Empire Of Ash – Die Zeit nach dem Ende / Maniac Warriors

Düstere Einöde und verbranntes Land – die Zeit nach dem Ende. Kämpfe um frisches Blut und Benzintanks. Im „Neuen Staat Idaho“ – einem „Imperium auf Asche“ – toben Kämpfe zwischen gesunden Überlebenden und „LARDS-Infizierten“, die zum Weiterleben ständig Frischbluttransfusionen von „Nicht-Infizierten“ brauchen. Für beide Gruppen geht es ums nackte Überleben und so gibt es keine Gnade. Inmitten dieses düsteren Szenarios sucht die schöne Danielle mit Hilfe des „Einsamen Kämpfers Orion“ nach ihrer vermissten Schwester. Sie erleben ein Abenteuer nach dem anderen… (Carrera Topline)

In einer postapokalyptischen Zukunft wurden die Städte zerstört, sodass die Überlebenden die verbleibenden Wälder durchstreifen. Eine aggressive, herumreisende Bande von „wahnsinnigen Kriegern“ namens LARD, das für Leukocytes Acquisitors for Remission of Disease steht, terrorisiert und tötet Menschen. Wenn sie nicht töten, entführen sie ihre Opfer und stehlen ihnen ihr Blut, damit sie weiterhin überleben können. Natürlich werden sie von einem wahnsinnigen Prediger angeführt, der Leichentuch trägt und als seine Truppe das falsche Mädchen entführt, schließen sich ihre Schwester und ein Überläufer von LARD (der jetzt ein guter Kerl ist) zusammen, um sie zu retten. Wer wird sich durchsetzen – die blutreinen Überlebenden oder die Maniac Warriors?

Während dieser Film im fiktiven Staat New Idaho spielt, wurde er tatsächlich in Kanada gedreht. Es handelt sich dabei um ein Standard The Road Warrior (Mad Max 2 – Der Vollstrecker, 1981) Knockoff, wobei die Filmemacher vermutlich dachten, dass die Zuschauer die Verbindung nicht herstellen könnten, wenn sie den Film im Wald drehen. Selbstverständlich hat es sich American International Pictures nicht nehmen lassen den Streifen in den USA zu veröffentlichen. Verwirrenderweise ist dieser Film auch als Empire of Ash 2 bekannt (der ursprüngliche Titel lautet Empire of Ash). Dies muss das erste Mal in der Filmgeschichte sein, dass ein Film und seine Fortsetzung DERSELBE FILM sind!??! Naja gut, das spart Zeit und Geld. Selbstverständlich existiert auch eine richtige Fortsetzung des Streifens mit dem Titel Last of the Warriors von 1990. Dieser Film ist als Empire of Ash 3 oder The Bronx 2001 bekannt, für diejenigen, die noch den Überblick behalten können. Es gibt einiges an interessanter Kameraarbeit und bemerkenswerten Stunts zu bestaunen, insbesondere angesichts des restriktiven Low-Budget-Status, doch die Tatsache, dass dies bestenfalls als ein mittelmäßiger Ausflug auf die Straßen der Endzeit zu bezeichnen ist, bleibt dennoch bestehen.

Trotzdem muss man die Gestaltung einiger der Outfits und Fahrzeuge einfach nur lieben – man kann eben sofort erkennen, dass es sich hier um eine postnukleare Zukunft handelt, weil die Hauptschurkin gekräuselte Haare hat. Und da der Film nicht genug Handlung für 90 Minuten bereithält, schert er in die Geschichte zweier Überlebenskünstler ein. Sie spielen Gunsmoke und Ikari Warriors auf einem postapokalyptischen Nintendo, also muss man sich schon enorm um sie sorgen, in dieser absoluten Notlage. Außerdem gibt es einigermaßen rockige Musik zu hören, darunter eine Coverversion von „Born to be Wild“ und eine Originalmelodie eines gewissen John Wednesday mit dem Titel „Gonna Get Some“.

Zu guter Letzt muss noch erwähnt werden, dass in diesem Film ein Raketenwerfer-Hut vorkommt. Aus dem absoluten Nichts läuft ein Charakter mit diesem Gerät auf dem Kopf ins Bild und sprengt eine Scheune mit einem Projektil, das von seinem Fischerhut abgeschossen wurde und geht weg. Warum es einfacher, jedoch viel uncooler ist, eine Rakete von einer Kopfbedeckung abzuschießen, bleibt ungeklärt. Abgesehen von der offensichtlichen Frage, WARUM!??????!, wird die Verwendung eines Raketenwerfer-Hutes wärmstens empfohlen. Schließlich kann man das Ding als eine willkommene Erfindung in dieser schrecklichen Welt beschreiben. Sicher, ein Jahr zuvor hatte Heather Thomas in Cyclone (Tornado, 1987) bereits großartig fiese Helm-Laser zur Schau gestellt, doch dieses kleine Stück von völliger Verrücktheit stellt hier trotzdem ein Filmhighlight dar. Bedenkt man das äußerst niedrige Budget, im AIP-Stil, versteht es dieser Film dennoch abzuliefern. Er enthält auch noch einige andere seltsame Szenen (die hier nicht gespoilert werden sollen) – der Film als Ganzes ist allerdings nicht seltsam, schräg und wirr genug, um vollen Kultstatus zu rechtfertigen.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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