Duell am Mississippi (Duel on the Mississippi)

Duell am Mississippi

Duell am Mississippi, auch unter dem Titel Die Intrige der Lily Scarlett bekannt (im Original: Duel on the Mississippi) ist ein Abenteuerfilmaus dem Jahr 1955 mit Lex Barker und Patricia Medina in den Hauptrollen, und unter der Regie von niemand anderem als Hammer-Maestro William Castle.

Andre Tulane (Lex Barker), Erbe einer reichen Plantagenfamilie, vebringt seine Zeit im Jahre 1820 zwischen Stadt und Land in Louisiana. Die Ernte der Plantage wird von Flusspiraten heimgesucht, die prompt eines Tages eine beträchtliche Menge der Ernte stehlen. Er weiß ganz genau dass auch Lili Scarlet (Patricia Medina) mit denen unter einer Decke steckt, doch kann es nicht beweisen. Da sein Vater ohnehin tief verschuldet ist, passiert das Unglück: das Gericht spricht der Konkurrenz Recht zu und Tulane wird in den Dienst von Lili gestellt….

Duell am Mississippi

Man kann den Film jetzt nicht wirklich als sogenannter Mantel und Degenfilm bezeichnen (obwohl Fecht-Duelle ein zentrales Element des Films sind), als Western auch nicht (trotz der Zeit, der Location und der Gesetzlosigkeit), aber vielleicht durchaus als Piratenfilm (auch wenn die Flusspiraterie hier nur eine Rahmenhandlung ist). In gewisser Weise ist es auch eine kleine Kriminalgeschichte, denn wer letztlich den Zucker geklaut hat kann vor Gericht nicht sofort bewiesen werden, und so lässt sich der Protagonist in gewisser Weise auf eine Undercover Mission ein.

Duell am Mississippi

Mit nur knapp über 70 Minuten ist Duell am Mississippi ein erfreulich kurzes Vergnügen, und kommt dennoch ein wenig langatmig daher. Das Techtelmechtel mit der Diebin und die Aufdeckung der Intrige gegen das Zuckerimperium seines Vaters ist zwar eine schöne und interessante Geschichte, sie wird aber unspannend vor gefühlt nur drei verschiedenen Bühnenbildern erzählt und man kann als heutiger Zuschauer mit den ete-petete Gebräuchen, Klamotten und Ehrenkodexen dieses Ortes zu der Zeit nicht genug anfangen um sich in Protagonisten hineinzuversetzen.

Duell am Mississippi

Auch die Liebesgeschichte ist eine Karte, die nicht richtig ausgespielt wird. Dabei wäre Lex Barker, der hier eine gute Figur abgibt, sicherlich in der Rolle noch besser aufgehoben gewesen, wenn man den Film ein wenig knisternder gestaltet hätte. Das hätte die Beziehung zwischen Diebin und Bestohlener auch noch deutlich interessanter gemacht, als es das Drehbuch so hergibt. Immerhin gibt Warren Stevens als Schurke eine gute Figur ab.

Duell am Mississippi

Insgesamt ein etwas dröger Spass, zwar mit seinem Retro Charme und ein paar gut gemachten Momenten, aber letztlich ein Material aus dem man sich einen deutlich aufregenderen Film gewünscht hätte.

Die BluRay sieht etwas blass und grau aus, und holt zwar digital viel aus dem Material heraus. Aber, es ist eine grieselige pixelige Angelegenheit diesen alten Schinken so zu sehen, man erkennt klar die Schwächen. Das macht es jetzt aber nicht weniger vergnüglich, im Gegenteil, es ist schön den Film aufbereitet zu sehen und auch wenn das weit weg von einer teuren Restauration ist (vor allem Außenaufnahmen und 2nd Unit Shots sehen grausig aus, aber auch enige andere mangeln an Schärfe), so ist es insgesamt doch völlig OK und sehenswert. Der Ton (Englisch getestet) klingt völlig in Ordnung. Man kann auch die deutsche Synchronfassung wählen und hat englische oder deutsche Untertitel zur Auswahl. An Extras gibt es nur Bilder und den Trailer.

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Die BluRay wurde uns für diese Rezension zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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