Die Söldner / Killer Force / The Diamond Mercenaries

Mitten in der südafrikanischen Wüste. Mike Bradley ist für die Sicherheit einer Diamantenmine zuständig. Vom Verwalter Nelson erhält Bradley den Auftrag, mit einer Gruppe Söldner unter Major Chilton zum Schein einen wertvollen Diamanten zu stehlen, um so an einen gewissen Lewis zu gelangen. Hinter dem Plan steckt Minenchef Webb, der sich an Bradleys Freundin Claire heranmacht. Bradley geht in die von Webb gestellte Falle und wird mit seinen Leuten durch die Wüste gehetzt. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. (Caroland)

Manchmal schließen sich Schauspieler einem Projekt an, um kreative Wünsche zu erfüllen, die von Material angezogen werden, das neu entdeckte Bereiche dramatischen Ausdrucks bietet und sie herausfordert über ihre Fähigkeiten hinauszugehen sowie neue berufliche Erfolge zu erzielen. In anderen Fällen möchten Schauspieler einfach nur einen kostenlosen Urlaub genießen. Sehr wahrscheinlich war letzteres die Hauptmotivation für die Besetzung von Die Söldner, der die berühmten Künstler in die trockene Wildnis Südafrikas schickte, um sie dort im Sand herumtollen sowie mit Gewehren herumballern zu lassen, mit Maud Adams rumzumachen und verschiedene Fahrzeuge in die Luft zu jagen. Nicht, dass irgendetwas falsch daran wäre eine besondere Ecke der Welt besuchen zu wollen, doch Killer Force hätte bei der Konstruktion der Geschichte eines Überfalls, der schief gelaufen ist, mehr auf erzählerische Betonung setzen können. Optisch gesehen bietet sich dem Betrachter ein atemberaubender Film, der es bestens versteht seine einzigartigen Drehorte auszunutzen, die ein weites Spielfeld für kriminelle Aktivitäten bieten. In Bezug auf die Geschichte fehlt jedoch etwas essentiell Wichtiges in all ihren Drehungen und Wendungen, die explosivere Ereignisse erfordern, um diesen angenehmen aber wenig bemerkenswerten Thriller verzieren zu können.

Bei der Syndicate Diamond Corporation, deren südafrikanische Einrichtung von einem Insider infiltriert wird, der Diamanten stiehlt und sie für künftige Abtransporte in der Gegend versteckt, klären sich die Dinge langsam auf. Die Bosse sind verstört aber machtlos und bringen den hochrangigen Sicherheitsbeamten Webb (Telly Savalas) an Board, um kriminelle Interessen aufzudecken. Seine unversöhnlichen Methoden schieben die traditionellen Bemühungen zur Eindämmung des Diebstahls beiseite. Mitten drin in dem Schlamassel steckt Bradley (Peter Fonda), ein von Nelson (Victor Melleney) geschätzter Mitarbeiter. Als bekannt wird, dass ein Team von Söldnern, darunter Anführer Lewis (Hugh O’Brian), Vollstrecker Chilton (Christopher Lee) und Rabauke Alexander (OJ Simpson), das Grundstück umkreist und nach Ärger sucht, wendet sich Nelson heimlich an Bradley, um Hilfe zu erhalten. Er bietet an sich bei einer Mission als Diamantendieb auszugeben, um die Schurkengruppe bei den Minenbeamten zu entlarven. Ohne Webbs Wissen beginnt Bradley seine Suche und lässt seine Freundin Clare (Maud Adams) zurück, um Kontakte zu knüpfen und seine Aufgaben zu erfüllen. Als die Kommunikationskette jedoch aufgrund eines Mordes durchbrochen wird, sieht sich Bradley zwischen Webbs Verfolgung und Lewis‘ Bedrohung gefangen und zwar mitten im Nirgendwo, wo er nun versuchen muss zu überleben.

