Der Tod kommt zweimal (Body Double)

Der Tod kommt zeimal / Body Double

Body Double (Der Tod kommt zweimal) ist ein Thriller von Brian de Palma aus dem Jahr 1984. Da Kollege Bluntwolf dem Film bereits eine ausführliche Besprechung gewidmet hat, fasse ich mich eher kurz und konzentriere mich weiter unten vor allem auf die neue BluRay von Koch Films. Clickt also erstmal durch zu seinem Artikel und kommt dann wieder hier her. Ich warte.

Body Double handelt von dem abgehalfterten Schauspieler Jake (Craig Wasson) der durch Zufall in die Situation kommt, auf ein schickes Penthouse in den Hollywood Hills aufpassen zu dürfen. Sein neuer Bekanter Sam (Gregg Henry) hat ihm den Gig besorgt, und bevor der abreist, weiht er Jake noch in das Sahnbehäubchen ein: durch das Teleskop kann man jeden Abend zur gleichen Uhrzeit eine rjungen Dame aus einer Wohnung am gegenüberliegenden Hügel beim lasziven Tanzen im Schlafzimmer zusehen. Fasziniert, beobachtet er weiter.Als Jake eines Abends aber sieht wie die Dame geschlagen und beraubt wird, steckt er in einem Dilemma. Umso mehr, als er sich sicher ist, die Dame wird verfolgt. Er stellt ihr nach und lern sie als Gloria (Deborah Shelton) kennen, doch als eine Nacht später wieder ein mysteriöser Maskierter bei ihr eindringt, kommt er zu spät….

Der Tod kommt zeimal / Body Double

Natürlich ist an der Story noch mehr Fleisch, aber ich will ja nicht alles verraten. Was den Thriller erst so richtig in Gang bringt ist letztlich, dass Jake den Tanz später wieder erkennt, und ihn das ins kalifornische Pornofilme Mileu bringt. Was der Zuschauer weiß oder ahnt, er aber nicht, ist die Identität des Killers. Und die klaustrophobischen Anfälle die er auch am Set hat (vielleicht ein Grund warum er als Schauspieler noch wenig Erfolg hat, wer weiß), spielen ebenfalls eine Rolle.

Ich habe die krasesen Kritiken gesehen von diesem Film, er soll besser als Hitchcock’s Das Fenster zum Hof sein (dem dieser Film direkt nachempfunden ist). Nein. Man sollte die Kirche schon im Dorf lassen. Nun sind wir bei Nischenkino auch mit de Palma durchaus vertraut (Die Verdammten des Krieges, Blow Out oder Sisters) und schätzen ihn, aber ich finde dieser Film ist weder ein Geniestreich noch ist er so smart wie er daherkommt. Ich kann mir aber vorstellen dass das einfältige 80er Publikum aus diesem Verwirrspiel eine Sensation gemacht hat. Doch der ist einfach schlecht gealtert. Er strotzt nur so von typischen 80er Schlampereien und Logikfehlern, seltsamen Verhaltensweisen und Glaubwürdigkeitsproblemen. Das Ende letztlich soll diesen auf mehreren Ebenen verschachtelten Film so eine Art Sahnehäubchen aufsetzen und man kann dasn wild interpretieren versuchen, aber es ist letztlich total unbefriedigend und hinterlässt einen mit einem „und jetzt, was soll das?“ Gefühl.

Der Tod kommt zeimal / Body Double

Nun ist der Film alles in allen trotztem handwerklich recht gut gemacht, sehr Pop und voller Kameratricks. Aber das Problem des Films fängt schon beim Hauptdarsteller an, der macht sicher alles richtig aber wer zum Geier ist Craig Wasson? Man stelle sich vor Alfred hätte Jimmy Stewart’s Rolle mit irgend einem Nobody besetzt, niemand würde mehr von dem Film reden. Die hübsche Deborah Shelton trägt in ihrer mysteriösen Rolle den Film eigentlich eher selbst, der oft ins Cliche gecastete Gregg Henry (Payback) ist kaum zu sehen und Melanie Griffith taucht sehr spät auf und ihr Charakter Holly lebt auch nicht lange. Craig Wasson, das musste ich erst mal suchen. A Nightmare on Elm Street 3 ist vielleicht noch das bekannteste nach diesem Film, interessanter ist höchstens noch was er vorher gemacht hat. Da tauchen Filme auf wie Schizoid von 1980 oder The Outsider von 1979 und auch Rollercoaster, alles Nebenrollen. Naja, nichts für Ungut Craig.

Der Tod kommt zeimal / Body Double

Koch Films bringt eine angemessene neue Sammleredition des Films, und zwar bestehend aus zwei BluRay-Discs und einer DVD. Zunächst sieht der Film sauber 4K-abgetastet unt restauriert sehr gut aus, fast schon ein wenig zu gut, denn der 80s-Look kommt da noch mehr raus. Das Bild ist detailreich und bietet schillernde Farben, eine wirklich ausgezeichnete Präsentation des Films, dem Alter entsprechend. Der Ton hingegen hat mich nicht so mega überzeugt. Während es für die deutsche Synchronfassung nur eine 2.0 Stereospur gibt (nicht getestet), hat man beim Originalton die Wahl zwischen einem 5.1-Upmix und der 2.0-Spur. Egal welche man wählt, ich finde den Mix nicht toll, die Musik ist einfach sehr dominant und darunter leidet nicht zuletzt die Dialogverständnlichkeit. Zumal viel Surround-Effekte eh nicht am Start sind, der Mehrwert des Upmix ist entsprechend minimal. Die Musikspur kann man als Extra übrigens auch gesondert anwählen, falls man nach dem Film davon noch nicht genug haben sollte. Untertitel liegen sowohl Deutsch als auch Englisch bei.

In den Extras findet sich einmal eine Vollbildfassung (vermutlich Open Matte-Version, nicht getestet) und einiges mehr. da die Extras aber fast alle auf der Bonus BluRay sind (bis auf Trailer und Bildergalerie) und mir diese nicht vorlag kann ich dazu nichts sagen, außer dass die Doku „Pure Cinema“ recht namhafte Interviewpartner versammelt und 2007/2008 erschien, man findet sie auf IMDb. Das wäre interessant gewesen. Hinzu gesellen sich noch vier Featurettes, die Vollbildfassung des Films. Dem Mediabook liegt ein Booklet mit Texten von Stefan Jung bei. Insgesamt ein hervorragendes Paket für diesen Film, bei dem Fans voll auf ihre Kosten kommen.

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Die BluRay wurde uns zur Verfügung gestellt

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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