Die glorreichen Reiter

Glory Guys

The Glory Guys (Die glorreichen Reiter) ist ein relativ generischer Kavallerie-Western von 1965. Er erzählt die Geschichte eines bunt zusammen gewürfelten Regiments unter der Führung des jungen Captain Harrod (Tom Tryon). Er muss einen Misch aus Freiwilligen, Hochzeits-Flüchtlingen und Verbrechern Manieren beibringen, ihnen Reiten und Kämpfen lehren und sich im Fort gegenüber Vorgesetzten, Kritikern und Rivalen beweisen. Zu der lausigen Truppe gehört zum beispiel der ungestüme junge Ire, Private Dugan (James Caan) aber auch der alte Haudegen Sergeant Gregory (Slim Pickens). Ein ganz besonders spezieller Fall von Konkurrent ist sein alter Freund Sol Rogers (Harve Presnell), der ebenso wie er um die Liebe der jungen Witwe Lou Woddard (Senta Berger) buhlt. Unter den argwöhnischen Augen von General McCabe (Andrew Duggan) schleift er seine Truppe zurecht, doch der General hat etwas anderes im Sinn. Er plant einen Angriff auf die Sioux, und zwar ohne auf den Rest der Truppen zu warten  – er will den Ruhm selbst einstecken, und eine Provokation der Indianer braucht er dafür auch nicht. Harrod kennt den Plan, und wird mit seinen Mannen dafür zur Vorhut verdonnert….

Nach einem großartigen Vorspann, der optisch – aber nicht musikalisch – auch von einem Italowestern hätte sein könnten, taucht man ein in einen klassischen Kavallerie-Film. Herrliche Panavision-Aufnahmen von James Wong Howe (The Old Man and the Sea), untermalt von einer Auftrags-Arbeit von der Stange von Riz Ortolani (Day of Anger). Das Drehbuch stammte (in einer Frühversion) von Sam Peckinpah (Bring me the head of Alfredo Garcia), der angeblich auch als Regisseur im Gespräch war. In den Regiestuhl holte man Arnold Laven (Als Jim Dolan kam). Wenn man heute das Oevre Peckinpahs kennt, merkt man dass vieles an dem Film nicht so ist wie er es gemacht hätte. Gleichzeitig erkennt man seine Handschrift im Film sehr deutlich, darin steckt viel Politik und derbes Material, für einen Edelwestern viel rauer Umgangston und ein bitteres Ende. Als Film ist er insgesamt nicht annähernd so eine sehenswert wie der kurz vorher erschienene Major Dundee, der jetzt auch auf BluRay erhältlich ist.

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Die BluRay bietet deutschen und englischen Ton, der auch recht solide klingt (abzüglich etwas Rauschen), jedoch nur englische Untertitel. Dafür gibt es jede Menge Extras, mit denen die Scheibe deutlich aus der Reihe ausbricht (Koch ist bei #62 angekommen). Da wäre zunächst ein Audiokommentar von Peckinpah-Experte Mike Siegel, wie immer unglaublich informiert und auch unterhaltsam. Ebenfalls von Mike ist ein fast halbstündiges Interview mit Senta Berger „Passion and Poetry: Senta and Sam“ (26min – das gab auch auf der Twilight Time BluRay), bei der man oft vergisst wie lange die schon auch international im Geschäft ist – und beneidenswerter Weise eigentlich immer noch. Ein Featurette über Kamermann James Wong Howe „The James Wong Howe Story“ (8min – auch auf der Twilight Time) wurde damals wohl auf 8mm gedreht und in den 90ern auf VHS übertragen, entsprechend sieht die Qualität hier aus, aber es ist ein interessantes Zeitdokument. Dazu kommen noch der deutsche Vor- und Abspann, der US Trailer, etwas internationales Werbematerial („Promoting the Glory Guys“) und eine Bildergalerie. Was nicht von der Twilight Time Scheibe übernommen wurde ist ein Audiokommentar mit Seydor, Simmons und Redman.

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Die glorreichen Reiter

Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Glory Guys

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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