den die Niederländer stolz sein können und mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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