Die tödliche Rache 2 / Bo ming dan dao duo ming qiang

Alle zehn Jahre treffen sich zwei Kampfkunstmeister, um zu sehen, wessen Fähigkeiten größer und wer der Bessere von beiden ist: Der eine bevorzugt das Schwert, der andere einen Speer. Beide Männer haben es satt, dass keiner gewinnen kann und die Kämpfe unentschieden ausgehen. Sie wollen die Sache anders lösen: Jeder bildet einen jungen Mann 10 Jahre in seiner Technik aus. Dann sollen die beiden jungen Kämpfer gegeneinander antreten, und der Gewinner dieses Duells steht dann stellvertretend für seinen Meister als Gesamt-Sieger dieses Wettstreits da. (Schröder Media)

Während Liu Chia Liang zu Recht zu den besten Regisseuren des Hongkong-Kinos zählt und Liu Chia Hui nach wie vor ein beliebter Kultstar auf der ganzen Welt ist, wird Lau Kar-Wing oft zum vergessenen Mann. Jeder scharfäugige Zuschauer wird sich an seine Auftritte in Filmen wie Shi ba ban wu yi (Legendary Weapons of Kung Fu, 1982) und Fuk sing go jiu (Tokyo Powerman, 1985) erinnern, doch seine Beiträge als Choreograph und Regisseur bleiben übersehen. Die tödliche Rache 2 gab ihm die Möglichkeit eine actionreiche Mischung zu kreieren, die normalerweise seinem älteren Bruder vorbehalten war.

Die Prämisse präsentiert sich zunächst recht einfach: alle zehn Jahre bestreiten zwei Kung-Fu Master – der eine beherrscht das Schwert (Sammo), der andere den Speer (Liu) – ein Duell, um zu entscheiden wer der Beste ist. Nachdem ihre unzähligen Duelle alle unentschieden enden und die Meister beide zugeben müssen, dass der Alterungsprozess so langsam eintritt, entscheiden sie, dass es nun an der Zeit ist, sich jeder einen Schüler zu nehmen, um die Rivalität voranzutreiben. In der sehr cleveren Wendung des Films wird Sammos Auszubildender von Lau Kar-Wing gespielt und umgekehrt, was einige gute Szenen zwischen den beiden ermöglicht. Diese beiden Anfänger werden durch die hochdisziplinierte Ausbildung ihrer jeweiligen Lehrer geschult, bis sie ein wettbewerbsfähiges Niveau erreicht haben. Vor ihrer ersten Schlacht kommt jedoch ein wichtigeres Thema auf den Tisch; die Rückkehr eines alten Feindes, der einst von beiden älteren Experten besiegt wurde. Der Feind sinnt auf Rache und da sich die Meister permanent weigern als Verbündete zu kämpfen, werden die beiden in einer hitzigen Konfrontation getötet. Der Mantel der Gerechtigkeit wird nun an die Schüler weitergereicht, die sich einig sind, dass der einzige Weg diesen Gegner zu besiegen darin besteht, ihre jeweiligen Talente zu kombinieren. Die neuen Bewahrer von Schwert und Speer setzen die Weisheit in die Tat um, die ihre Lehrer ständig abgelehnt haben und sind nun bereit angemessene Rache zu üben.

Die tödliche Rache 2 hat in den letzten Jahren einen hervorragenden Ruf akkumuliert, da immer mehr Fans anfangen sich Sammo Hungs Filme anzuschauen. Einige Liebhaber behaupten, es handele sich um einen der besten traditionellen Waffenfilme, die jemals gedreht wurden, weswegen der Streifen als Meisterwerk angesehen werden sollte. Die Wahrheit ist, dass es trotz aller Vorzüge von Die tödliche Rache 2 immer noch an dem besonderen Etwas mangelt, das einen sehr guten Film zu einem Klassiker macht. Die Leistungen entsprechen alle dem von den Stars erwarteten hohen Standard, während die Action als hervorragend zu bezeichnen ist. Trotzdem weist diese Produktion auch ein paar Mängel auf. Die von Rache bestimmte Nebenhandlung, die gegen Ende als Katalysator für das Finale fungiert, scheint nachträglich hinzugefügt worden zu sein, wodurch der Film einen Teil seiner Kohäsion verliert. Wer allerdings nach einem traditionellen Kung-Fu-Film Ausschau hält, der erhabene Choreografien aufbieten kann, muss nicht weiter suchen. Die ausgefeilt komplizierten Zusammenstöße von Schwertern und Speeren sind die knapp 92 Minuten Laufzeit allemal wert. Obwohl es sich bei Die tödliche Rache 2 nicht um die Crème de la Crème des Martial-Arts Films handelt, ist es dennoch ein Film auf den Summo Hung ziemlich stolz sein kann.

Schröder Media bringt Die tödliche Rache 2 im Rahmen Ihrer Asia Line als Vol. 26 auf DVD heraus, wobei die DVD auf technischem Gebiet überzeugen kann. Das Bild wird im 2.35:1 Format (16:9 anamorph) präsentiert und kann als ziemlich brauchbar bezeichnet werden. Beim Ton (DD 5.1) stehen eine chinesische und eine englische Spur zur Verfügung, die sich gut hören lassen. Deutsche sowie englische Untertitel können auch zugeschaltet werden. Ein Wendecover ohne FSK Logo, ein Bonusfilm (Shanghai Police) sowie ein Trailer vom Bonusfilm sind ebenfalls vorhanden. Letztendlich kann man bei diesem Produkt eine Kaufempfehlung aussprechen. Der Film ist recht gut konsumierbar und die technische Qualität der DVD geht auch in Ordnung.

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Darsteller: Sammo Hung, Kar-Wing Lau, Mars, Ka-Yan Leung, Chia YungLiu
Regisseur(e): Kar-Wing Lau
Format: PAL, Breitbild
Sprache: Chinesisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Schröder Media Handels GmbH
Produktionsjahr: 1979
Spieldauer: 92 Minuten

Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Schröder Media zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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