Endgame – Das letzte Spiel mit dem Tod / Endgame – Bronx lotta finale

2025. Seit einem Atomkrieg liegt New York City in Trümmern, bevölkert von Aasfressern und telepathischen Mutanten, die von der Elite gejagt und getötet werden. Um die Menschen dieser Welt vor Aufruhr zu bewahren, wurde die Reality-Game-Show Endgame entwickelt, in der Jäger und Gladiatoren an der Stelle von Kriegsführung bis zum Tod kämpfen.

Lilith (Black Emanuelle höchstpersönlich, Laura Gemser, als Moira Chen! gelistet) verkörpert eine Mutantin mit telepathischen Fähigkeiten, die Schutz für ihre Bande von Mutanten sucht. Sie engagiert den besten Endgame-Spieler aller Zeiten – Ron Shannon (Al Cliver aus Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies und Die Geisterstadt der Zombies) – um zu helfen. Shannon hat seine eigenen Probleme, da er mitten im Endgame steckt und gegen professionelle Killer wie Kurt Karnak (George Eastman, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat) antreten muss, der einst Shannons Freund aus Kindertagen war und jetzt sein größter Rivale geworden ist. Als Shannon und Karnak das letzte Mal in einem Endgame aufeinander trafen, lief die Zeit ab, bevor es zu einer Entscheidung kommen konnte. Lilith unterstützt Shannon mit Hilfe ihrer übersinnlichen Fähigkeiten, um Karnak zu besiegen. Woraufhin sein Sponsor sowie die Kameraleute auftauchen und ihn bitten Lifeplus (das wahrscheinlich vergiftet ist) vor der Kamera zu trinken, weswegen Lilith per Telepathie nach ihm ruft und er zu ihr eilt, um sie zu retten. Schließlich erklärt sich Shannon bereit ihr und den übrigen Mutanten zu helfen.

Karnak hat aufgrund seiner Niederlage den Verstand verloren, weswegen er nun obsessiv auf Zielscheiben ballert. Oberst Morgan (Gordon Mitchell) und seine Männer versuchen ihn für ihre Sache zu rekrutieren, während Shannon versucht sein eigenes Team zusammenzustellen, darunter Ninja (Hal Yamanouchi, der 2013 in Wolverine: Weg des Kriegers nicht nur Silver Samurai spielte, sondern auch in Nackt unter Kannibalen, 2020 – Texas Gladiators, und Fireflash: Der Tag nach dem Ende als Rat Eater King! mitspielte), Bull (Gabriele Tinti, als Gus Stone gelistet, der mit Gemser verheiratet war und in fast jedem Black Emanuelle-Film auftrat), Kovack (Mario Pedone) und Kijawa (Nello Pazzafini, als Nat Williams gelistet). „Sie sind zu berühmt, um in einer Stadt zu verschwinden, die jeden Tag kleiner wird“, sagt Colonel Morgan, als er Shannon einholt und ihn bittet, Lilith aufzugeben. Dies führt zu einem Feuergefecht, bei dem Shannon von Karnak gerettet wird! George Eastman als guter Kerl? Wer hätte das jemals gedacht!?

Falls man es nicht bereits erraten hat, stellt dieser Film eine perfekte Kombination aus postapokalyptischen Rip-Off mit italienischen Genre-Lieblingen dar, das in einer lächerlichen Welt spielt, in der sich jeder entweder wie ein Wikinger oder wie Dump Matsumoto kleidet. Währenddessen stoßen unsere Helden im Ödland auf Mutanten, die laut Professor Levin (Dino Conti, als Jack Davis gelistet … und oh ja, er kümmert sich um die Telepathen) die ursprüngliche Höhlenmenschenvergangenheit des Menschen mit wilden Instinkten kombiniert haben. Für Laien bedeutet dies, dass sie wie menschliche Fische oder Affen aussehen. Ist das nicht total verrückt!?

Sie stoßen dann auf heilige Mönche, die sich selbst geblendet haben, damit sie sich von Übersinnlichen leiten lassen und jeden töten können, der ihre Vorstellung von Gott verletzt. Was folgt, ist eine Szene mit schwarz gekleideten Maniac Monks, die gegen Maschinengewehre, Granaten, Messer, Motorräder und Menschen kämpfen. Eine Besetzung von Hunderten wird getötet, bis Shannon den gefangenen Übersinnlichen findet und anstatt ihn zu retten, seinen Kopf mit einer Axt spaltet. Daraufhin haben alle Mönche plötzlich keine Ahnung mehr wo sie sind, weswegen sie hilflos herumtorkeln und schreien, dass sie blind sind, während unsere Helden fliehen. Wer nun glaubt die Gruppe würde auf ihrer Flucht nicht über den Kopf eines der Mönche fahren, der hat noch kein italienisches Genrekino gesehen! In der Zwischenzeit erklärt Lilith Shannon, dass sie eines der jungen übersinnlichen Kinder grundsätzlich autistisch hält, denn wenn es anfangen würde Emotionen zu empfinden, könnte es jeden um sich herum auslöschen.

