Giallo – Die Farbe des Todes (Hörspiel)

Die Fernsehmoderatorin Graciella wird Zeugin des brutalen Mordes an einer ungeliebten Konkurrentin. Aus einem Versteck heraus beobachtet sie die Bluttat des Maskierten und kann nur mit knapper Not entkommen. Aufgrund ihrer persönlichen Verwicklung in den Fall, traut sie sich nicht, zur Polizei zu gehen. Der behandschuhte Mörder sucht weitere Mitarbeiter des Fernsehsenders heim, für den Graciella arbeitet und der gerade eine Reihe mit klassischen italienischen Thrillern der 70er Jahre ausstrahlt. Während die Polizei mit jeder weiteren Leiche immer tiefer im Dunkeln tappt, sucht der Killer den Kontakt zu Graciella, die sich ihrerseits Verstärkung in Form des gescheiterten Paparazzo Stefano beschafft hat. Ein verhängnisvolles Katz- und Mausspiel nimmt seinen Lauf, an dessen Ende es kein Zurück mehr gibt. Für Niemanden… (Highscore Music)

Die 27. Folge der Hörspielreihe MindNapping trägt den Namen Giallo – Die Farbe des Todes und wurde von Markus Duschek geschrieben, der, genauso wie Labelchef Patrick Holtheuer, Fan dieses Genres ist. Gleichzeitig stellt die Folge den Auftakt zum gleichnamigen Ableger dar, denn Giallo geht losgelöst von MindNapping als eigenständige Serie an den Start. Für alle, die nicht wissen, was denn ein Giallo eigentlich ist, kann man einerseits im Booklet-Text und andererseits im Hörspiel selbst Erklärungen dazu finden. Diese Erläuterungen sind allerdings sehr geschickt in die Handlung eingewebt, sodass das Hörvergnügen dadurch überhaupt nicht gestört wird. Insbesondere Genre-Liebhabern sollte dies einiges an Spaß bringen, denn neben einer düsteren Handlung, Spannung, jeder Menge Gewalt, harter Sprache und ein wenig Sex, weiß das Hörspiel mit etlichen Querverweisen zum Nischengenre zu überzeugen. Die Melange funktioniert hervorragend, weswegen der geneigte Hörer kurzweiligen Hörspielspaß geboten bekommt, der allerdings eher für den älteren Konsumenten geeignet ist.

Schon wenn die Titelmusik erklingt, entfaltet sich echte Giallo-Stimmung, während über die gesamte Laufzeit eine angemessene Atmosphäre kreiert wird. Hierfür zeichnet sich Marcel Schweder verantwortlich, der fantastisch mixt und mastered. Im Sprecherbereich ist diese Folge ebenfalls erstklassig besetzt. In den Hauptrollen bekommt man Mica Mylo als Graciella Bolkan und Robert Missler als Paparazzo Stefano zu hören, während der Part des Modezaren Massimo D’Amato von Michael Prelle übernommen wird. Auch die weiteren Rollen sind sensationell gut verteilt worden. Hier bekommen wir unter anderem Torsten Sense, Ulrike Stürzbecher, Jaron Löwenberg, Martin Sabel und Stephanie Kirchberger zu hören.

Der erste Ausflug in italienische Gefilde ist mit Folge 27 absolut gelungen und macht von der ersten Minute an Spaß. Wer mit Mord und Erotik in Reinform etwas anfangen kann, wird Giallo richtig gut finden. Alle anderen Hörer könnten möglicherweise an der rauen Sprache und den widerlichen Morden an schwachen Frauen Anstoß finden. Diese Folge erhält jedenfalls eine klare Hörempfehlung. Ach ja, das Wendecover stellt einen weiteren Pluspunkt dar, da es im Stil der Mondadori Giallo „Groschenheft“-Reihe gehalten ist.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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