Final Mission / Last Mission

Sie haben seine Familie vernichtet, ihm den Job gestohlen, die Rache stiehlt man ihm nicht – und sie ist furchtbar! Denn Vince hat es gelernt zu kämpfen, ist ein todsicherer Virtuose auf seinem MG 82. Schon damals im Dschungel von Laos haben seine Feinde es spüren müssen, und damals in Laos begann auch der unbarmherzige Hass zweier grundverschiedener Männer, von denen einer ein Held und der andere ein Verräter war. Jahre später wird aus Hass unbarmherziger Vernichtungswille, schafft ein gnadenloser Kampf ein neues Schlachtfeld, und man braucht eine Armee, um den Wahnsinn zu stoppen… (MIG Film)

Willkommen zu Final Mission, einem philippinischen First Blood (Rambo, 1982) Rip-Off von Cirio H. Santiago, das zu Beginn ein paar nette Action-Sequenzen enthält (inklusive einer Enthauptung!), während in der letzten halben Stunde dann enorm viele Maschinengewehre abgefeuert werden! Dabei gestaltet es sich so gut wie unmöglich, sich von den Rambo-Vergleichen fernzuhalten. Wenn der Erfolgsfilm von 1982 mit Nam-Szenen, städtischer Gewalt und viel Familiendrama überladen gewesen wäre und man Stallone, Dennehy sowie Crenna gegen große Pappaufsteller ausgetauscht hätte, die mit Messing-Papierverschlüssen zusammengehalten werden, so hätte man diesen Streifen erhalten.

Zugegebenermaßen erwartet man von Final Mission nichts anderes, als einen weiteren lächerlichen Action-Film, doch obwohl einige Momente vorhanden sind, die den Streifen dafür qualifizieren würden, ist er insgesamt als düsterer und ernsthafter als die meisten Low-Budget-Action-Quickies dieser Zeit zu beschreiben. Es scheint so, als wären Vince und Slater Freunde in Nam gewesen, bis Slater zum Verräter wurde. Vince „hackt ein paar Köpfe ab“, um Slaters Aktivitäten zu stoppen, bekommt ihn aber nicht zu fassen. Ein Jahrzehnt später ist Vince (Richard Young aus Freitag, der 13. Teil V – Ein neuer Anfang, 1985) ein Polizist in L.A. und hat mit seiner Frau (mit der er auch einen Sohn hat) sogar eine Familie gegründet. Eines Nachts bekommen sie unliebsamen Besuch, als eine Bande von Sturmhauben tragenden Plünderern, die sich Main Street Men nennen, in ihr Haus eindringt, während Vince und seine Frau gerade Liebe machen. Vince gibt den Eindringlingen selbstverständlich eine Vorstellung seiner Kampfkünste, um ihnen zu zeigen, wer der Boss ist und kann sie schließlich vertreiben.

Nun, Vinces Chef mit irischem Akzent stuft Vince daraufhin als gefährlich und unkontrollierbar ein (wie recht er doch hat!), weswegen er die ganze Familie auf einen Campingausflug schickt, wo sie viel Spaß in berührender Zeitlupe erlebt. Allerdings hat sich Slater irgendwie mit den Überresten der Main Street Men zusammengetan und gemeinsam gelingt es ihnen, Vinces Frau und Sohn mit einer Bombe in die Luft zu jagen. Von diesem Zeitpunkt an spielt Vince ein wenig verrückt und wer kann es ihm schon verdenken. Er schlägt ein paar Jungs in einer Bar zusammen und steckt den Kopf eines Typen in eine mit Natursekt gefüllte Toilette. Daraufhin wird er zum wiederholten Mal von seinem Chef suspendiert, wobei es Vince so langsam zu dämmern beginnt, dass sein alter Kumpel Slater (John Dresden aus Raw Force / Jäger des tödlichen Jade und The Dark) dahinter stecken könnte. Also begibt sich Vince in die kleine Stadt, in der Slaters Bruder den Sheriff spielt, bewaffnet sich mit einem riesigen Maschinengewehr (das mit Munition und allem Zubehör einfach so, ungesichert, in einem Schaufenster ausliegt, hahaha!!!) und schaltet volle Kanne in den Berserker Modus. Seine Rache an Slater und den Main Street Men ist ziemlich schnell ausgeführt, was das Gemetzel jedoch noch nicht beendet. Vince will einfach nicht aufhören, dieses Maschinengewehr abzufeuern, wobei ihm irgendwie nie die Munition ausgeht?!? Wenn der Abspann beginnt zu laufen, ist er tatsächlich immer noch am Schießen.

Bei Final Mission gibt es schon über ein paar unerwartete Dinge zu berichten. Der Sheriff ist nämlich zumindest zunächst sehr sympathisch – er ist nicht sonderlich korrupt oder unfair; er versucht nur seinen Bruder zu beschützen. Während Vince völlig aus dem Rahmen fällt, so dass es sich etwas schwieriger gestaltet mit ihm zu sympathisieren, als er seine tatsächlichen Feinde aus den Augen verliert und nur noch unschuldige Nationalgardisten abballert, die eigentlich nur nach dem Rechten sehen sollten. Die üblichen Schwarz/Weiß Töne dieser Art von Filmen verschwimmen bald in verschiedenen Grautönen, was man als erfrischend bezeichnen kann, obwohl man eine ordentliche Portion lächerlicher Action bereits erwartet hatte. Final Mission versteht es auf jeden Fall beim Publikum zu punkten, weil er auf so unerwartete Art und Weise Lächerlichkeit und schlechtes Schauspiel mit echtem Pathos in Einklang bringt. Ach ja, der Titelsong Always On My Mind, gesungen von Steve Butler (und nicht von Elvis oder den Pet Shop Boys), entpuppt sich als wahrhaftiger 80er Jahre Ohrwurm, den man mehrere Tage nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

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Vorsicht sei geboten! Es könnte sich um ein Bootleg handeln !??!
  • Seitenverhältnis : 4:3 – 1.33:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur : Cirio H. Santiago
  • Medienformat : Dolby, PAL
  • Laufzeit : 1 Stunde und 29 Minuten
  • Darsteller : Richard Young, John Dresden, Karen Ericson, Don Gordon Bell, Jack S. Daniels
  • Sprache, : Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0)
  • Studio : Mr. Banker Films (MIG Film) / Cargo Records

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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