Fear the Viper (Inherit the Viper)

Inherit the Viper

Inherit the Viper ist ein Drogenkrimi von 2019, der bei uns jetzt unter dem Titel Fear the Viper von Koch Films auf dem Heimkinomarkt erscheint. Das Spielfilmdebut von Regisseur Anthony Jerjen handelt von den Geschwistern Kip (Josh Hartnett), Josie (Margarita Levieva, bekannt aus The Lincoln Lawyer oder den Serien The Deuce und The Blacklist) und Boots (Owen Teague) Conley. Die Conleys sind schon seit den Zeiten des längst verstorbenen Vaters (und der abgehauenen Mutter) im Drogengeschäft. Während Kip ein Baby erwartet, und mit großer Skepsis auf diese Form des Lebensunterhalts blickt, ist Josie das Hirn hinter der Operation und diejenige die den örtlichen Sheriff auf Distanz hält. Der junge Boots hingegen kennt die Schattenseiten nicht, kennt aber auch keine anderen Perspektiven in diesem armen Nest, und stürzt sich gierig auf jede Chance, mit seinen älteren Geschwistern Kohle zu machen. Sie alle sehen wie um sie herum die Drogen Familien zerstören, und als zuerst Boots fast umgelegt wird, und dann Kip, ist für letzten klar dass die Zeit gekommen ist, auszusteigen…..

Inherit the Viper

Filme dieser Art gibt es aber ja vermehrt, und vielleicht ist es auf eine gewisse Art auch gut so, dass man das Amerika, das man als Tourist eben nicht sieht, öfter im Wege von Unterhaltung kennen lernt: desolate Landstriche, Arbeitslosigkeit und die Opioid-Epidemie. Neulich sah ich Little Woods auf Amazon, der mich ein wenig beeindruckte, und dann gibt es natürlich diverse andere Filme, wie der etwas post-apocalyptische Donnybrook, der überbewertete Hillbilly Elegy oder Kracher wie Hell or High Water und Wind River. Inherit the Viper spielt nicht in diesen Ligen, aber glänzt – für ein Spielfilmdebut – mit passender Atmosphäre (dunkle Bilder, düstere Szenen, schwere Musik) und einer sehr guten Besetzung.

Inherit the Viper

Interessant wen der Regieneuling noch so alles um sich scharen konnte. Der unscheinbare Drogenthriller aus der Phalanx an Filmen über die US-Drogenepedemie punktet außerdem mit Bruce Dern (Coming Home) als Barbesitzer Clay Carter, einem Kurzauftritt von Brad William Henke (Fury) und Chandler Riggs (The Walking Dead). Auch den Sheriff (Dash Mihok) kennt man von z.B. aus der Serie Ray Donovan oder dem Film The Silver Linings Playbook. Gute Darbietungen rund herum, ein deprimierendes Setting und ein mulmiges Gefühlt im Bauch: Inherit the Viper macht viel aus Setting und Besetzung.

Inherit the Viper

Richtig gut wird der Film in den Momenten, in denen er etwas Interpretation und Reflektion andeutet, zum Beispiel wenn Boots darlegt dass ihn hier keine besser Zukunft erwartet als mit Drogen zu dealen, oder wenn Kip seine Schwestern konfrontiert mit der Feststellung dass es doch einen Ausweg geben müsse. Auch die Momenten in denen man erfährt dass es so etwas wie ein Arrangement mit dem Sheriff gibt, und wenn man erfährt dass die Familie im Ort verhasst ist dafür was sie an Leid über die Bevölkerung bringen, das sind Momenten in denen der Regisseur ein wenig einen Schritt zurück tut und kritisch beäugt was er den Rest der Laufzeit aber einfach als düsteres Drama abspult. Während überkandidelte Hype-Oscarmagneten wie Hillbilly Elegy eine falsche, fast schon voyeuristische Sichtweise von pseudo-Romantik (gemischt mit Mitleid) auf das Leben abseits des amerikanischen Traums legen, lässt Inherit The Viper bis auf die benannten Momente gar nicht viel Perspektive wahrnehmen. Am Ende scheitert der Film daran, er ist zu deskriptiv. Das beiseite handelt es sich aber um einen völlig soliden Film der deutlich besser ist als es seine Straight-to-BluRay Karriere vermuten lässt.

Inherit the Viper

Das Bild ist total okay für eine DVD. Soweit es sich auf basis des SD-Pixelbreis beurteilen lässt, dürfte einen mit der BluRay ein sehr solides, aber düsteres und von erdigen Tönen gezeichnetes Bild erwarten, dessen Kontrast- und Schwarzwerte hoffentlich befriedigend sind. Der Ton (auf der DVD ist es 5.1 in Dolby Digital, auf BluRay ebenso aber in DTS-HD MA) klingt recht gut und bietet auch einiges an Raumklang und guten Tiefen, obwohl die Dialogverständlichkeit teilweise etwas arg leidet. An Extras gibt es nur den Trailer und einige Bilder.

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Die DVD wurde uns für diese Besprechung zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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