Foxy Brown

Rache treibt Foxy Brown auf eine gnadenlose Jagd. Um den Mord an ihrem Geliebten, einem Undercover-Drogenfahnder, zu rächen, lässt sich Foxy Brown auf ein gefährliches Spiel mit einem Drogenkartell ein. Getarnt als Luxus-Callgirl schmuggelt sie sich in die Drogenmafia hinein, um so an alle wichtigen Informationen zu kommen. Doch der Plan misslingt. Foxy wird enttarnt, von den Zuhältern gefangen gehalten, unter Drogen gesetzt und misshandelt. Was dann passiert, ist viel mehr als nur Rache … (Wicked Vision Distribution GmbH)

Farrah Fawcett, Lynda Carter, Caroline Munro – alles hübsche Damen, gar keine Frage, doch wenn es um Action-Babes der 70er Jahre geht, gibt es keine bessere als Pam Grier. Wunderschön und statuenhaft, gebraucht sie ihre Fäuste genauso wie ihr Aussehen, um ihren eigenen Willen durchzusetzen. So übernahm Pam Grier 1973 ihre erste Hauptrolle im großartigen Blaxploitation-Reißer Coffy, der vom Exploitation-Autoren Jack Hill hervorragend in Szene gesetzt worden ist. Foxy Brown repräsentiert Hills Nachfolger ein Jahr später und wenn der Streifen auch nicht ganz so gut gelungen ist wie Coffy, wird hier trotzdem eine weitere dynamische Grier-Performance als hartredende Frau auf die Beine gestellt, die auf Rache aus ist, nachdem ihr Freund von einer Drogenbande ermordet wurde.

Foxy scheint keinen Job zu haben, aber was sie hat, ist die Liebe eines guten Mannes – des verdeckt ermittelnden Bundesagenten Dalton Ford (Terry Carter). Dalton ist gezwungen sein Gesicht operieren zu lassen und seinen Namen zu ändern, nachdem seine Tarnung aufgeflogen ist, doch Foxy scheint das nichts auszumachen (wahrscheinlich, weil er sie daran erinnert, „mein wichtigster Teil ist immer noch derselbe!“). Das Paar verspricht sich gegenseitig eine ruhige Zukunft sowie das gefährliche Leben hinter sich zu lassen. Allerdings schuldet Foxys sündiger Bruder Link (Antonio Fargas, Straße zum Jenseits, Ghettobusters) der von Dalton infiltrierten Drogenbande etwa 20.000 US-Dollar, weswegen er Daltons neue Identität auffliegen lässt, um seine Schulden begleichen zu können. Schon sehr bald ist der arme alte Dalton tot und Foxy hat nur eines im Sinn – Rache.

Jack Hill war schon immer ein viel besserer Autor/Regisseur, als die meisten seiner Exploitation-Kollegen und auch wenn sich seine Filme oftmals recht formelhaft gestalten, sind sie nie langweilig und manchmal sogar recht lustig. Foxy Brown liefert einige großartige Zeilen ab („I’ve got a black belt in bar stools!“, zischt Grier, nachdem sie während einer urkomischen Keilerei in einer Lesben-Bar eine der Butch-Ladies ordentlich verprügelt hat), hat unvergesslich zweifelhafte Charaktere und jede Menge an angemessen unmoralischem Verhalten zu bieten. Die bösen Drogenbarone kommen besonders amüsant rüber – passend zum Girl Power-Thema des Films werden sie von der äußerst entnervenden Katheryn Loder angeführt und stellen eine so dusselige Ansammlung von Idioten dar, wie man sie kein zweites Mal finden kann. Andere männliche Charaktere – ein korrupter Richter, ein lüsterner Drogenhändler sowie der verabscheuenswerte Link – repräsentieren wenig beeindruckende Beispiele für ihr Geschlecht und werden schnell von der kühlen sowie sachlichen Foxy in ihre Schranken verwiesen. Der einzige anständige Kerl in Foxy Brown ist Dalton und was mit ihm passiert ist, muss wohl nicht wiederholt werden!

