Ein Mann wird zum Killer / Death Force / Vengeance Is Mine

Doug Russell, ein amerikanischer Elitesoldat, wird von seinen Freunden bitter verraten und auf offener See mit aufgeschnittener Kehle ins Meer geworfen. Doch die Haie müssen hungern, denn er strandet auf einer einsamen Südseeinsel und wird dort von zwei japanischen Soldaten aufgepeppelt und in die Kunst des Schwertkampfes eingeweiht. Nach vollständiger Genesung ist er kein einfacher Soldat der US Army mehr, sondern eine tödliche Waffe mit einer unbändigen Gier nach Rache an seinen ehemaligen Freunden. Mit dem Katana im Gepäck kehrt er in seine Heimat zurück und entfesselt einen blutigen Feldzug gegen seine Peiniger. Die Klinge seines Schwerts ist die Sterbeanzeige für die Arterien seiner Feinde und wie eine psychopathische Sense mäht sie die Köpfe derer weg, die sich ihm in den Weg stellen! (Subkultur Entertainment)

Drei Vietnamkriegskameraden befinden sich nach ihrem Dienst im Dschungel auf dem Heimweg in die Vereinigten Staaten von Amerika und haben eine große Ladung gestohlenen Goldes bei sich. Nachdem die drei Veteranen das Gold an einen zwielichtigen Typen (Santiago-Stammspieler Vic Diaz) verkauft haben, feiern die drei Männer ihren neuen Reichtum an Bord eines Bootes nach Manila. Einer von ihnen, Morelli (Carmen Argenziano aus Vigilante Force / Das Gesetz sind wir, 1976), hat bereits Pläne gemacht wie man das Geld am besten verwenden kann, um die Unterwelt von Los Angeles zu übernehmen. Er macht McGee (Leon Isaac Kennedy aus Penitentiary / Hölle hinter Gittern, 1979) klar, dass ihr Partner Russell bei einem solchen Plan nicht mitmachen wird, da er ein Familienvater ist, der sich zu Hause um seine Frau und seinen Baby-Sohn kümmern möchte. Doch anstatt Russell (James Iglehart) sein Stückchen vom Kuchen abzugeben und ihm somit ein neues Leben mit seiner Familie zu ermöglichen, planen sie ihn einfach umzubringen. McGee lenkt Russell ab, während sich Morelli von Hinten an ihn heranschleicht und ihm die Kehle durchschneidet, wobei McGee noch ein paar Mal mit einem Messer auf Russell einsticht, bevor die beiden ihren ehemaligen Kameraden und Freund im offenen Meer entsorgen.

Glücklicherweise strandet Russell recht bald auf einer Insel, die von zwei japanischen Soldaten besetzt ist, die dort seit dem Zweiten Weltkrieg festsitzen. Während der gewöhnliche japanische Soldat leichte komödiantische Anleihen bereit hält und weitgehend utilitaristisch veranlagt ist (er fängt und kocht Fische, kümmert sich um Trinkwasser, etc.), repräsentiert der japanische General einen Samurai-Meister, der in Bezug auf Joe DiMaggio dazu neigt nostalgisch zu werden. Sie verarzten die Wunden des stämmigen amerikanischen Soldaten und können ihn gesund pflegen. Eigentlich hätte Russell während des stundenlangen Treibens im Meer mit mehreren Stichwunden am Leib etliche Haie anlocken oder völlig ausbluten müssen, doch Santiago könnte wissenschaftliche Logik in diesem Zusammenhang kaum egaler sein. Im Laufe der Zeit wird Russell vom General in der Kunst der Samurai ausgebildet, der dessen ungeschickte Schwerthiebe in etwas weniger ungeschickte tödliche Kraft verwandelt.

Inzwischen haben McGee und Morelli mit ihrer gewaltsamen Übernahme des Drogenhandels in L.A. begonnen, einschließlich einer besonders humorvollen Szene, in der sie in Nadelstreifenanzügen in einem illegalen Pokerraum auftauchen und wie Rumschmuggler der 1920er Jahre mit Tommy-Guns herumspielen. McGee beginnt schließlich damit, sich an Russells Frau Maria heranzumachen, nachdem er ihr erzählt hat, Russell sei im Kampf gefallen. Gespielt von Model und Schauspielerin Jayne Kennedy, stellt Maria eine heißblütige Nachtclub-Sängerin dar, die gerade darum bemüht ist neue Arbeit zu finden. Trotz ihres Bedürfnisses nach finanzieller Stabilität widersetzt sie sich McGees schäbigen Versuchen Einfluss auf sie auszuüben und Russells Rolle als Mann im Haus zu ersetzen. Das Interessante an seinem zunehmend bedrohlichen Verhalten ihr gegenüber ist, dass die beiden Schauspieler zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films bereits acht Jahre miteinander verheiratet gewesen waren.

