Escape from Tomorrow

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Einige Tage Spaß und Vergnügen hat sich Jim versprochen, als er mit seiner Familie in Richtung des bekanntesten Vergnügungsparks der Welt aufbricht. Doch in der bonbonbunten Welt beginnt Jim allmählich, die Kontrolle darüber zu verlieren, was Wirklichkeit und was alptraumhafter Wahn ist. Inmitten des familienfreundlichen Spaßzwangs wird Jim von verstörenden Visionen und beklemmenden Entdeckungen über die wahre Natur des Vergnügungsparks heimgesucht. Sind die Prinzessinnen nebenbei Edel-Prostituierte? Und wer sind die beiden französischen Teenagerinnen, die ihm immer wieder über den Weg laufen?
Auf bizarre Art und Weise und ohne Genehmigung gedreht, ist Escape From Tomorrow ein Film, den es eigentlich nicht geben dürfte: Psychedelisch, surreal, beklemmend und visionär, entführt Regisseur Randy Moore mit seiner provokanten Satire auf die faszinierend dunkle und verstörende Seite des „glücklichsten Platzes auf Erden“ und zeigt uns den Horror, der hinter der Fassade des Glücks lauert. Jim hat soeben erfahren, dass er gefeuert wurde. Weil er sich dabei zum Urlaub im Disneyland befindet und seiner Familie den Spaß nicht verderben will, behält er die Angelegenheit für sich und macht gute Miene zu buntem Spiel. Doch je mehr er versucht, sich zu amüsieren, desto stärker droht ihm die Realität zu entgleiten. Jim hat Visionen von belebten Animationen und verführerischen Frauen, auch wecken zwei minderjährige Französinnen seine Aufmerksamkeit, ungeniert steigt er ihnen nach. Der Familie aber gefällt die Entwicklung gar nicht. (Koch Media)

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Heimlich innerhalb der Mauern von Disney World und Disney Land gefilmt (nachdem die kleine Crew aus Disney World herausgeworfen wurde), hätte dies ein Killer-Kurzfilm werden können. Für eine Laufzeit von 90 Minuten funktioniert das Konzept des Films im Gegensatz zu der Grundidee allerdings nicht besonders gut. Der spannendste Aspekt von Escape from Tomorrow ist sicherlich, daß der Film ohne Drehgenehmigung in den beiden Disney Parks gedreht werden konnte, was bei der überhöhten Sicherheitsüberwachung sehr schwierig gewesen sein muss. Die Idee, die dunkle Seite hinter der schillernden Fassade dieser Freizeitanlagen zu porträtieren ist grandios, doch bei der Umsetzung hapert es dann zuweilen gewaltig. Wenn man dem Geschehen aufmerksam folgt, merkt man bald, daß beim Editing einige Fehler gemacht und nicht alle Szenen in den Parks gedreht wurden. Das ist jedoch leicht zu verschmerzen, denn wenn man die berühmtesten Freizeitparks der Welt nicht kennt, werden einem bestimmte Dinge gar nicht auffallen. Zum Beispiel, daß beim Schnitt öfters zwischen den „Spaß-Höllen“ hin und her gesprungen wird und viele Kostüme der Parkangestellten einfach keine original Disneykostüme sind.

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Der Film handelt von einer ziemlich schrecklichen Familie, die einen schönen und erholsamen Tag in Disney World verbringen möchte. Der kleine Sohn ist ein verzogener Bengel, die Mutter ein freudloser Kontroll-Freak und der Vater ein widerlicher Perverser, der sich den ganzen Tag lang sexuellen Fantasien mit minderjährigen Mädchen und dem Alkohol hingibt. Die kleine Tochter ist einfach nur niedlich. Natürlich soll hier dargestellt werden, daß ein solcher Tag meistens alles andere als erholsam und schön werden kann. Man irrt weitgehend orientierungslos auf dem riesigen und überfüllten Anwesen umher, streitet sich, hetzt von einem Fahrgeschäft zum nächsten, um dort dann ewig lang anstehen zu müssen und von der Sonne gebraten zu werden. Hier verliert der Vater noch zusätzlich langsam seinen Verstand, während alle möglichen seltsamen Dinge an dem „glücklichsten“ Ort der Erde geschehen.

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Von der technischen und schauspielerischen Seite her ist Escape from Tomorrow wirklich gelungen aber einzelne Plot-Elemente können einfach nicht überzeugen und ergeben teilweise gar keinen Sinn. Der Film wird unnötig in die Länge gezogen, was ihm eher schlecht bekommt und wie schon weiter oben erwähnt sind beim Editing etliche Fehler gemacht worden. Als Kurzfilm hätte das Konzept bestimmt funktionieren können … aber so!? Selbstverständlich ist das alles Geschmackssache, mich konnte die Umsetzung dieser sehr guten Idee allerdings nur sehr mäßig begeistern. Die Aussage, die der Film treffen möchte, wird aber trotzdem vernünftig übermittelt. Der Atmospähre wegen wurde der Streifen in Schwarz/Weiß gedreht…

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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