Abgesehen von Pam Grier ist Antonio Fargas der einzige Schauspieler, der sich hier wirklich viel Mühe gibt – Terry Carter mag ein paar Jahre später reguläre Arbeit mit Battlestar Galactica gefunden haben, in Foxy Brown spielt er jedoch ziemlich hölzern, während der Rest der Besetzung aus standardisierten Schurken, Polizisten und Nutten besteht. Dem Film fehlt die moralische Zweideutigkeit von Coffy, doch es gestaltet sich schwierig nicht zu jubeln, wenn sich Foxy die Hilfe einer Bürgerwehrgang mit einer mitreißenden Rede über die Sicherheit auf den Straßen sichert oder wenn sie eine Pistole aus ihrem Afro hervorzaubert, um ihre Gegner lässig wegzublasen. Way to go, girl! Ach ja, der galaktisch gute Soundtrack von Willie Hutch darf auch auf keinen Fall unerwähnt bleiben, der wertet den Streifen nämlich nochmal gehörig auf und dürfte zu den besten Blaxploitation-Soundtracks zu zählen sein, die jemals veröffentlicht wurden.

Wicked-Vision veröffentlicht Foxy Brown als Nummer 06 ihrer Black Cinema Collection in einer Scanavo BD-Box (Blu-Ray und DVD), die auf 1.500 Stück limitiert ist. Bild (1,85:1; 1080p / 1,85:1 anamorph) und Ton (Deutsch + Englisch DTS-HD Master Audio 2.0 / Dolby Digital 2.0) bewegen sich, wie vom Label angekündigt, auf ziemlich hohem Niveau, da kann man sich absolut nicht beschweren. Bei dieser Edition wurde KEIN DNR oder irgendwelche Autoclean-Filter zum Einsatz gebracht, wobei die deutsche Fassung zudem erstmals in der korrekten Tonhöhe vorliegt. Außerdem können auf Wunsch deutsche oder englische Untertitel zugeschaltet werden. Insgesamt handelt es sich bei Foxy Brown wieder einmal um eine äußerst gelungene Edition mit interessantem sowie umfangreichem und teilweise exklusivem Bonusmaterial, die bei Liebhabern und Freunden des Blaxploitation-Kinos enorm gut ankommen sollte.

Bonusmaterial:

  • 36-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach und einem Interview mit Pam Grier (gestaltet sich aufgrund des Interviews noch umfangreicher als gewohnt und ist wie immer sehr informativ und unterhaltsam geschrieben worden)
  • Audiokommentar mit Regisseur Jack Hill
  • Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann und Christopher Klaese (wie auch schon bei den vorherigen VÖs der BCC bereitet es wahre Freude den beiden Kommentatoren bei ihren recht informativen sowie unterhaltsamen Ausführungen zu folgen)
  • Dokumentationen: „Action Icon: The Continuing Adventures of Pam Grier“ mit PD Dr. Andreas Rauscher (wieder einmal enorm informativ)
  • Featurettes: „An Exploitation Original“ – Die Filme des Jack Hill
  • „From Black and White to Blaxploitation“– Interview mit Sid Haig
  • „A Not so Minor Influence“ – Interview mit Stuntman Bob Minor
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
  • Ein sogenanntes „Easter-Egg“ lässt sich auch im Hauptmenü finden

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  • Seitenverhältnis: 16:9 – 1.85:1, 16:9 – 1.77:1
  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur: Hill, Jack
  • Laufzeit: 1 Stunde und 30 Minuten
  • Darsteller: Grier, Pam, Carter, Terry, Holcombe, Harry, Loder, Kathryn, Brown, Peter
  • Untertitel: Deutsch
  • Studio: Wicked Vision Distribution GmbH

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Die Screenshots stammen nicht von dieser Edition !!!

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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