G – Der schwarze Panther

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The Internecine Project (G – Der schwarze Panther) ist ein britischer Spionagekrimi aus dem Jahr 1974 mit James Coburn in der Hauptrolle.

Der Amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Robert Elliot (James Coburn) hat in London ein Netz aus Handlangern, Spionen und Informanten aufgebaut. Er berät den US Congress unter anderem in der Außenpolitik und tritt in Talkshows auf. Man könnte in ihm einen CIA-Agenten vermuten, doch konkret arbeitet er für den Manager eines großen Konzerns (Keenan Wynn), der ihm einen noch einflussreicheren Posten verschaffen möchte, unter der Bedingung, dass er sein Netz aus Leuten liquidiert, die ein Risiko darstellen könnten. Als konkreten Anlass wittert er die Nachforschungen der Reporterin Jean Robertson (Lee Grant) – Elliot und die Dame haben aber eine gemeinsame Vergangenheit. Elliot heckt einen verrückten Plan aus, um sich seiner Komplizen in London auf einen Schlag zu entledigen….

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Eines vorweg: Die 18er Feigabe ist aus heutiger Sicht überhaupt nicht gerechtfertigt. Der Film ist zwar ernst, aber weder in Gewalt noch sexueller Thematik explizit – es wird lediglich ruchlos aus politischen Motiven gemordet und dabei viel Whiskey getrunken.

Internecine heißt soviel wie sich gegenseitig zerstörend, leider ist der deutsche Titel nicht weniger sperrig. Das auf einer Vorlage basierende Drehbuch, u.a. von Barry Levinson (Produzent von Who? den ich hier auch kürzlich erst besprochen hatte) entfaltet einen methodischen, fein getakteten Spionagekrimi der so knallhart kalkuliert ist wie er minimalistisch ist. Coburn ist fast zur Schaufensterpuppe degradiert, da sich die tatsächliche Action zumeist nicht im direkten Zutun der Hauptfigur abspielt. Das schafft eine kühle Distanz und eine besondere Spannung.

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Seine vier Kumpane werden gespielt von einem gut gecasteten Quartett. Harry Andrews (Todestanz eines Killers, den es auch bei Explosive Media gibt) spielt einen überraschend brutalen älteren Mann, den Regisseur Ken Hughes (Cromwell – den ich hier auch schon mal besprochen habe, Chitty Chitty Bang Bang, Casino Royale) an eine mörderische Duschszene mit Christiane Krüger (Little Mother; die Tochter von Hardy Krüger) lässt, an der Hitchcock seine Freude gehabt hätte. Sie gibt als Femme Fatale ihr bestes, aber dem Film fehlt es einfach an noch etwas mehr erotischem Pfeffer finde ich. Die Wildcard wird gespielt von Ian Hendry (Dial M for Murder, The Frighteners, Get Carter).

Schauspiellegende Coburn selbst, zu dem Zeitpunkt längst in einer kreativen Phase seiner erfolgreichen Karriere angelangt (Hard Times, Cross of Iron, oder die Italowestern Todesmelodie und A Reason to Live, a Reason to die) begann seine Schauspielere in den 50ern. Erst 1960 kam der Megaerfolg mit Die Glorreichen Sieben und 1963 The Great Escape. Davor und dazwischen machte er jede Menge TV-Arbeit und weniger bekannte Filme von denen viele bis heute bei vielen hiesigen Filmkennern nicht wirklich bekannt sein dürften. Die 70er waren insofern eine super Zeit für ihn und bescherten ihm auch Kooperationen mit Sam Peckinpah und Walter Hill. Als seine Gegenüber ist hier eigentlich die ebenfalls oscarprämierten Lee Grant (Airport ’77die Airport-Reihe habe ich hier schon mal besprochen, Valley of the Dolls, In the Heat of the Night) gedacht, die aber wie ich finde nicht besonders überzeugt. Was bleibt ist ein sauguter kleiner Spionagethriller der doch cleverer ist als man zwischendurch vermuten würde.

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Die BluRay bietet einigermaßen solide Bildqualität, die dem Film seine altersgemäße Körnigkeit vollständig bewahrt, dafür aber nicht so astrein aussieht wie viele andere aktuelle Restaurationsprojekte. Es ist ein kleiner, britischer, ruhiger Film, und so sieht er hier auch aus, mit soliden Kontrastwerten (manche Nachtszenen sind etwas schwer auszumachen, aber das sind wenige), ausreichend Schärfe und guten Details. Der Ton ist ebenfalls total okay (Englisch getestet), mit einigen soliden Tieftönen sogar, mit denen der eingängige Score gut zur Geltung kommt, aber nicht perfekter Dialogverständlichkeit. Alternativ kann man die deutsche Synchronfassung anwählen oder sich wahlweise deutsche oder englische Untertitel dazu aktivieren. Die einzigen Extras sind der Kinotrailer und eine Bildergalerie.

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Die Bluray wurde uns für diese Besprechung zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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