Killer Force strahlt Nachsicht aus. Die Haupttitel (die sich hinziehen, um die Laufzeit zu verlängern) identifizieren Savalas‘ personalisierte Garderobe und zeigen wie der Schauspieler in jeder Einstellung seine modischen Stoffe vorführt, wobei das Versprechen von feiner Kleidung vielleicht der einzige Grund für die Ikone war, um überhaupt an der Produktion teilzunehmen. Die Anforderungen werden eindeutig erfüllt, wobei auch das Drehbuch die richtige Idee hat: es bietet halbinteressierten Schauspielern zähe Rollen an und erzählt eine spannende Geschichte über Diamantendiebstahl, an der mehrere Parteien in der Wüste beteiligt sind. Wahre Aufregung fehlt, doch die Eröffnung von Die Söldner zeigt ein Paar von unvorbereiteten Dieben, die im Sand Diamanten ausgraben wollen, angesichts der Macht der Sicherheitskräfte des Unternehmens, die nicht herumspielen, wenn sie diejenigen verfolgen, die versuchen, ihre Waren zu stehlen.

Webb verkörpert den Alpha-Mann der Organisation. Er ist ein Mann der Tat, der sich weigert von seinen Pflichten zurückzutreten und die Diamanten, die er bewachen soll, umso heftiger beschützt. Die Söldner verwandelt sich dann recht bald in einen Heist-Movie, der sich Zeit lässt, um Persönlichkeiten zu identifizieren und die Spieler in diesem seltsamen Spiel zu etablieren, einschließlich Bradley, der eine gedrosselte Beziehung zu Clare, einem erfolgreichen Magazinmodell, unterhält. Lewis repräsentiert das Ärgernis von außen und plant mit seinen Männern etwas Großes, das Teamwork, Timing und viel Munition erfordert. Er arbeitet mit Leuten wie Chilton zusammen, der Menschen sehr gerne mit seinen geliebten Messern aufschlitzt sowie Alexander, der bei der Diamantenfirma arbeitet und das Verbrechen in Gang setzt. Das Drehbuch ist nicht scharfsinnig genug, um Klischees herauszufordern, doch es gibt Momente der Spannung, die funktionieren, während Bradleys Wechsel vom Firmenmann zum Köder ansprechend gestaltet wurde und einen vielversprechenden zweiten Akt erschafft, bei dem der müde Mann die Anforderungen von allen Seiten ausbalancieren muss.

Regisseur Val Guest (The Quartermass Xperiment / Schock, 1967 Casino Royale) nimmt bei Killer Force eine Gesellenposition ein, hält das Unternehmen im Fokus und in Bewegung, lehnt Stil ab, feiert aber die südafrikanischen Drehorte durch ausgedehnte Hubschrauberaufnahmen der Landschaft. Der Streifen ist ansehnlich und bietet helle Bilder. Guest begegnen auf dem Weg einige Überraschungen, einschließlich der umfangreichen Sicherheitsanstrengungen der Mine, wenn Mitarbeiter das Gelände verlassen möchten. Denn dann müssen sie sich verschiedenen oralen und analen Untersuchungen unterziehen, um Schmuggelpläne einzuschränken. Hier fehlt ein kreativer Fingerabdruck, wobei Guest ohne viel Enthusiasmus Schießereien und Explosionen anbietet und mit bekannten Elementen für Spannung sorgt, während das Drehbuch etliches an Verrat heraufbeschwört, der Bradleys Ziel noch zusätzlich erschwert. Der Film präsentiert sich nicht dynamisch, manchmal allerdings recht rau, wobei er Gewalt walten lässt, um das Interesse der Zuschauer regelmäßig wieder anzukurbeln.

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  • Darsteller: Telly Savalas, Peter Fonda, O. J. Simpson, Christopher Lee, Maud Adams
  • Regisseur(e): Val Guest
  • Komponist: Georges Garvarentz
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (Dolby Digital 2.0 Surround)
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Caroland
  • Produktionsjahr: 1975
  • Spieldauer: 95 Minuten

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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