Kurz nachdem der japanische General Russells Samurai-Training für beendet erklärt hat und ihm verkündet, er solle seine Fähigkeiten „für den Frieden [und] nicht für Rache“ einsetzen, stirbt der gewöhnliche japanische Soldat bei einem Unfall und wäre das nicht schon schlimm genug, wird die Insel nun auch noch von US-Militärs belagert, die nach versprengten japanischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg suchen. Lange Geschichte, kurzer Sinn: der General begeht Seppuku, weil er sich nicht in „Gefangenschaft“ begeben will und Russell kehrt mit den US-Soldaten in seine Heimat zurück, um blutige Rache zu üben. Das meiste des zweiten und dritten Aktes bestehen nun darin, Russell dabei zu beobachten wie er sich durch die Verbrecherorganisation seiner ehemaligen Freunde kloppt und obwohl die Choreographie während dieser Sequenzen nichts Außergewöhnliches darstellt, ist die Action als roh mit ungebundenem Charme zu beschreiben. Der muskulöse James Iglehart repräsentiert eine sehr imposante Figur, die es (für einen Kerl seiner Größe) eigentlich recht gut versteht sich zu bewegen, manchmal jedoch wie ein betrunkenes Nilpferd auf Schlittschuhen rüberkommt. In einigen Fällen (die an Peter O’Brian in The Stabilizer von 1986 erinnern) rutscht unser Held buchstäblich aus und stolpert über sich selbst, während er versucht die Bösewichte zu bekämpfen. Zum Glück stellt Santiago Iglehart und der Stunt-Crew eine Reihe von Sets zur Verfügung, die sie zerstören können, wobei sie oftmals genauso viel Zeit damit verbringen Requisiten zu zertrümmern, wie sich gegenseitig zu bekämpfen.

Im Vorfeld des unvermeidlichen Showdowns zwischen unserem Helden und den beiden Schwachköpfen, die ihm Unrecht getan haben, gibt es einige unglaublich kitschige Todesszenen zu bewundern. Morelli wird anschließend immer paranoider (während sich Russell weiter nach vorne arbeitet) und irgendwann so nervös, so dass er selbst ein gewöhnliches Telefon nicht mehr richtig auflegen kann. Obwohl Kennedy in McGee einen ziemlich schmierigen Bösewicht verkörpert, repräsentiert Argenziano eindeutig den besten Darsteller des Films, denn er legt seinen Charakter mit einer solch schweren Wut an, so dass diese automatisch den Status eines Alphahundes signalisiert. Einige Schauspieler können das Publikum richtig verstören, andere verstehen es besonders gut große Helden zu porträtieren, und nach einer Auswahl seiner Filmrollen zu urteilen, dürfte Argenzianos Charaktertyp eindeutig die Autoritätsperson sein. Dabei schadet auch nicht, dass er während des größten Teils des Films einen prächtigen Schnurrbart und ein ziemlich dichtes Büschel an Brusthaar vorzuweisen hat. Diese Art von Körperbehaarung lässt einen sofort wissen, wer hier das Sagen hat.

Obwohl die Bildkomposition durchweg als ziemlich solide zu bezeichnen ist, besteht die größte Kritik an dem Film darin, dass eine Reihe von Nacht- und Innenaufnahmen sehr schlecht ausgeleuchtet sind. Trotz des offensichtlich niedrigen Budgets gelingt es Cirio H. Santiago dennoch eine ansprechende Blaxploitation-Rachegeschichte mit brauchbaren Darbietungen, fesselnder Action und einigermaßen guten Charakteren zu kreieren. Ein definitives frühes Juwel aus seinem Katalog und eines, das man ohne zu zögern an Exploitation– bzw. Blaxploitation-Fans weiter empfehlen kann.

Subkultur Entertainment bringt Ein Mann wird zum Killer als Nr. 01 ihrer Grindhouse-Collection Vol. 2 in einer tollen DVD / Blu-Ray Combo Veröffentlichung heraus. Das Bild wird uns im 1.85:1 (1080p / anamorph) Format präsentiert, ist sehr gut restauriert worden und lässt kaum Raum zum Meckern. Der Ton bietet mit der deutschen und englischen zwei Spuren (Mono), die angenehm zu hören sind. Hierfür können wahlweise deutsche Untertitel zugeschaltet werden. Als besonderes Extra beinhaltet die Combo ein 11-seitiges Booklet mit dem Titel „Kraft durch Tod – Death Force oder Ein Mann wird zum Killer“ mit einem tollen, interessanten sowie informativen Text von Pelle Felsch der sich zuerst einmal mit den Begriffen Grindhouse– und Bahnhofskino auseinandersetzt, um dann über die Themen „Männerfilme„, „Filme von den Philippinen: Männerfilme“ und „Filme von Cirio H. Santiago: Männerfilme“ zu „Der Film DEATH FORCE: Ein Männerfilm“ zu kommen. Die klasse Veröffentlichung kommt in einem ansprechend gestalteten O-Card Schuber daher und hat auch ein unterschiedliches Covermotiv zu bieten.

Bonusmaterial:

  • „Machete Maidens Unleashed“ (ca. 87 Minuten)
  • Grindhouse Trailershow
  • Filipino Exploitation Trailer Reel (ca. 37 Minuten)
  • Bildergalerie
  • Trailer
  • Behind the Scenes Galerie
  • Sammel-Schuber für insgesamt 10 Teufelswerke

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  • Seitenverhältnis: 16:9 – 1.85:1, 16:9 – 1.77:1
  • Alterseinstufung: Nicht geprüft
  • Regisseur: Santiago, Cirio H.
  • Medienformat: Limitierte Auflage
  • Laufzeit: 1 Stunde und 50 Minuten
  • Darsteller: Kennedy, Jayne, Kennedy, Leon Isaac, Inglehart, James, Argenziano, Carmen
  • Untertitel: Deutsch
  • Sprache: Deutsch (Mono), Englisch (Mono)
  • Studio: Subkultur Entertainment

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Die Screenshots stammen nicht von dieser Edition !!!

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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