Die Todeskarten des Dr. Schreck

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Fünf Reisende begegnen in einem Zug einem unheimlichen Fremden namens Dr. Schreck (Peter Cushing). Dieser lässt sie mit Hilfe seiner Tarot-Karten einen Blick in ihre Zukunft werfen – die für alle tödlich enden wird! Die Horror-Legenden Christopher Lee und Peter Cushing, bekannt als Graf Dracula und sein Gegenspieler Dr. Van Helsing aus zahlreichen Produktionen der „Hammer“-Studios, treffen in diesem schaurig-schönen Horrorfilm-Klassiker von Freddie Francis erneut zusammen. (Wicked-Vision Media)

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Peter Cushing aka Dr. Schreck trifft in einem Eisenbahnwagen auf fünf Männer und sagt jedem der fünf Passagiere mit Hilfe seiner tödlichen Tarot-Karten deren Zukunft voraus. Einer nach dem anderen bekommt dabei eine Geschichte über eine schreckliche Sache erzählt, die in der Zukunft geschehen und zu dessen Tod führen wird. Das Resultat von Die Todeskarten des Dr. Schreck ist eine sehr gut gemachte Horroranthologie vom Filmstudio Amicus und Regisseur Freddie Francis. Francis bemüht sich fachmännisch einige spannende Momente zu kreieren, was ihm zum größten Teil auch gelingt. Jede Episode wird im Stil einer Art Rückblende bzw. Vorblende oder einer traumhaften Sequenz präsentiert. Die Geschichten handeln von intelligenten Pflanzen, die töten, wenn sie sich bedroht fühlen, einem „Voodoo-Song“ und was passiert, wenn man gegen das Urheberrecht verstößt, einem alten Haus, das einen Werwolf beherbergt und von Donald Sutherland, der ohne sein Wissen mit einem Vampir verheiratet ist. Diese Episode sowie die Voodoo-Geschichte versuchen sowohl leichtherzig als auch gruselig zu sein. Die beste Zukunftsvision von Die Todeskarten des Dr. Schreck ist allerdings die, in der Christopher Lee als versnobter Kunstkritiker brilliert, der von einem Mann, dessen Kunst er ständig verunglimpft, vor Publikum in peinliche Verlegenheit gebracht wird und infolgedessen schreckliche Rache an dem Künstler nimmt … eine Rache, die bittersüße Folgen für den Kritiker hat, denn sie beschwört mehr Probleme herauf, als Lee HANDeln kann. Diese Geschichte ist nicht zuletzt besonders effektiv, weil Lee und Michael Gough herausragende Leistungen abliefern. Die Rahmenhandlung kann auch sehr gut gefallen, wobei Cushing wunderbare Arbeit leistet, indem er seine Mitreisenden dazu verführt über ihre Zukunft erfahren zu wollen, um ihnen mitteilen zu können, dass sie alle Todgeweihte sind.

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In den frühen 1960er Jahren von den amerikanischen Produzenten Milton Subotsky und Max J. Rosenberg als Antwort auf die Erfolge der Hammer-Studios gegründet, versuchte das unabhängige Studio Amicus diesen mit u.a. Die Todeskarten des Dr. Schreck Konkurrenz zu machen. Für diese Horror-Anthologie gelang es ihnen auch gleich einige Genre-Schwergewichte, wie Christopher Lee und Peter Cushing zu verpflichten. Neben dem noch sehr jungen Donald Sutherland, der quasi als ein Trostpflaster für das US-Publikum engagiert wurde, treten auch ein paar interessante britische Medien-Prominente, wie der Entertainer Roy Castle und DJ Alan Freeman auf. Sie alle erwartet ein mehr oder weniger grausiges Schicksal, was von verschiedenen übernatürlichen Wesen besiegelt wird.

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Die Todeskarten des Dr. Schreck wurde von Alan Hume äußerst anständig in Widescreen-Techniscope fotografiert, nicht zuletzt weil Regisseur Francis schon eine Sache oder zwei über Breitbild-Kompositionen während seiner Arbeit an Sons and Lovers (1960) mit dem „Candy-colored Clown“ Dean Stockwell und The Innocents (Schloss des Schreckens, 1961) mit Deborah Kerr gelernt hatte! Der Low-Budget-Thriller nutzt die gleichen publikumsfreundlichen gotischen Elemente, die Hammer zu weltweitem Ruhm gebracht haben, lokalisiert diese aber innerhalb erkennbarer Grenzen der zeitgenössischen britischen Gesellschaft. Ein Aspekt, der Dr. Terror’s House of Horrors unmittelbar von dem viktorianischen Milieu der rivalisierenden Studios unterscheidet. Francis genießt eindeutig die kreativen Möglichkeiten, die das Material liefert und während die Geschichten selbst – alles Originale, von Subotsky geschrieben – ziemlich flach und vorhersehbar sind, werden sie alle von Francis‘ stilvoller Optik und Helter Skelter Tempo mit Energie gespeist. Jede Geschichte hat ihre Vorzüge, aber Regisseur und Drehbuchautor heben sich die beiden besten bis zum Schluss auf.

