Die Brut des Adlers

Vietnamveteran Jim Malden lebt seit dem Tod von Frau und Kind als Einsiedler auf einer Insel, die sonst nur von seltenen Vogelarten bewohnt wird. Sein einziger Kontakt zur Aussenwelt besteht in der schönen Stella Clayton und ihrem Sohn. Bis mit Mike Walker ein Eindringling das paradiesische Naturreservat bedroht. Er soll im Auftrag des zwielichtigen J.P. Whittier äusserst seltene Adlereier stehlen und ahnt nicht, dass er in Malden einem ebenbürtigen und gefährlichen Gegner gegenübersteht.

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J.P. Whittier (Donald Pleasence), ein obsessiver und sehr wohlhabender Sammler von Vogeleiern, versucht an die erst neulich entdeckten Eier einer bestimmten Adlerart heranzukommen. Obwohl Whittier bewusst ist, dass er die Adlerart mit seinem Vorhaben zum Aussterben verdammt, verfolgt er hartnäckig seinen Plan. Da das einzig bekannte Nest auf der Spitze eines steilen Felsens liegt, heuert er den erfahrenen Bergsteiger Mike Walter (Powers Boothe) an, um die Eier zu stehlen. Walker kann Whittiers Motivation dahinter zwar nicht nachvollziehen aber auch nicht der immensen Summe Geld, die als Belohnung auf ihn wartet, widerstehen. Allerdings gibt es bei der Sache ein Problem. Das Nest befindet sich auf dem Besitz von Jim Malden (Rutger Hauer), einem zurückgezogen lebenden, exzentrischen Naturschützer, der seine Privatsphäre und vor allem die Flora und Fauna auf seinem Land mit Nachdruck beschützt.

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Dabei geht er sogar so weit, dass er Jäger, die unberechtigter Weise auf seinem Besitz jagen, mit einer Armbrust angreift. Aus diesem Grund stellt sich Walker bei Malden als Naturfotograf vor. Er möchte damit dessen Vertauen erschleichen, was sich zunächst als ziemlich schwierig herausstellt, später aber mit Hilfe einiger Tricks gelingt. Cathleen Turner spielt Stella Clayton, eine lokale Ladenbesitzerin, an der beide Männer stark interessiert sind. Stella ist wahrscheinlich eine Witwe, geschieden oder Ähnliches, denn sie hat einen Sohn Adam, der sich sehr gut mit Jim versteht und in ihm eine Vaterfigur sieht.

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Jim, der durch den Verlust seiner Familie und schlimme Kriegserlebnisse stark traumatisiert scheint, kann seine Gefühle Stella gegenüber nicht ausdrücken. Als Mike auf der Bühne erscheint und nicht nur Interesse an Jims naturbelassener Insel zeigt, verkomplizieren sich die Dinge für Jim. Ausserdem bereiten ihm Wilderer auch weiterhin Probleme.

„Mitten hinein ins aufkeimende Umweltbewusstsein der frühen 80er Jahre zielte dieses frühe Ökoabenteuer von Philippe Mora, der neben eindrucksvollen Naturaufnahmen ganz auf die Zugkraft der Hollywoodstars Rutger Hauer („Blade Runner“) und Kathleen Turner („Der Rosenkrieg“) setzt. Toll fotografierte Action im Dienste des Tierschutzes ist das Ergebnis, das seinen Platz unter den Kultfilmen der 80er Jahre sicher hat.“ (Koch Media)

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Nun, der Film ist sicherlich gut fotografiert und auch die Umwelt- und Tierschutzbotschaft kommt gut rüber aber ob er Kult ist oder nicht, darüber läßt sich bestimmt streiten. Meiner Meinung nach fehlt es dem Streifen an dramatischer Spannung und emotionaler Einbindung. Der „Oberbösewicht“ Whittier spielt eigentlich keine große Rolle, während Walker, auch schon zu Beginn des Films, nie als wirklich „böse“ erscheint und am Ende sogar überhaupt nicht mehr. Nein, er hat sich vielmehr von Stella und Jim zum Umweltschutz bekehren lassen. Malden präsentiert sich nicht immer vollkommen symphatisch, sondern eher etwas zu fanatisch und obsessiv was seine Insel betrifft. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Mann wohl schon so einige Seelenqualen durchstehen musste und deshalb teilweise extrem abgestumpft wirkt. So macht es ihm nichts aus Wilderer schwer bzw. tödlich zu verletzen. Selbstverständlich bringt die Anwendung von Gewalt nichts Anderes als Gegengewalt hervor.
Der Plot verläuft leider nicht besonders geradlinig aber dafür gibt es eine Erklärung. Eine von vier Filmrollen ging nach dem Dreh verloren, weswegen Philippe Mora vom übriggebliebenen Material irgendwie eine einigermaßen zusammenhängende Geschichte konstruieren musste. Ausser ein paar attraktiven Landschaftsaufnahmen Nord Carolinas ist „A Breed Apart“ ein routinemäßiger Actionthriller, der nicht sonderlich „thrilling“ ist.

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Die DVD

Das Bild wird uns im 1,85:1 (16:9) Format präsentiert und macht einen guten Eindruck. Farben, Kontrast und Schärfe sind allemal in Ordnung. Auch beim Ton kann man wirklich zufrieden sein. Es ist eine deutsche und eine englische Spur vorhanden, beide Spuren bieten annehmbaren Klang. Das Bonusmaterial besteht aus einer Bildergalerie mit seltenem Werbematerial. Ein Trailer sowie Untertitel fehlen leider.

Urteil

Koch Media gelingt vom technischen Standpunkt ausgesehen eine gute Veröffentlichung. Was den Film betrifft kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Ich persönlich war etwas enttäuscht und hatte mir mehr von „Die Brut des Adlers“ versprochen. Wer weiss was für ein Produkt herausgekommen wäre, wenn nicht eine Filmrolle verlorengegangen wäre!? So ist der Film weder Fisch noch Fleisch. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, doch das Editing lässt zu wünschen übrig und die Geschichte versteht es nicht den Zuschauer gefühlsmäßig einzubinden. Gleichzeitig ist die Handlung viel zu vorhersehbar, weswegen so gut wie keine Spannung aufkommen kann. Der Film ist nur ausgewiesenen Rutger Hauer oder Kathleen Turner Fans zu empfehlen. Ansonsten besser die Finger davon lassen, besonders wenn man einen action-orientierten „Reißer“ erwartet.

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Diese DVD wurde uns freundlicherweise von der Koch Media GmbH zur Verfügung gestellt. Covergestaltung sowie Verpackungsmaterial standen uns zur Beurteilung nicht zur Verfügung.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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1 Antwort

  1. Simon Gelten sagt:

    I agree with your review, Bluntwolf. Not really a very suspenseful movie, but cinematography and acting are fine. Any film with Hauer and Boothe is worth a watch.