Der Commander

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Commander Jack Colby, ein bewährter Söldner, wird von drei ehrenwerten Herren angeheuert, einen Stoßtrupp nach Kambodscha anzuführen, um das Hauptquartier des mächtigen Drogenlieferanten General Dong zu zerstören. Fast zu spät erfährt er, daß seine Auftraggeber selbst einflußreiche Drogendealer sind und Colby für ihr Intrigenspiel an Dong verraten haben. Colby überlebt wider Erwarten den gefährlichen Einsatz und rächt sich, zurück in Europa, mit einem Knalleffekt. (Ascot Elite)

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Ich war angenehm überrascht von diesem Film. Eigentlich habe ich mich nur dafür interessiert, weil mit Lee Van Cleef, Donald Pleasence, Lewis Collins, Manfred Lehmann, John Steiner, Brett Halsey, Thomas Danneberg, Christian Brückner und Frank Glaubrecht eine fantastische, internationale Besetzung am Start ist. Ansonsten habe ich eher einen weiteren schlechten Action-Film aus den Achtzigern erwartet. Hiermit lag ich allerdings mehr als falsch. Die Handlung ist von Antonio Margheriti mitreißend und rasant in Szene gesetzt worden, während die Spannung durch den gesamten Film gehalten werden kann. Auch hat der Film mit amoralischen Charakteren, die für Geld so ziemlich alles tun würden, irgendwie etwas „Leone – artiges“ an sich. Die Figuren werden nicht langatmig eingeführt – ein Fehler den viele schlechte Filme begehen – doch durch die Handlungen der Schauspieler erfährt der Zuschauer sehr schnell um welche Art von Menschen es sich hier handelt. Die Dialoge sind im Allgemeinen überraschend gut geschrieben, nur hier und da schwächelt die ein oder andere Konversation ein wenig. Besonders in der Szene wo Henry Carlson (Donald Pleasence) einen alten Kollegen trifft, der untersuchen soll, ob Carlson Verbindungen zum Drogenhandel aufweist.
Neben den Dialogen weiss auch das Schauspiel zu überzeugen, wobei Lee Van Cleef und Donald Pleasence die anderen Akteure (viele bekannte Gesichter aus Italien und Deutschland), die ihre Sache übrigens auch recht gut machen, selbstverständlich an die Wand spielen. Wer sagt Van Cleef hätte zu diesem Zeitpunkt bereits den Zenit seiner „Schauspielkunst“ überschritten, mag damit eventuell sogar richtig liegen, doch in Der Commander ist schon alleine seine Präsenz, wie gewohnt, eindrucksvoll wirksam. Die Action des Films wurde solide in Szene gesetzt, wobei es Margheriti in manchen Szenen gelingt die „Wirren des Krieges“ glaubwürdig einzufangen. Weiterhin schafft es der Regisseur seine Szenarien nicht im Hollywood-Stil zu präsentieren, wo der „Held“ vollkommen unglaubwürdig ein Action-Feuerwerk abbrennt und dabei jemanden, auf welche Art und Weise auch immer, rettet oder „heldenhaft“ stirbt. Hier gibt es glücklicherweise sehr wenig bis keinen übertriebenen „Pathos“, wie ihn Hollywood sehr gerne in seinen Kriegsfilmen verwurstet, zu bestaunen. Im Gegenteil, es handelt sich in Der Commander um abgestumpfte, knallharte Söldner, denen es nicht um Menschen, sondern nur um ihren Profit geht und so werden sie auch dargestellt.
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Allerdings gibt es auch ein paar Dinge, die nicht so richtig gut rüberkommen. Die nukleare Explosion ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Mir egal, ob es sich „nur“ um eine „Mini-Nuke“ handeln soll … trotzdem müsste die Detornation sehr viel mehr Durchschlagskraft haben. Auch die Pistolen klingen eher wie die Startpistolen eines Leichtathlethik Wettkampfes und die Söldner sehen nach einer Nacht im Gelände oder einem Einsatz auf dem Schlachtfeld viel zu sauber aus. Naja, so ist das nun mal in Low-Budget Streifen… Die Kinematographie ist sehr ansprechend, während die Atmosphäre vom Haus eines Drogenbosses bis in den Dschungel wunderbar eingefangen wird. Die Musik passt auch klasse zum Film: Low-key und etwas exotisch, den Film nicht dominierend. 
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Alles in allem würde ich diesen Film jedem, der Action, amoralische Figuren und gutes Schauspiel mag, empfehlen. Er ist auf jeden Fall mindestens (schon alleine wegen der deutschen Schauspieler) einen Blick wert.

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  • Format: PAL
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1), Italienisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Ascot Elite Home Entertainment
  • Produktionsjahr: 1988
  • Spieldauer: 104 Minuten
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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde freundlicherweise von Ascot Elite zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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