Dead Zone

Stephen Kings The Dead Zone ist ein Mystery-Thriller von 1983 mit Christopher Walken in der Hauptrolle.

Der Englischlehrer Johnny Smith (Christopher Walken) beginnt, seltsame Vorahnungen zu haben. Als er nach einem Autounfall im Koma liegt, verlässt ihn während der 5 Jahre seine Freundin Sarah (Brooke Adams). Wieder bei sich und in der medizinischen Obhut von Dr. Weizak (Herbert Lom), hat er Halluzinationen, sieht nahende Unfälle und hat seltsame Ahnungen von Dingen die passiert sind und Bezüge zur Gegenwart haben. Widerwillig hilft er dem Sheriff (Tom Skerritt) dabei, einen Mörder zu fassen durch seine Gabe. Bei der Verhaftung passiert eine Tragödie und er schottet sich ab. Jahre später heuert ihn der reiche Roger Stuart (Anthony Zerbe) an um seinem Sohn Nachhilfe zu geben. Der ist Unterstützer des Senatskandidat Stillson (Martin Sheen), ein ruchloser Politiker, für dessen Kampagne auch Johnnys Ex-Freundin arbeitet. Er beginnt, schlimme Vorahnungen zu haben….

David Cronenberg ist mir oft zu bizarr um ihn zu mögen, doch viele seiner Filme sind sowohl kreativ (Existenz) als auch wichtig (A History of Violence). Mit diesem Mystery-Horror Streifen, basierend auf dem Bestseller von Stephen King, schuf er eine ziemlich ungemütliche filmische Befassung mit dem Thema Psychotraumata. Dafür muss man auch kein Psychologe sein, und über-analysieren tu ich das damit auch nicht, wenn ich sage es geht hier um die Fragen von Schuld (2. Weltkrieg), Paranoia (Kalter Krieg) und Post-traumatischem Stress (Vietnam), Themen also die 1983 als der Film herauskam, schon Gegenstand sehr vieler Auseinandersetzungen waren. Stephen King hat sich der Schuldfrage ja unter anderem auch in dem sehr irren Film Apt Pupil gewidmet. Gerade das Ende von Dead Zone erinnert aber vielmehr an Taxi Driver.

Produziert vom italienischen Megaproducer Dino de Laurentiis ist The Dead Zone ein seltsamer Mix aus Horror, Psycho und Gesellschaftskritischem Film. Das Übernatürliche, wofür der Film letztlich am bekanntesten ist, so bekannt dass unter dem Aspekt 2002 auch eine TV-Serie daraus entstand, ist aber meines Erachtens eben nicht das wirklich spannende. Zu keinem Zeitpunkt bestimmt dieser Aspekt den Film so zentral wie die soziopolitischen Kontexte die den Tatsächlichen Kern der Geschichte darstellen. In einem Hauch von Dr. Strangelove geht es am Ende gar darum, die M.A.D., die Mutually-Assured-Destruction, abzuwenden. Johnny wird trotzt seiner Fähigkeiten auch nie zu einer Art Superman, und auch die Lovestory bleibt Beiwerk.

Walken lässt hier noch nicht seine Trademark-Gesprächsmelodie raus und er bleibt auch sonst eher subtil. Eingerahmt von vielen guten Nebendarstellern ist er regelmäßig das empfundene Opfer einer Schicksalswendung die er nicht kontrollieren kann, es aber versucht, bis er daran fast zugrunde geht. Das macht den Film letztlich unglaublich spannend und auch faszinierend: Johnny muss zwischen persönlichem Schicksal, weltpolitischen Entwicklungen, politischer Korruption und menschlichen Schwächen navigieren, was in bester Stephen King Manier eine eher gruslige Story ergibt, bei näherer Betrachtung aber ein zutiefst menschliches Drama. Ein sehr sehenswerter, interessanter (nicht fehlerfreier) Film, der – so ging es mir jedenfalls – ganz anders ist als erwartet.

The Dead Zone

Spanische Lobby Card von THE DEAD ZONE

Die BluRay erschien im Februar als Mediabook, zusammen mit einer Bonus DVD und dem Film als DVD version (die mir beide nicht zur Verfügung standen). Der Film liegt in Deutsch (2.0) und Englisch (2.0 und 5.1, letzteres getestet) alles DTS-HD MA vor, optional (lobenswert) mit deutschen oder englischen Untertiteln. Die Bildqualität ist sehr solide und auch der Ton kann überzeugen, mit leichter Räumlichkeit. Im Mediabook gibt es ein 24-seitiges Booklet. Der Audiokommentar von Stephen Jones und Kim Newman ist sehr informativ, nicht nur für Stephen King Fans interessant, und auch ziemlich unterhaltsam. Darüber hinaus gibt es noch den Trailer, eine Bildergalerie, einige Featurettes (auf der Bonus DVD) und ein Interview mit Stephen King.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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1 Antwort

  1. Frank Hillemann sagt:

    Eine der besten King Verfilmungen. Leider hat er nicht so viel Beachtung bekommen, wie z. B. der, in meinen Augen, wirklich miese Streifen “ Friedhof der Kuscheltiere.