Der Todesspeer des Shaolin / Wu Lang ba gua gun / The 8 Diagram Pole Fighter

Eine heldenhafte Familie wird auf dem Schlachtfeld hintergangen und massakriert, wobei nur zwei der sieben Brüder (Gordon Liu #5 und Alexander Fu Sheng #6) das Gemetzel überleben. Einem Überlebenden (Gordon Liu Die 36 Kammern der Shaolin, 1978) gelingt die Flucht in einen Shaolin-Tempel, wo ihn sein Blutrausch und sein Durst nach Rache zunächst mit den Mönchen in Konflikt bringen. Als er erfährt, dass seine Schwester von denselben Bösewichten gefangen genommen wurde, die seine Familie zerstört haben, verlässt er das Kloster, um sie zu retten und den Verrat an seiner Familie zu rächen.

Die beträchtliche Menge an Schlägereien und Zahnentfernungen, die in Der Todesspeer des Shaolin präsentiert werden, ist als absolut erstaunlich zu bezeichnen. Obwohl der Film bei einigen Aspekten des Plots ins Stocken gerät, lässt Lau Kar Leung die Action sprechen und füllt diesen Film bis zum Rand mit Massenschlachten und einer epischen Geschichte über Verrat und Rache an. Dies lässt einen Film entstehen, der zwar nicht perfekt ist, Martial Arts Fans mit seinen klassischen Sequenzen jedoch mit Sicherheit überzeugen wird. Die Familie der Yangs wurde verraten. Der hinterhältige Pan Mei hat die sieben Brüder und deren Vater bei einer Schlacht direkt in einen Hinterhalt gelockt, in dem alle außer zwei der loyalen stabschwingenden Söhne und ihr Vater getötet werden. Da der sechste Bruder (Alexander Fu Sheng) nach diesem furchtbaren Erlebnis „leicht“ wahnsinnig geworden ist und die Realität nicht mehr fassen kann, muss sich der fünfte Bruder (Gordon Liu) um den Verräter kümmern und den richtigen Zeitpunkt abwarten, um Rache zu nehmen und den Namen seiner Familie wiederherzustellen.

Der Todesspeer des Shaolin erzählt diese großartige epische Geschichte von familiären Leiden, politischer Intrige und einem Mann, dem es verzweifelt nach Rache dürstet … doch dem Film gelingt es nie das richtige Tempo zu finden. Der erste Kampf (mit seinen ziemlich offensichtlich gemalten Sets) bereitet die Bühne für eine epische Geschichte zweier Brüder vor, die aufgrund des Todes von Alexander Fu Sheng (er kam während der Dreharbeiten bei einem Autounfall ums Leben) drastisch gekürzt bzw. abgeändert werden musste. Die offensichtlich fehlenden Elemente haben ihren Ursprung in dieser Tragödie, während der Film verzweifelt daran festzuhalten scheint, sich an die andere Hauptfigur (Gordon Liu) zu klammern. Dadurch geht selbstverständlich das Gleichgewicht der Charaktere verloren, um das sich der Film zu Beginn bemüht. Von dort aus möchte der Streifen die dramatischen Elemente zu sehr vorantreiben, was manchmal funktioniert (zum Beispiel, wenn Liu das Rasierritual durchführt) manchmal jedoch auch nicht die erforderliche emotionale Verbindung herzustellen vermag. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Momenten, die für einige großartige Szenen sorgt, letztendlich jedoch nicht die nötigen Emotionen liefert, um sie bis zum Ende durchziehen zu können.

Das geht aber alles in Ordnung, da Lau Kar Leung weiß, wonach Fans in einem Flick wie diesem suchen und dass das erfolgreiche Geschichtenerzählen den fantastischen Kampfkunstsequenzen untergeordnet wird. Anfangs scheint der Film ein wenig von der Anzahl der Kämpfe abhängig zu sein, wobei er sich auf großartige Arbeit mit den Kampfstäben und kleinere, intensivere Momente konzentriert (wie die Verteidigung der Jägerhütte). Je länger der Film allerdings läuft, umso besser wird er. Dies führt zu einer letzten von Rache dominierten Konfrontation mit unserem Helden und seiner Schwester gegen eine kleine Armee von Kämpfern. Während diesem finalen Kampf verlieren so verdammt viele Soldaten ihre Zähne – und Ihr dachtet, im ersten Absatz wären seltsame Aussagen getroffen worden – sodass mehrere Betrachtungen erforderlich sind, um alles in sich aufnehmen zu können. Es laufen so viele Leute herum, die Prügel einstecken sowie austeilen, sodass dies ganz einfach als überwältigend bezeichnet werden muss … und zwar auf all die großartigen Arten und Weisen der Shaw Brothers.

Der Todesspeer des Shaolin mag vielleicht einige Probleme mit dem Geschichtenerzählen haben (aus o.g. Gründen) und möchte zudem viel mehr sein, als er letztendlich ist, doch seine Choreografien und Kampfsequenzen können einen großen Teil der Handlungslöcher und seltsam unterentwickelten Charaktere ausgleichen. Es handelt sich hier definitiv um einen charmanten Film mit dem man eine tolle Zeit haben kann. Martial Arts Fans werden den Streifen lieben.

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 2.35:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 16 Jahren
  • Medienformat : Dolby, Limitierte Auflage, PAL, Breitbild
  • Laufzeit : 8 Stunden und 12 Minuten
  • Untertitel: : Deutsch
  • Sprache, : Deutsch (Dolby Digital 2.0), Mandarin (Dolby Digital 2.0), Kantonesisch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio : Koch Media GmbH – DVD

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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