Dann wird der Professor in einer Falle getötet, bittet Shannon jedoch noch, alle zu retten. Bevor Karnak auftaucht, um sie wissen zu lassen, dass weitere Feinde unterwegs sind. Feinde mit Affengesicht und ein Anführer mit Fischgesicht, der zwei Frauen mit nackten Brüsten auf seinem modifizierten Golfwagen mit sich führt! Was ist nur mit diesem Film los!? Ninja und Kijawa werden getötet, während Lilith gefangen genommen wird. Karnak bietet Shannon an, ihm zu helfen, sie zu retten. Lilith übermittelt Shannon in Gedanken, dass Karnak nur Gold will und ihn dann töten soll. Danach reißt der Anführer der Fischmänner Liliths die Kleidung vom Leib und schreit „Schau mich an, während ich dich vergewaltige, verdammt!“ Shannon fragt in Gedanken nach, ob es ihr gut geht, weil er Blitze sieht und sie antwortet: „Ja, mir geht es gut“, während ein Fischmutant überall auf sie drauf sabbert.

Als die Jungs dort ankommen, ist Lilith vollständig bekleidet und der Mutant schläft auf dem Bett, als wäre er ohnmächtig. Soll man nun also glauben, sie habe es genossen? Oder dass sie einfach mitgemacht hat? Naja, befindet man sich auf der Suche nach Woke-Feminismus, dürfte ein Joe D’Amato Film wahrscheinlich die letzte Möglichkeit darstellen, wo man herumwühlen sollte. Danach finden sie Kovack, den die Mutanten in einer Mauer zurückgelassen haben. Sie können ihn nicht befreien und er will sterben, also bricht ihm Karnak das Genick und tritt dann gegen einen ganzen Raum voll von Mutanten an, während Shannon und Lilith fliehen. Sie kann fühlen, dass Karnak in Schwierigkeiten aber nicht tot ist, worauf Shannon antwortet: „Das Schicksal entscheidet über den Gewinner von Endgame, nicht ich.“ Lilith trifft wieder auf die Kinder und alle feiern, dass sie nur zehn Kilometer vom Rendezvous entfernt sind. Natürlich wartet die Regierung bereits darauf, alle auszuschalten.

Mit SS-Logo geschmückte Sturmtruppen tauchen auf und fangen gerade an zu schießen, während Shannon Tommy (eines der mutierten Kinder) überredet auf telekinetische Art und Weise Windstürme zu erzeugen und mit einem Maschinengewehr sowie einer Lawine alle Soldaten zu töten. Er lässt sogar ein Auto schweben, das dann mehrere Gegner zerquetscht und ein Feuer entzündet, das noch mehr Feinde auslöscht. Dann zwingt er Colonel Morgan sich umzubringen. Lilith bittet Shannon mit ihnen mitzukommen, doch er entgegnet: „Du bist die Zukunft und ich die Vergangenheit.“ Sie geht, während er mit dem Gold im Ödland zurückbleibt. Gerade als er sein Gold aufheben will, kehrt Karnak zurück und eröffnet ihm, dass sie die letzte Runde noch nicht ausgespielt haben. Er wirft seine Waffe weg, während man eine unglaubliche Einstellung von beiden Männern präsentiert bekommt, wie aus einem Western. Sie stürzen sich mit Messern bewaffnet aufeinander und … die Kredits rollen.

Das Plakat des Films verspricht: „Für einen Endgame-Champion im Jahr 2025 gibt es nur einen Weg zu leben. Gefährlich.“ Wobei dieser Film das mehr als auslebt. Sollte man D’Amato nur aufgrund seiner Erwachsenenfilme oder aus Gorefests wie Buio Omega (Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf, 1979) und Antropophagus (Der Menschenfresser, 1980) kennen, sollte man sich Endgame – Das letzte Spiel mit dem Tod unbedingt ansehen. Der Streifen fühlt sich zwar etwas überfrachtet an, was Plot sowie Charaktere betrifft, versteht es allerdings bestens zu unterhalten. Außerdem antizipiert der Streifen doch irgendwie Running Man (1987) mit Arnold Schwarzenegger voraus.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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