Dolemite

Dolemite (Rudy Ray Moore), der coolste Zuhälter der Stadt, ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und macht sich auf den Weg, um sich am berüchtigten Gangster Willie Green (D’Urville Martin) zu rächen. Der hatte ihn mit untergeschobenen Drogen in den Knast gebracht und daraufhin seinen Club The Total Experience übernommen. Mit der Hilfe seiner Freundin Queen Bee (Lady Reed) und ihrer Bande von Kung-Fu-kämpfenden Füchsinnen nimmt es Dolemite mit jedem „rat soup eatin‘ motherf#%*er“ in South Central auf.

Der Nachtclubbesitzer Dolemite sitzt seit gut zwei Jahren wegen Drogenhandels im Gefängnis, doch tatsächlich wurde ihm das Dope untergeschoben. Seitdem er seine Zeit hinter schwedischen Gardinen verbringt, ist die Kriminalitätsrate stark angestiegen, weswegen der Gefängnisdirektor (der die Behörden vertritt) Dolemite um Hilfe bittet. Der Deal ist, dass man ihn freilassen wird, wenn er sich dazu bereit erklärt, die eigentlichen Bösewichte vor Gericht zu bringen. Dabei dreht es sich hauptsächlich um seinen Rivalen Willie Green, aber es gibt auch noch korrupte Gesetzesvertreter, die er zu Fall bringen will.

Eine Sensation unter der afroamerikanischen Bevölkerung, als er 1975 zum ersten Mal auf den Leinwänden der innerstädtischen Kinos explodierte, stellt Dolemite den ersten Film mit Komiker Rudy Ray Moore dar, obwohl alle Anzeichen darauf hindeuten, dass er hier wirklich sehr ernst genommen werden wollte. Moore hatte sich mit einer Sammlung von Comedy-Alben bereits zuvor einen Namen gemacht. Seine darauf befindlichen „Toasts“ repräsentieren Vorläufer des modernen Rappens, im Wesentlichen Geschichten aus Reimen, Slang und Kraftausdrücken, die dieselben Leute ansprachen, die sich auch seine Filme ansehen würden.

Wenn dieser Film überhaupt irgendwas war, dann war er erfolgreich und beliebt, obwohl Moore mit seinen Platten wohl nicht gerade zum Millionär geworden ist, denn Dolemite gehört zu den billigsten Exemplaren des Blaxploitation-Genres, wo die meiste Zeit über auf Parkplätzen und in Motelzimmern gedreht wurde. Nicht, dass der Mangel an Geld die Ambitionen der Filmemacher gedämpft hätte, denn hier gibt es relativ viel zu entdecken, was Produzenten mit reichlich mehr Geld, nie in den Sinn gekommen wäre, wie zum Beispiel Dolemites Bande von Prostituierten, die während seiner Abwesenheit von einer Puffmutter zu furchterregenden Kung-Fu-Killern ausgebildet wurde.

Man muss schon auf ihre Kampfkunstfähigkeiten vertrauen, denn was man davon zu sehen bekommt, besteht aus ein paar halbherzigen Tritten und Karatehieben, obwohl Chuck Norris‘ Kampfschule im Abspann Erwähnung findet. Doch geht man danach, so wird dort auch Moore als Set-Dekorateur gelistet, wobei es sich als schwer vorstellbar erweist, dass er den Innenräumen noch irgendetwas hinzufügen hätte können, um sie sogar noch kitschiger zu gestalten. Dolemite kennt sich auch ein wenig mit Kung Fu aus, wie man in einer Handvoll urkomischer Kampfsequenzen bestaunen kann, in denen er (oder sein Stuntdouble) seinen rivalisierenden Zuhältern, Killern oder korrupten Bullen auf unverkennbar amateurhafte Art und Weise in den Hintern tritt.

Wenn überhaupt, lässt einen diese niedrig budgetierte Produktion Moore nur umso mehr mögen, da man hier einen Mann beobachten kann, der seinen Traum auf Zelluloid lebt. Wenn doch nur die Vision in seinem Kopf auch der Realität entsprochen hätte (die er zusammen mit Regisseur D’Urville Martin und Co-Autor Jerry Jones auf die Leinwand zauberte), wäre aus Dolemite sehr wahrscheinlich eine Augenweide geworden. Was hingegen wirklich daraus geworden ist, ist als ein wahrer Ohrenschmaus mit einigen der besten Beleidigungen und Schimpfwörtern seiner Zeit zu bezeichnen. Erwartungsgemäß setzt Moore das Wort „muthafucka“ mit scharfsinniger Präzision ein, doch er flankiert es gleichzeitig mit Beiworten wie „no business-born“ und „rat soup-eatin’“ für eine lebendig getönte Sprache. Ja, der Streifen ist schlecht gemacht, animiert häufig zum Gähnen, ist mit lächerlichen „schauspielerischen“ Leistungen gespickt und handlungstechnisch ziemlich durcheinander gewürfelt worden (mit Charakteren, die ohne Grund kommen und gehen), doch trotz all seiner Mängel (oder gerade deswegen) gestaltet sich Dolemite enorm unterhaltsam. Aber musste man denn unbedingt den Bürgermeister nackt zu sehen bekommen!?

Ausstattung:

  • Region free Blu-ray and DVD combo pack
  • All extras on both formats
  • Scanned and restored in 2k from a newly discovered 35mm negative
  • Includes two framing options: the intended 1.85:1 widescreen version and an alternate full frame ‚boom mic‘ version
  • „I, Dolemite“ making-of documentary
  • „Lady Reed Uncut“ featurette
  • „Locations: Then & Now“ featurette
  • Historical commentary track by Rudy Ray Moore’s biographer, Mark Jason Murray
  • DOLEMITE – theatrical trailer
  • THE HUMAN TORNADO – theatrical trailer
  • Original cover artwork by Jay Shaw
  • Reversible cover artwork
  • English SDH Subtitles

Bei Vinegar Syndrome in der Rudy Ray Moore Box oder einzeln oder bei Amazon bestellen

„Attention all you no-business, born-insecure, jock-jawed motherfuckers! Dolemite is back with this bone-crushing, skull-splitting, brain-blasting (and often begged for) box set illustrated by the inimitable Tony Stella! This painstakingly crafted box features art inspired by all four Rudy Ray Moore features previously released by Vinegar Syndrome and can be purchased separately or as a full box containing all four blu-ray releases, can you dig it? If not, then you a rat soup eatin‘ motherfucker!“

Regisseur: D’Urville Martin
SchauspielerInnen: Rudy Ray Moore, D’Urville Martin, Lady Reed, Jerry Jones
1975 / 90 minutes / Color / 1.85:1 & 1.33:1

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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