From Dusk Till Dawn – Die Serie

FDTDS (640x178)

From Dusk till Dawn: Die Serie handelt von den beiden Brüdern Seth und Richard Gecko (D.J.Controna/Zane Holtz), die gemeinsam einen blutigen Bankraub begehen. Auf der Flucht vor dem FBI und den Rangern Earl McGraw (Don Johnson) und Freddie Gonzales (Jessie Garcia) machen sie einen Abstecher in einen Strip Club, welcher von Vampiren besiedelt ist. Dort sind sie gezwungen um ihr Leben zu kämpfen. (entertainment one)

4250148709938_B1_w630 (630x422)

From Dusk Till Dawn – Die Serie unternimmt nach 18 Jahren den Versuch in die immens großen Fußstapfen des Spielfilms von 1996 zu treten. Ein wirklich mutiges aber auch beinahe unmöglich zu realisierendes Vorhaben. Wie kann man es schaffen nur ansatzweise an die Qualität des Kultklassikers heranzukommen!? Nach drei Episoden der Serie fragt man sich, ob das nun die Intention der Macher war? Soll das Alles sein? Die ersten drei Folgen sind im Wesentlichen einfach nur eine frame-by-frame Nachverfilmung des Original-Films mit ein wenig extra Material hinzugeschustert. Die Gecko Brüder brauchen drei Episoden, um vom Liquor-Store bis zum Motel zu gelangen. Wirklich!? Ein weiteres Problem (?) für die Serie stellen selbstverständlich die Schauspieler dar. Bitte nicht falsch verstehen, die schauspielerischen Leistungen sind im Allgemeinen vollkommen ok, doch es ist einfach schier unmöglich (in diesem Zusammenhang) in Konkurrenz zu George Clooney, Quentin Tarantino, Harvey Keitel, Juliette Lewis und Salma Hayek zu treten. D.J. Cotrona (Seth Gecko) und Zane Holtz (Richie Gecko) haben die undankbare Aufgabe die Rollen der Gecko Brüder zu übernehmen und sie versäumen es die Charaktere mit so viel Begeisterung und Enthusiasmus wiederzugeben, wie die Originalbesetzung des Films es tat. Sie versuchen zwar die individuelle Darstellung der Charaktere aus dem Film zu imitieren und haben dabei auch die jeweiligen Macken sowie Sprachmuster gut drauf aber irgendetwas fehlt eben einfach. Don Johnson sieht man natürlich sehr gerne wieder, er ist jedoch eben nicht Michael Parks als Ranger Earl McGraw. Ab Episode vier wird die Serie, meiner Meinung nach, dann allerdings etwas besser. Die Dialoge gewinnen an Qualität, man hat sich mittlerweile an die Schauspieler gewöhnt und man erfährt endlich mehr über den Hintergrund vom Titty Twister, bzw. den darin hausenden Vampiren. Was haben Richies Visionen mit den Vampiren zu tun? Wie ist Jacob Fullers (Robert Patrick) Ehefrau wirklich ums Leben gekommen? Was will er mit der Reise nach Mexiko bezwecken? Sind die Vampire um Carlos (Wilmer Valderrama) und Satánico Pandemonium (Eiza Gonzàlez) wirklich Vampire? Was führen sie eigentlich im Schilde und was haben die Gecko Brüder, vor allem Richie, damit zu tun? Diese Fragen stellt man sich nun im weiteren Verlauf der ersten Staffel, die jetzt kein Knaller ist aber trotzdem gut unterhalten kann. Vorausgesetzt es gelingt einem nicht ständig Vergleiche zum Film zu ziehen. Den sollte man weitestgehend ausblenden, ansonsten kann man an der Serie kaum Spaß haben.

4250148709938_B5_w630 (630x420)

Die Produktionswerte aus der TV-Perspektive sind sehr hoch, die Regie sehr solide und das Schauspiel zum größten Teil annehmbar. Don Johnson ist natürlich ein Highlight (obwohl er nach der Pilotfolge nicht mehr viel Screentime hat) und Robert Patrick als Jacob Fuller geht ebenfalls mehr als in Ordnung. Zane Holtz gefällt mir von allen Schauspielern am besten, auch wenn er gegen Ende der Staffel ein wenig an Intensität verliert, doch das ist dann wohl der Geschichte geschuldet. Der restliche Cast macht seine Sache ordentlich. Hier und da gibt es zwar Rückschläge was Darstellung, Geschichte und Dialoge betrifft, richtig schlecht wird die Serie deswegen aber nicht. Während sie deutlich bemerkbar versucht Abstand zum Film aufzubauen, hält die Show storytechnisch ein paar Zügel unnötig zu straff, wobei sich dann komischerweise das meiste des seltsamen Humors (z.B. Ranger McGraws runterzählen der Zeit im Piloten ist eine wunderbare kleine Sequenz) im Verlauf der ersten Staffel verliert. Das Labyrinth unterm Titty Twister wirkt vergleichsweise ziemlich klein, kommt wenig überzeugend rüber und das Ende ist ein bisschen schwach, weil man es ja bereits fast genauso kennt. Ein richtiger Klimax fehlt der Serie leider. Es hat den Anschein, als ob den Drehbuchautoren das Vertrauen in ihre eigene Vorstellungskraft abhanden gekommen ist, oder sie wollen sich noch was für die zweite Staffel aufsparen (die gerade gedreht wird). Die Effekte und die Aktion sind gelungen, doch eine Fernsehserie kann sich damit auf lange Sicht hin nicht halten.

Die Serie feierte ihr Debüt in Robert Rodriguez hauseigenem Kabelfernseh-Kanal „El Rey“, der seit etwa einem Jahr in den USA mit Programmkino und Nischenproduktionen für eine mehrheitlich latinoamerikanische Zuschauerschaft für Furore sorgt – aber eben nicht überall empfangbar ist. Einige Zeit später dann erschien die Serie weltweit auf Netflix – und nun auch auf BluRay und DVD. Auf technischem Gebiet befinden sich die DVDs auf hohem Niveau. Rodriguez dreht seit Jahren digital, an der Umsetzung kann man nicht meckern. Ein letztes Wort zum Film. Ungekürzt ist der Rodriguez/Tarantino Klassiker von 1996 hierzulande nicht ohne weiteres erhältlich, dank Indizierung. Die Serie ist ab 18 freigegeben und ungekürzt, allerdings bei weitem nicht so kontrovers wie der Film damals. Zwar spritzt das Blut – ein Vampirfilm eben – ordentlich, aber ansonsten ist die Serie eher amerikanisch zahm. Außerdem sollte man die Serie im Originalton ansehen (was wir sowieso immer machen), denn die deutsche Synchronisation soll bescheiden sein.

4250148709938_B8_w630 (630x420)

BEI AMAZON.DE KAUFENBluRay

4250148709938_C1 (452x640)

  • Darsteller: D.J. Cotrona, Zane Holtz, Eiza González
  • Regisseur(e): Robert Rodriguez
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 3
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: WVG Medien GmbH
  • Erscheinungstermin: 27. März 2015
  • Produktionsjahr: 2014
  • Spieldauer: 436 Minuten

4250148709938_B7_w630 (630x542)

4250148709938_B2_w630 (630x420)

4250148709938_B3_w630 (630x354)

4250148709938_B4_w630 (630x420)

4250148709938_B6_w630 (630x420)

Diese DVDs sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von der WVG Medien GmbH zur Verfügung gestellt.

Copyrightunnamed

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

Das könnte dich auch interessieren …