Dracula und seine Bräute

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Ein Fall für Van Helsing … und gleichzeitig einer der seltenen Fälle, in denen die Fortsetzung mindestens so gut ist wie das Original: Nachdem er Dracula, den Prinzen der Dunkelheit, bezwungen hat, muss Peter Cushing in der Rolle des von Bram Stoker ersonnenen Vampirjägers dessen Schüler, den Baron Meinster, und seine blutsaugenden Mätressen ausschalten. Mit einem glühenden Eisen reinigt er die Bisswunde, die ihm die Vampire zugefügt haben, und dreht die Flügel einer Windmühle im Mondlicht zum Kreuz, um eine Lehrerin, die es nach Transsilvanien verschlagen hat, vor dem Schicksal der Untoten zu schützen.  (Anolis)

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Dracula ist tot! … doch einer seiner Jünger wandelt nun auf dessen bösen Pfaden in Osteuropa. Dieses Mal ist es der junge Baron Meinster (von David Peel sehr glaubwürdig gespielt). Eine junge Frau wird auf das Schloss Meinster eingeladen, befreit den Baron von seinen Fesseln und erlaubt ihm damit seinen Durst nach dem Blut der Lebenden zu stillen. In Hammer’s zweitem Ausflug ins Reich der Vampire fehlt zwar die Star-Power von Christopher Lee, doch Dracula und seine(n) Bräute(en) schadet dies aufgrund der wunderbaren Vorstellung von Peter Cushing in seiner Rolle als Dr. Van Helsing und der guten Regie von Terrence Fisher überhaupt nicht. Weder sollte Fisher’s Fähigkeit, eine Geschichte durch Film erzählen zu können, übersehen werden, noch seine raffinierte Verwendung von diversen Farbtönen, die wunderbar atmospährische Kulissen und malerische Szenerien erzeugen. Einige Einstellungen in diesem Film gehören zu Hammer’s besten, darunter zum Beispiel die Szene, wo die Dienerin auf einem Grab die junge Vampirin beschwört, oder Van Helsing seine Wunde ausbrennt und natürlich das Windmühlen-Finale. Die Besetzung ist hervorragend, denn neben dem ausgezeichneten Peter Cushing spielen auch Martita Hunt als „sympathische“ Mutter des Vampirs und Freda Jackson als „wahnsinnige“ Dienerin bzw. Krankenschwester verdammt gut. Cushing ist wie immer unerbittlich auf seinem Kreuzzug, um die Welt vor dem Vampirismus zu bewahren. Einfach eine wunderbare Geschichte!

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Jede Szene dieses üppigen, hypnotischen Horror-Spektakels der Hammer Studios ist wie ein Kunstwerk gefilmt, mit lilaner und azurblauer Beleuchtung in den Hintergründen, tollen Kulissen und Knock-Out Finale. Man kann die außergewöhnliche Besetzung nicht genug lobend erwähnen. David Peele ist vielleicht kein Christopher Lee, allerdings trotzdem sehr überzeugend als DER Vampir. Gut aussehend, arrogant und abgrundtief böse, es ist als würde man Dorian Gray auf seinem Höhepunkt beobachten. Yvonne Molnaur passt perfekt in die Rolle der schönen Heldin und auch die Vampir-Mädchen sind alle super ausgewählt. Ich würde diesen superben Klassiker zwar nicht an die Spitze der großen Horrorfilme setzen aber im oberen Drittel findet er mit Sicherheit seinen Platz. Natürlich kann man Dracula und seine Bräute nicht mit modernen Horrorfilmen vergleichen, doch wer auf Streifen diesen Alters steht, kommt ganz bestimmt auf seine Kosten. Brides of Dracula wurde von Meistern auf ihrem Höhepunkt geschaffen. Bravo Terrence, Martita, Freda und David! Wenn Ihr etwas gemacht habt auf das Ihr selbst stolz sein könnt, dann ist es dieses glitzernde Juwel des Bösen, des Inzests und des Wahnsinns.

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Dracula und seine Bräute erscheint als Mediabook mit zwei unterschiedlich schönen Covermotiven und als Softbox, die Scheibe weiss auf technischem Gebiet zu überzeugen und hat einiges an Extras zu bieten. Der Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad ist sehr informativ, genauso wie das Making Of „Brides of Dracula“ und das Interview mit Yvonne Monlaur. Weiterhin halten die Boni einen britischen und deutschen Kinotrailer, die deutsche Titelsequenz, den deutschen Werberatschlag, eine Comic-Adaption, Filmprogramme und eine Bildergalerie bereit. Das 36-seitige Booklet, geschrieben von Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Uwe Huber ist exklusiv nur im Mediabook enthalten und liegt zu einer Beurteilung leider nicht vor. Insgesamt kann man Anolis zu dieser gelungenen Veröffentlichung wiedereinmal nur gratulieren. Wir bedanken und freuen uns bereits auf viele weitere „Gruselfilme“ aus dem Hause Hammer beziehungsweise Anolis!

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Bonus:

Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad / Making Of „Brides of Dracula“ / Interview mit Yvonne Monlaur (Manchester 2004) / Britischer, amerikanischer und deutscher Kinotrailer / Deutsche Titelsequenz / Comic-Adaption / Deutscher Werberatschlag / Filmprogramme / Bildergalerie

Inkl. 36-seitigem Booklet geschrieben von Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Uwe Huber (exklusiv nur im Mediabook enthalten)

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Anolis zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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