Der Schrei des Todes / Scream Blacula Scream

In Scream Blacula Scream „lebt“ Blacula wieder und nur die legendäre Pam Grier hat die Macht seine Schreckensherrschaft zu beenden. William Marshall kehrt zurück, als der edle afrikanische Prinz Mamuwalde (der zum blutrünstigen Unhold wurde), in dieser haarsträubenden Fortsetzung des „Furcht erregenden“ Leinwanderfolges Blacula! Diesmal trifft Voodooismus auf Vampirismus, weil Willis (Richard Lawson), der Sohn der verstorbenen Hohepriesterin, Rache an den Kultisten nehmen will, die seine Pflegeschwester Lisa (Pam Grier) zu ihrer neuen Anführerin gewählt haben. In der Hoffnung Lisa verfluchen zu können, erweckt Willis unwissentlich Blaculas irdische Überreste wieder zum „Leben“ und lässt den Prinzen der Dunkelheit sowie seine durchgeknallte Armee von Untoten auf die Menschheit los!

Die lokale Voodoo-Priesterin ist gerade verstorben, weswegen ein Machtkampf darüber ausbricht, wer ihre Position übernehmen soll. Wird es ihr Sohn Willis (Richard Lawson) oder ihre Adoptivtochter Lisa (Pam Grier) werden? Die Anhänger des Kultes wollen darüber abstimmen, doch Willis (dem bewusst ist, dass er gegen Lisa keine Chance hat) führt etwas anderes im Schilde. Er stürmt aus dem Meeting, bekommt einige alte Knochen in seine Hände, mit denen er eine ganz eigene private Zeremonie abhält und einen Zauber wirken lässt, bis die Knochen Feuer fangen. Allerdings scheint das ganze Brimborium nicht zu funktionieren, weswegen sich Willis verärgert zurück zieht. Doch was er nicht sieht, ist der Schatten an der Wand hinter ihm – der Schatten von Blacula (William Marshall), der jetzt auferstanden ist!

Der erste Blacula stellte eine so gute Idee dar, dass nach seinem Erfolg selbstverständlich eine Fortsetzung herausgebracht werden musste, diesmal unter der Regie von Bob Kelljan, dem Mann hinter Junges Blut für Dracula (1970) und Die sieben Pranken des Satans (1971). Der imposante, charismatische William Marshall kehrt als Blacula zurück und wie schon beim Vorgänger erweist er sich als das Beste am Film, obwohl Scream Blacula Scream letztendlich den besseren Streifen repräsentiert. Trotzdem wirkt der Flick als wäre er hastig heruntergekurbelt worden, weil die Filmemacher keine Zeit gehabt hatten ein anständiges Drehbuch zu verfassen (diesmal zeigen sich Maurice Jules, Raymond Koenig und Joan Torres dafür verantwortlich), das der bereits recht klischeehaften Geschichte noch zusätzlich einen Touch von Voodoo verpasst, es allerdings nicht vermag viel Interessantes damit anzustellen.

Blacula oder Mamuwalde, um ihn bei seinem richtigen Namen zu nennen, verschwendet nun keine Zeit, sich mit seinen Vampirzähnen in Willis‘ Nacken zu verbeißen, ohne ihn auch nur ansatzweise danach zu fragen, wovon er eigentlich die ganze Zeit redet. Naja egal, denn jetzt hat Blacula eine neue Kreatur erschaffen, eine Art Renfield, wobei dieser Untergebene seinen ganz eigenen Kopf hat und sich im höchsten Maße darüber bestürzt zeigt, dass er sein Spiegelbild jetzt nicht mehr bestaunen und somit nicht mehr überprüfen kann, wie gut er doch eigentlich aussieht. Blacula verbietet Willis zu einer Party zu gehen, zu der er eingeladen worden ist und geht an seiner Stelle dorthin, wo er die Partygäste mit seinem Wissen über afrikanische Kunst beeindruckt und Gefallen an Lisa findet, die sich zufällig auch dort aufhält.

Doch als Blacula mitbekommt, wie sich eine Frau aus Versehen in die Hand schneidet, steigt die Lust auf Blut in ihm hoch und er verabschiedet sich von der Partygesellschaft. Jedoch nur um eben diese Frau auf ihrem Zimmer zu besuchen und der Unglücklichen das Blut auszusaugen. Danach verlässt er die Party und wagt sich auf die Straße, wo er von zwei Zuhältern angesprochen wird, die einen „Kick yo‘ black ass“ – Dialog anstoßen, woraufhin er sie ordentlich verprügelt und ihnen das Blut aussaugt. Inzwischen schart Blacula eine ganze Clique von Vampirjüngern um sich (anscheinend bekommt man als Vampir auch wirklich starke Probleme mit schlechten Haaren), weswegen es nur noch eine Frage der Zeit darstellt, bis sich nicht nur die Polizei, sondern auch der mit Lisa befreundete Professor Justin (Don Mitchell) für das Phänomen der blutleeren Leichen zu interessieren beginnt.

Scream Blacula Scream hat irgendwie etwas Unbeholfenes an sich, das nicht auf gestelztes Schauspiel zurückzuführen ist, da sich Marshall so beeindruckend wie immer präsentiert und obwohl Pam Grier diesmal eine schwächere Frau spielt, als man es von ihr zu dieser Zeit gewohnt war. Es sind etliche unangenehme stille Momente vorhanden, wobei viele davon überraschend unterkühlt rüberkommen, abgesehen von den kurzen Augenblicken von zähnebleckender Gewalt. Wahrscheinlich herrschte große Unsicherheit darüber, wohin die Geschichte eigentlich führen soll, denn letztendlich ist Blacula fest dazu entschlossen, Lisas Voodoo-Kräfte zu nutzen, um ihn in einem enttäuschenden Finale (das mit einem Polizeiangriff auf die Vampirschergen kombiniert wird) für immer von seinem Fluch zu befreien. Der Film baut seltsamerweise auch überhaupt gar keinen richtigen Höhepunkt auf und endet ganz plötzlich, so wie es auch die Film-Reihe tat, nachdem das Publikum Scream Blacula Scream nicht so angenommen hatte, wie den ersten Blacula-Flick.

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  • Seitenverhältnis: 16:9 – 1.85:1
  • Regisseur: William Crain, Bob Kelljan
  • Medienformat:‎ PAL, Import
  • Laufzeit:‎ 2 Stunden und 50 Minuten
  • Darsteller:‎ Pam Grier, William Marshall
  • Sprache: Englisch (PCM Stereo)
  • Studio: Eureka Entertainment Ltd

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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