Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill / Brand of Shame

Der Wilde Westen: Wo Männer noch echte Männer und Frauen noch echte Frauen sind! Mit der Karte zur Goldmine ihres verstorbenen Vaters im Gepäck, reist die süße Lehrerin Rachel Clark ins geile Dörfchen Porno Hill. Schon auf der Kutschfahrt in das heiße Nest begegnet sie Django, dem schärfsten Schützen im Wilden Westen. Natürlich bietet ihr der stramme Cowboy an, mit ihr zu … schürfen! Doch Gefahr braut sich zusammen, denn ungewaschene Schurken und eine lesbische Bordellbesitzerin wollen der armen Rachel ans Gold und an die Wäsche. Wird Django sie retten und mit ihr gemeinsam im Sonnenuntergang reiten? (Ascot Elite Home Entertainment)

Dieser Film, wenn man dieses gar wunderliche und absonderliche Ding überhaupt so nennen kann, hat mir doch komplett die Sprache verschlagen (teils vor Grauen, teils vor Lachen). Man glaubt es kaum, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört hat. Django Nudo bricht sämtliche „Trash“-Western Rekorde und lässt dabei einschlägige Regisseure wie Demofilo Fidani (Sartana – Im Schatten des Todes, Colorado – Zwei Halunken im Goldrausch) oder Gianni Crea (Crow, Der Ritt zur Hölle) wie absolute Könner aussehen. Der Streifen besteht größtenteils aus den Aufnahmen der U.S.-Version Brand of Shame und noch teilweise aus nachgedrehten/nachträglich eingefügten deutschen Szenen, die hauptsächlich aus äußerst dilettantisch inszenierten Softsexspielchen bestehen (Bumsi und Bumso [!] kommen hier zum Einsatz).

Die Szenen sind so stümperhaft zusammengeschnitten worden und die deutsche Synchro. ist so trashig, dass man meinen könnte Django Story oder Django – Unerbittlich bis zum Tod vor sich zu haben. Obwohl diese beiden Streifen noch um Längen besser sind als Django Nudo. Wäre die Synchro. nicht manchmal auch richtig lustig (vorausgesetzt man nimmt die ganze Sache mit einem gehörigen Schuss Humor), so könnte man den Film wohl kaum ertragen. Spannung kommt jedenfalls zu keinem Zeitpunkt auf und selbst die Erotik lässt doch sehr zu wünschen übrig.

Von den schauspielerischen Leistungen mal ganz abgesehen. Immerhin gibt es einen Postkutschenüberfall und eine finale Schießerei zu „bestaunen“. Natürlich dürfen auch eine Schlägerei (ich habe noch nie eine schlechter choreografierte gesehen) und viel sinnloses, weil vollkommen überflüssiges, stumpfsinniges Herumgereite nicht fehlen. Hier fühlt man sich wieder an diverse Fidani-Epen erinnert, doch die Dialoge sind einfach „besser“. Ach ja, die Auspeitschszene hätte ich beinahe vergessen zu erwähnen, wobei die auch wieder alles Andere als erwähnenswert ist. Das ganze Dilemma wird im Endeffekt von dem wirklich sehr humorvollen und gleichzeitig auch wieder einmal äußerst informativen Audiokommentar, gesprochen von Christian Kessler und Heinz Klett, gerettet.

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  • Darsteller: Steve Stunning, Cara Peters, Steve Vincent, Darlene Darling, Vic Sav
  • Regisseur(e): Byron Mabe
  • Format: DTS, PAL
  • Sprache: Deutsch (DTS 2.0 Mono)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Ascot Elite Home Entertainment
  • Produktionsjahr: 1968
  • Spieldauer: 73 Minuten

Das Bild wird uns im 1,78:1/16:9 Format präsentiert und sieht gut aus. Es ist klar, recht „farbenfroh“ und weitestgehend frei von Bildschäden. Beim Ton liegt nur die deutsche Spur in DD 2.0 vor, die wirklich gut klingt. Untertitel sind keine verfügbar. Als Extras sind neben dem deutschen Trailer und dem exklusiven Audiokommentar noch eine umfangreiche Bildergalerie sowie einige weitere interessante Trailer enthalten.

Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill kann man nur an diehard Trash-Fans weiterempfehlen. Diese werden ihre wahre Freude an dem Schinken haben und sich auch an dem tollen Audiokommentar erfreuen können. Ansonsten muss ich Jedem raten sich so weit wie möglich von diesem trashigen Etwas entfernt zu halten, obwohl uns Ascot Elite Home Entertainment eine, vom technischen Standpunkt aus gesehen, klasse Veröffentlichung beschert.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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