Die Narbenhand

Die Narbenhand (This Gun for Hire) ist ein Krimi von 1942 der bei Koch Media in der Film Noir Collection auf DVD bereits die #24 tragen darf. Die Sammlung gedeiht schön und stetig.

Dieser handelt von einem einsamen Killer namens Raven (Alan Ladd), der bei einem Auftrag zu viel Vertrauen in den Auftraggeber setzt, den Nachtclub-Besitzer Gates (Robert Preston), und Ziel von Ermittlungen wird. Gestohlene Chemieformeln, ein US-Senator, die Japaner, und eine hübsche Sängerin namens Ellen (Veronica Lake), in der sich Raven verliebt, es ist ein Fall von großer Tragweite, der in Los Angeles den Killer gegen einen Chemiekonzern ankämpfen sieht.

This Gun for Hire ist ein meisterhafter früher Film Noir von Frank Tuttle, dessen persönliches Schicksal in diesen turbulenten Zeiten des Kalten Kriegs im beiliegenden Booklet auch skizziert werden. In leicht melancholischen Zügen wird der Antiheld des Stücks quasi als Vehikel für eine Geschichte genutzt, die größer ist als das was man auf der Leinwand in den Gesichtern der Protagonisten wirklich sehen kann. Eine Verschwörung vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs, politische Korruption, Auftragsmord, Hochverrat. Doch eigentlich sehen wir nur Raven, wie er hin und hergerissen zwischen Auftrag, Femme Fatale und Pflichtbewusstsein fast schon verloren wirkt.

Es ist oft die Rede davon, wie der Film Vorbild für Le Samourai sei, ich fand auch dass sich Leon – Der Profi hier einiges abgeguckt hat. Graham Greenes (Der Stille Amerikaner) Geschichte wurde hier für die Zeit leicht adaptiert und zu einem stilprägenden Film umgesetzt, der gegen Ende wunderbar skurril wird und ambitionierter scheint als der Film es eigentlich sein konnte. Veronica Lake könnte man dabei leicht fehlbesetzt einstufen. Ich fand die Rolle hätte eine etwas mysteriösere, erwachsene Darstellung erfordert. Mit Alan Ladd jedoch hat man gut gepunktet, und teilweise wird der Film auch als die Zündschnur seiner Karriere bezeichnet. Insgesamt fand ich This Gun For Hire sehr spannend, künstlerisch sehr wertvoll und irgendwie zum Nachdenken anregend. Ich muss aber auch sagen, dass mich aufgrund der Besetzung der Film etwas zu wenig berührt hat.

Der Film kommt wie für die Reihe üblich in einem schönen schlichten Mediabook (das FSK Siegel lässt sich problemlos ablösen) mit einem eingeklebten Booklet, das 6 Seiten Text von Frank Arnold und zwei Bilder enthält. Nicht viel, aber es gleicht den Mangel an Extras auf der Scheibe ein klein wenig aus, auf der nur der Kinotrailer enthalten ist. Der Aufsatz rahmt den Film ein wenig ein, historisch und interpretatorisch, definitiv lesenswerte Gedanken dazu. Die Qualität ist grundsolide, sowohl das sw Vollbild als auch der Ton (Englisch getestet), aber man sollte nicht zu viel erwarten.

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Die DVD wurde uns von Koch Media zur Verfuegung gestellt.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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