Django und die Bande der Bluthunde / Django il bastardo / The Strangers Gundown

Dirt City ist eine Stadt, die von Korruption und Gewaltverbrechen beherrscht wird. Schuld daran sind die beiden gewissenlosen Brüder Murdock und Rod. Frischer Wind kommt in die Sache, als der mysteriöse Fremde Django Dirt City aufsucht. Er hat als Einziger einen Hinterhalt auf sein Bataillon überlebt, der von seinen eigenen Offizieren, darunter Murdock, angestiftet wurde. Um sich zu rächen, stellt er einen Grabstein mit dem Namen seines nächsten Opfers in die Mitte der Straße. Murdock ist sich der Bedrohung bewusst und hetzt die „Bande der Bluthunde“ auf den Revolverhelden … (StudioCanal)

Mit übernatürlicher Effizienz jagt Django den verbrecherischen Abschaum. Einer nach dem anderen wird von ihm brutal und erbarmungslos zur Strecke gebracht. Keine Ahnung, ob dieser Film als ein Horror-Western zu bezeichnen ist, da man sich nicht sicher sein kann, ob der Fremde eine übernatürliche Erscheinung repräsentiert oder nicht. Auf jeden Fall handelt es sich aber um einen Italo-Western mit einem starken „Euro Gothic-Horror-Feeling“. Der Film kann wohl keineswegs als ein „Sequel“ zum Original Django (1966) angesehen werden, denn in Sergio Corbuccis Film war Django ein Soldat der Union, während er in Django und die Bande der Bluthunde für die Konföderierten kämpfte. Dieser Django hier erscheint als Sensenmann, eine große, emotionslose, in Schwarz gekleidete, schattenhafte Gestalt, die sich selbst „Dämon aus der Hölle“ nennt und gekommen ist, um den verräterischen Offizieren den Weg in die Unterwelt zu ebnen.

Doch er tötet sie nicht einfach, sondern tut dies auf besonders makabere Art und Weise. So schon in der Eröffnungssequenz des Films, als Django in die Stadt schlendert, ein Kreuz mit dem aktuellen Datum und dem Namen seines ersten Opfers vor dem Saloon in den Boden steckt und wartet bis sich der Todgeweihte blicken lässt. Dies ist als eine unglaublich atmosphärische Szene zu beschreiben und stellt nur den Anfang von Djangos grausigem Rachefeldzug dar. Es folgen noch eine Menge solcher gelungenen Szenen, doch die sollen hier nicht „gespoilert“ werden. Die Musik ist als sehr gruselig und atmosphärisch zu bezeichnen, weswegen der ausgezeichnete Score auch hervorragend in einen Euro-Horror-Film passen würde, aber auch für einen Spaghetti-Western vollkommen angemessen erscheint. Vor allem das ständige Geräusch von heulendem Wind trägt maßgeblich dazu bei.

Neben den makaberen Aspekten sind auch einige klassische Italo-Western Verrücktheiten in den Film eingebaut worden. Zum Beispiel gehört Luke Murdoch (Luciano Rossi), der Bruder von einem der ehemaligen Offiziere, zu den Höhepunkten des Streifens. Er ist total wahnsinnig, brutal und wird zudem vollkommen „over-the-top“ dargestellt, was stark zur Unterhaltung beiträgt. Zu Beginn gibt es noch eine Szene wo zwei Männer mit einer Stange Dynamit „Fangen“ spielen, wobei eine „glotzende“ Meute darauf wettet bei welchem der beiden Männer der „Donnerstab“ explodieren wird.

Der Film liegt ungekürzt sowie restauriert vor und sieht wirklich hervorragend aus. Das Bild ist farbenfroh und anamorph (2,35:1), bietet akzeptablen Kontrast auch in Nachtszenen und ist vollkommen frei von Bildschäden. An Schärfe mangelt es dem Film auch nicht. Hier wurde sich eine Menge Mühe beim Restaurieren gegeben. Wahrscheinlich stand auch ein sehr gut erhaltenes, italienisches Master zur Verfügung. So oder so, das Ergebnis kann sich mehr als nur sehen lassen. Im Vergleich mit der MCP Veröffentlichung schneidet diese hier deutlich besser ab, obwohl die MCP DVD auch schon ordentliches Bild bieten konnte. In Sachen Ton bietet StudioCanal zwei Spuren (deutsch und italienisch DD 2.0) an, beide Tonspuren lassen sich sehr gut hören. Untertitel gibt es leider nicht, was sehr schade ist. Als Extras sind der deutsche Trailer sowie einige weitere Trailer zu StudioCanal Titeln enthalten.

StudioCanal gelingt mit Django und die Bande der Bluthunde eine sehr gute Neuveröffentlichung des Streifens, die mit einer super Bildqualität aufwarten kann. Wem der Film noch in seiner Sammlung fehlt, sollte unbedingt zugreifen und wer seine alte MCP DVD in Rente schicken möchte, um Django – Il Bastardo in noch besserer Bild- und Tonqualität genießen zu können, der sollte das auf jeden Fall tun. Es lohnt sich. Der einzige Kritikpunkt meinerseits wäre, dass keine deutschen Untertitel zur Verfügung stehen. Ich finde es immer klasse, wenn man bei DVD oder Blu-ray Veröffentlichungen den originalen Ton anwählen kann (was ja mittlerweile schon Standard ist, bei der MCP DVD allerdings ebenfalls fehlte). Nur bringt einem das wenig, wenn man diese Sprache nicht oder nur unzureichend sprechen bzw. verstehen kann. Bei japanisch oder Mandarin stellt sich das jedoch noch schwieriger als bei italienisch oder spanisch dar. Alles in allem kommen Italo-Western Fans nicht um diese DVD herum, da sie, auch wenn Untertitel fehlen, doch eine deutliche Verbesserung zur MCP Version darstellt.

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  • Seitenverhältnis:‎16:9 – 2.35:1
  • Alterseinstufung: ‎Freigegeben ab 16 Jahren
  • Medienformat: ‎Dolby, HiFi-Sound, PAL, Breitbild
  • Laufzeit: 1 Stunde und 35 Minuten
  • Darsteller: Luciano Rossi, Paolo Gozlino, Rada Rassimov, Jean Louis, Carlo Gaddi
  • Sprache: ‎Italienisch (Dolby Digital Mono), Deutsch (Dolby Digital Mono)
  • Studio: ‎StudioCanal

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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