Die Superfaust der Shaolin / Superpower / Wu zhuang yuan

Kangs Vater ist bei einem Kampf gegen fünf Herausforderer getötet worden. Jahre später sinnen Kang und seine zwei Brüder auf Rache. Ihre Opfer sind die fünf Söhne der damaligen Herausforderer. Kang hat einen heimtückischen Plan entwickelt. Durch Intrigen hetzt er seine Gegner gegeneinander auf. Mit hinterhältigen Tricks besiegt er so einzeln seine Gegner, quält und demütigt sie. Nur Chung, einer dieser fünf Männer durchschaut diese dreckigen Intrigen und lässt sich in einer Spezial-Kampftechnik ausbilden. Dann tritt er gegen Kang und seine gewissenlosen Brüder an. (Schröder Media)

Der einmalige indonesische Kampfkunststar Billy Chong (alias Will Dozan) tritt seinen Gegnern in diesem Kung-Fu-Fest der frühen 80er Jahre ernsthaft in den Hintern. Ziemlich ähnlich angelegt wie Se ying diu sau (Die Schlange im Schatten des Adlers) und Zui quan (Sie nannten ihn Knochenbrecher, beide 1978) verteidigt Billy Chong in Die Superfaust der Shaolin die Ehre und das Leben seines Vaters, der als nächstes auf der Abschussliste des Horse Fist Clans steht. Die Mitglieder des Clans wurden von ihrem sterbenden Anführer angewiesen, sich an den Kung-Fu Meistern zu rächen, die ihn vor vielen Jahren beschämt haben. Billies Vater soll als nächster an die Reihe kommen, weswegen Billy, nach einigen Possenspielen, seine Fähigkeiten im Nature Fist Style verbessern muss, wenn er den Clan stoppen und dessen tödlichen Horse Fist Style besiegen will.

Während der Streifen einen extrem typischen Kung-Fu Film für das Ende der 70er Jahre, bzw. die frühen 80er Jahre darstellt, handelt es sich bei Die Superfaust der Shaolin trotzdem um einen raffinierten Kampf-Actionfilm. Die Handlung ist ziemlich vorhersehbar gestaltet worden, wobei der Horse Fist Clan Ärger macht und Kampfkunstmeister tötet. Das alles führt dazu, dass Billy Chong hart trainieren muss, um die drei Top-Kämpfer des Horse Fist Clans besiegen zu können. Dies sollte ihm allerdings nur gelingen, wenn er damit aufhört herumzualbern, mit seinen Kung-Fu Fähig- sowie Fertigkeiten anzugeben und die Dorfschönheit anzumachen. So weit, so gewohnt. Man bekommt sogar den fetten Comedy-Sidekick (der Fatty genannt wird) und den grauhaarigen sowie gealterten Kung-Fu Meister vorgesetzt. Die Superfaust der Shaolin könnte mit seiner Fülle an großartigen Trainings- und Kampfsequenzen keine bessere Kung-Fu-Action der alten Schule darstellen.

Tatsächlich fungiert Die Superfaust der Shaolin „nur“ als Schaukasten für Billy Chongs beeindruckende Kampffähigkeiten. Chong ist fast so gut wie jede andere Kung-Fu-Legende aus dieser Zeit und zeigt bemerkenswerte Technik sowie Beinarbeit in buchstäblich jeder Kampfszene. Dies alles endet in einem fantastischen Kampf-Klimax, in dem Chong nacheinander gegen die drei Hauptkämpfer des Horse Fist Clan antreten muss. Darüber hinaus nimmt Chong an einigen unglaublichen Trainingssequenzen teil. Aufgrund ihrer Intensität kommen die Trainingsszenen sogar noch besser rüber, als die Kampfsequenzen, da sie einen Kämpfer auf dem Höhepunkt seiner Körperlichkeit zeigen. Während Die Superfaust der Shaolin nichts Besonderes in Bezug auf Kung-Fu-Originalität darstellt, ist der Streifen als ein beinahe perfektes und sehr anständiges Billy Chong Vehikel zu bezeichnen. Er hat vielleicht nicht die Klasse der Chans, Hungs und Lis der Kampfsport-Unterhaltungswelt erreicht, doch der Typ hatte schon so Einiges in der Kampfszenenabteilung drauf.

Schröder Media bringt Die Superfaust der Shaolin im Rahmen Ihrer Asia Line als Vol. 25 auf DVD heraus. Allerdings kann der Film auf technischem Gebiet nicht sonderlich überzeugen. Das Bild wird in 2.35:1 Format (4:3) präsentiert und kann durchaus noch als brauchbar bezeichnet werden. Es macht allerdings den Anschein, als würde es sich hier um einen einigermaßen VHS-Rip handeln. Beim Ton (DD 2.0) steht eine deutsche Spur zur Verfügung, die sich gut hören lassen kann. Untertitel können nicht zugeschaltet werden. Ein Wendecover ohne FSK Logo, sowie Trailer für die beiden Filme sind ebenfalls vorhanden. Letztendlich kann man bei diesem Produkt nur eine bedingte Kaufempfehlung aussprechen. Der Film ist zwar recht gut konsumierbar, doch die technische Qualität des Streifens lässt zu wünschen übrig und gerade bei einem Kung-Fu Streifen darf auf keinen Fall die Original-Tonspur fehlen.

Bei Amazon bestellen (als Bonusfilm von Der Henker der Shaolin)

Regie: Chan Wei Lin
Darsteller: Annie Liu On Lai, Billy Chong, Chiang Tao, Fung Ging-Man, Hau Chiu Sing, Lau Dan, Ringo Wong Chi-Ming
Musik: Fu Liang Chou

Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Schröder Media zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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