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Christopher Lee gibt als stolzes Mitglied des kritischen Establishments die beeindruckenste Vorstellung. Sein Ego führt ihn auf den Weg der Selbstzerstörung, was ihm seine Schauspielkollegen allesamt gleichtun. Francis schafft es sogar Castle’s berühmte Jazz-Trompeterei einzubauen ohne die Handlung dabei ins Stocken zu bringen! Cushing steht natürlich im Mittelpunkt, wobei er einen Charakter spielt, der viel älter sein soll als er selbst und obwohl ein arg aufgesetzter deutscher Akzent und komisch angeklebte „Theo Waigel-Augenbrauen“ eher seltsam als bedrohlich anmuten; ist sein Timing, wie immer, einwandfrei. Flott, stilvoll und mehr als ein wenig „campy“  (man achte auf die kriechende Hand!), ist Die Todeskarten des Dr. Schreck ein Triumph für Francis und sein Techniker-Team. Subotsky und Rosenberg waren auch für John Llewellyn Moxey’s launischen Hexen-Thriller The City of the Dead (auch mit Christopher Lee) verantwortlich, der unter dem Banner von „Vulcan“ im Jahr 1960 produziert wurde. Doch erst mit dem Studio Amicus gelang es ihnen sich in der britischen Filmindustrie zu etablieren (z.B. mit Torture Garden aka Der Foltergarten des Dr. Diabolo von 1967 und The Vault of Horror aka In der Schlinge des Teufels von 1973). Leider wurde Francis durch seinen Status als Horror Regisseur zunehmend desillusioniert und viele seiner späteren Bemühungen mussten unter seiner Apathie leiden wie zum Beispiel They Came from Beyond Space (1967), Trog aka Das Ungeheuer (1970) und Craze aka Craze – Dämon des Grauens (1974).

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Mit DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK veröffentlicht das renommierte Film-Magazin WICKED-VISION seinen ersten Titel als Label und wählte hierfür die wohl wegweisendste Horror-Anthologie der frühen 60er Jahre aus. Freddie Francis‘ Horror-Klassiker mit Christoper Lee (DRACULA, HERR DER RINGE), Peter Cushing (BLUT FÜR DRACULA, STAR WARS) und Donald Sutherland (DIE TRIBUTE VON PANEM, DIE DÄMONISCHEN) in den Hauptrollen ist der erste offizielle Horrorfilm der Amicus-Studios, die von 1964 bis 1978 in direkter Konkurrenz zu Hammer standen. DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK belebte das Genre des Episodenfilms neu, gilt noch heute als eine der besten Horror-Anthologien und war seiner Zeit der erfolgreichste Beitrag der britischen Studios. WICKED-VISION MEDIA veröffentlicht diesen Kultfilm erstmals in HD als streng limitierte 2-Disc Collector’s Edition sowie limitierte Blu-ray Standard-Edition. Um den Film in seiner vollen Pracht zu präsentieren, wurde DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK im Sommer 2015 in den legendären Pinewood-Studios vom Original-Kamera-Negativ in 4K abgetastet und aufwendig restauriert. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit Odeon Films und Nucleus Films eine brandneue, knapp 60-minütige Dokumentation mit dem Titel HOUSE OF CARDS produziert. Regie führte hierbei Jake West (EVIL ALIEN, DOGHOUSE, THE ABCs OF DEATH). Insgesamt befinden sich auf dieser Edition über 6 Stunden Bonusmaterial. Der unkomprimierte HD-Ton stammt von einer frisch abgetasteten deutschen Kinokopie, deren Fassung ebenfalls als Bonus auf der Disc zu finden ist. Die deutsche Kinosynchronisation wurde aufwendig restauriert und die fehlenden Tonstellen durch die alternative TV-Synchronisation ergänzt. Somit zeigt diese Fassung den Film erstmals komplett in deutscher Sprache. Die TV-Synchronisation ist ebenfalls auf der Disc enthalten. Das Mediabook enthält zudem eine DVD-Version des Films sowie ein 24-seitiges Booklet, kuratiert von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad. Die 2-Disc Collector’s Edition ist insgesamt auf nur 1500 Stück (750 Stück pro Cover) limitiert und erscheint in zwei Cover-Varianten. Die Standard-Edition ist ebenfalls streng limitiert.

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Darsteller: Christopher Lee, Peter Cushing, Max Adrian, Bernard Lee, Donald Sutherland
Regisseur(e): Freddie Francis
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Deutsch (DTS HD 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (DTS HD 2.0 Mono)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Wicked-Vision Media
Produktionsjahr: 1964
Spieldauer: 98 Minuten

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                                                                                                    Bonusmaterial:
24-seitiges Booklet von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad (nur Mediabook), Audiokommentar von Regisseur Freddie Francis (dt. Untertitel), Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad, Vorwort von Dr. Rolf Giesen, „House of Cards“: brandneue Dokumentation von Regisseur Jake West (58 Min.), deutsche 35mm-Kinofassung (nur Blu-ray), deutsche Titel- und Endsequenz, deutscher Kinotrailer, Originatrailer, ReCut-Trailer (2015), italienischer Trailer, italienische Titel- und Endsequenz, niederländischer VHS-Vorspann, Bildergalerien (über 200 Poster, Pressebilder, Lobby Cards etc.), seltene Werberatschläge, Programm- und Pressehefte, Amicus‘ Filmografie, Trailershow, Hidden Features…

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Wicked-Vision Media zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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