Der Schrecken der Medusa

The Medusa Touch

The Medusa Touch (Der Schrecken der Medusa) ist ein Mystery-Thriller von 1978 mit Richard Burton, Lino Ventura und Lee Remick in den Hauptrollen. Der Film handelt von John Morlar (Burton), der seit seiner Kindheit von der Wahnvorstellung, er wäre für den Tod und das Leid anderer verantwortlich, verfolgt wird. Als Erwachsener wird ihm das immer deutlicher, denn er kann die Unglücke und Todesfälle in Familie und Umfeld genau seinem Jähzorn zuordnen. Er vertraut sich der Psychiaterin Dr. Zonfeld (Remick) an. Eines Tages wird Morlar vermeintlich Tod in seiner Wohnung aufgefunden – erschlagen. Daraufhin beginnt Austausch-Ermittler Brunel (Ventura), den mysteriösen Morlar zu hinterfragen, der letztlich im Koma noch für Unglück zu sorgen scheint. Am gleichen Tag wie der Angriff auf Morlar stürzte nämlich ein Jumbojet in ein Hochhaus. Ein Zufall? Die Zeichen verdichten sich, dass Morlar die Wahrheit sagt….

The Medusa Touch

Lino Ventura spielt den gewieften Austauschbeamten (das ist also so eine Art Polizisten-Erasmus) aus Frankreich mit Genuss und Hingabe. Etwas unplausibel ist, wie stark er von Beginn an Rückendeckung in seiner Behörde genießt. Der stereotypsiche Polizeifilm-Kontext ist ja, dass auch dem Polizisten erstmal keiner glaubt oder die Vorgesetzten sagen, er solle die Sache ruhen lassen, und so weiter. Nicht hier. In gewohnter britischer 70er Film-Manier baut sich über die Spielzeit des Films eine immer bedrohlicher werdende Kulisse auf, vor der letztlich so eine Art Mensch versus Übernatürlichem Situation sich daraufhin einpendelt, dass es nur wenige Auswege zu geben scheint. Interessanterweise gibt es dabei aber keinen wirklichen Bösewicht, und auch nichts Übernatürliches im Sinne eines Horrorfilms. Der Film ist durch und durch creepy, ein wenig wie ein Stephen King Roman, aber mit noch weniger Plausibilitätsfutter. Das kommt dem Film sehr gut, er ist packend ohne dabei irgendwie schräg zu wirken.

The Medusa Touch

Regisseur Jack Gold ist beispielsweise auch bekannt für das TV-Drama Flucht aus Sorbibor mit Rutger Hauer, The Medusa Touch ist mitproduziert hier von Arnon Milchan (Es war einmal in Amerika), und Elliot Kastner (Angel Heart). Das ganze ist kein billiges TV-Drama mehr, sondern besticht durch subtiles Production Design und gute Darbietung, bis in die Nebenrollen – in denen eine gute Riege vor allem britischer Schauspieler ihr Werk tun, wie z.B. Harry Anders, Alan Badel, Gordon Jackson, Robert Lang und Michael Byrne. Remick sieht etwas blass aus und hat Mühe sich vor der Kamera hier gegen die beiden Platzhirsche Ventura und Burton durchzusetzen, da lässt ihr Gold wenig Raum.

The Medusa Touch

Insgesamt ist der Film definitiv leicht unheimlich auf eine subtile Art. Gute Schauspieler, eine nüchterne Erzählweise und eine langsam sich steigernde Stimmung von Bedrohung machen The Medusa Touch zu einem unterhaltsamen Mystery-Thriller.

Das Bild der BluRay sieht wirklich sehr gut aus und lässt keine Wünsche offen. Die Tonspur (original getestet) klingt sehr solide, untermalt die bedrohliche Musik-Kulisse gut und klingt sauber mit guten Tiefen. Ansonsten ist der Film ja eher ruhig. Es gibt auch die Synchronfassung, und Untertitel auch in beiden Sprachen. Als Extras gibt es einmal den – begrenzt unterhaltsamen aber sehr informativen und gut gelaunten – Audiokommentar mit Regisseur Jack Gold, Filmhistorikerin Kim Newman und Stephen Jones. Wenn man etwas mehr Hintergrund der britischen Filmindustrie hat ist das etwas zugänglicher. Auf der gleichen Scheibe ist dann noch das Featurette „Destroying the Abbey“ (18 Minuten kommentarlose Aufnahmen vom Dreh), die Super-8 Fassung, der englische Trailer und eine Bildergalerie. Auf der DVD ist einmal nochmal das gleiche zu finden. Insgesamt ein rundes Paket für diesen Film wie ich finde.

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Der Schrecken der Medusa BluRay

Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt. Screenshots via Framerated

The Medusa Touch

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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