Grenzkontakte – Exkursionen ins Abseits der Filmgeschichte

grenzkontakte-kopie-2

Grenzkontakte. Wann sich diese ereignen, ist schwer vorhersehbar. Ein Überschreiten oder nur Berühren der Grenze wird erst in dem Moment offenbar, in dem es passiert. So ist es auch nicht berechenbar, ob ein Film Grenzen überschreiten kann und wird – oder ob er uns dieses Erlebnis bescheren wird. Wir wissen es nicht vorher. Aber danach. Wenn uns dieses Ereignis trifft wie Blitz. Ein solcher kinematographischer Grenzkontakt erhellt unser Leben wie ein Gewitter den nächtlichen Himmel. Energie fließt frei und chaotisch. Durchströmt unseren Körper. Dringt über Netzhaut und Trommelfell ins Innerste vor. Es gibt solche Filme, die sich schlicht ereignen. Und immer kommen sie scheinbar aus dem Nichts. Aus dem Abseits der Filmgeschichte. Für diese Filme lohnt es sich zu leben. (Marcus Stiglegger)

The-blackout_0

Marcus Stiglegger, einer der originellsten und mutigsten deutschen Filmwissenschaftler, ist bekannt von zahlreichen Artikeln (epd Film, Splatting Image, Deadline), Buchveröffentlichungen und Bonusmaterialien zu Heimkinoveröffentlichungen. In dem vorliegenden Buch versammelt er höchst persönliche Texte zum wilden Sehen – zum Kino als einem existenziellen Erlebnis.

THIEF_Szenenbild_1

grenzkontakte ist Marcus‘ „Liebeserklärung an das Kino und die Filmkunst“. Er berichtet dem geneigten Leser von „einer Inneren Erfahrung der Ganzheit“, die uns „wie kein anderes Medium mit existentiellen Freuden“ belohnt. Dabei spricht er nicht von berechenbaren und kalkulierten Filmen, „den geplanten Event-Film, der mit 3-D-Technik und Surround-Gewitter die Sinne betäubt.“ Nein, Herr Stiglegger bringt uns mit den Kapiteln Hundewelten den Mondo-Film näher, in Blut auf schwarzer Seide erörtert er Mario Bavas Stil zwischen Gothic-Horror und Giallo-Thriller und erinnert mit Es ist die blaue Iris an Dario Argentos Suspiria. Über Abel Ferraras The Blackout, Liliana Cavanis Der Nachtportier, Michael Manns Der Einzelgänger und Takeshi Kitanos Hana-Bi schlägt er mit Die Wüste, das Nichts einen Bogen zu Bruno Dumonts existenzialistischem Kino und präsentiert einen Nachruf auf Andrzej Zulawski. Mit grenkontakte entführt uns Marcus Stiglegger in seine Gedankenwelt über den Film und gewährt uns einen interessanten sowie informativen Einblick in seine vier Jahrzehnte umfassende Erfahrung „mit dem komplexesten und verführerischsten Medium der Kunst: dem Spielfilm.“

Die Stunde, wenn Dracula kommt

Bei Amazon kaufen

grenzkontakte

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Martin Schmitz
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3927795739
  • ISBN-13: 978-3927795730
  • Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 2,5 x 18 cm

stiglegger_foto_nadine_demmler

 

Biografie
Prof. Dr. Marcus Stiglegger (* 1971) ist einer der gefragtesten und aktivsten deutschsprachigen Filmspezialisten und arbeitet regelmäßig mit Rundfunkmedien zusammen. Stiglegger veröffentlichte bislang über 25 Bücher als Autor und Herausgeber, u.a. über Dario Argento, David Cronenberg, Akira Kurosawa und das internationale Terrorkino. Zudem schreibt er regelmäßig eine Kolumne für die Zeitschrift DEADLINE und produziert Bonusmaterial für DVDs und Blurays. Er ist Musiker und Drehbuchautor (u.a. TV-Serie DER FAHNDER). Stiglegger übt Lehrtätigkeiten u.a. an Universitäten und Filmhochschulen in Mannheim, Klagenfurt, Regensburg, Ludwigsburg, Köln, Wroclaw und Clemson/SC aus. In seiner wissenschaftlichen Laufbahn wurde er durch zahlreiche Veröffentlichungen zu Filmästhetik, Filmgeschichte und Medientheorie bekannt. Seine Dissertation wurde als Standardwerk gewürdigt: „SadicoNazista. Geschichte, Film und Mythos“ (1999, 3. Auflage Hagen 2014), in seiner Habilitation „Ritual & Verführung. Schaulust, Spektakel & Sinnlichkeit im Film“ (Berlin 2006) entwickelt einen eigenständigen filmtheoretischen Entwurf, die Seduktionstheorie des Films.
Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind die Körpertheorie der Medien, die Seduktionstheorie der Medien, die Dialektik von Mythos und Moderne in der populären Kultur, Medienkulturanthropologie, der Holocaust in den Medien, Genretheorie, Autorentheorie. Er ist Mitglied der GfM-AGs Film, Genre und Populäre Kultur sowie der internationalen Filmkritikerorgansiation Fipresci und des deutschen Verbands für Filmkritik.
Aktuelle Veröffentlichungen: Kurosawa. Die Ästhetik des langen Abschieds, München 2014, und Verdichtungen. Zu Ikonologie und Mythologie der populären Kultur, Hagen 2014. Herausgeber des Kulturmagazins :Ikonen:. Herausgeber der Buchreihen ,Medien/Kultur‘, ,Kultur + Kritik‘ (Bertz + Fischer) sowie ,Mythos|Moderne‘ (Eisenhut). Gegenwärtig ist Stiglegger Vizepräsident der DEKRA Hochschule für Medien in Berlin. (Martin Schmitz Verlag)

Dieses Buch wurde uns freundlicherweise vom Martin Schmitz Verlag zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

Das könnte Dich auch interessieren …