Guns Akimbo

Der erfolglose Videospielentwickler Miles (Daniel Radcliffe) landet zufällig auf der Seite von „Skizm“, einem im Darknet live übertragenen Actionspiel, bei dem die Teilnehmer zu tödlichen Deathmatches antreten. Miles wird zum unfreiwilligen Mitspieler von „Skizm“, bekommt eine automatische Waffe in jede Hand geschraubt und muss gegen die unbesiegbare Kampfmaschine Nix (Samara Weaving) antreten. Doch statt zu kämpfen, tritt Miles lieber die Flucht an. Erst als seine Ex-Freundin Nova (Natasha Liu Bordizzo) entführt wird, ist Miles gezwungen, sich dem Kampf auf Leben und Tod zu stellen. (Leonine)

Hätte irgendjemand die Art von Karriere vorhergesagt, die Daniel Radcliffe nach der Harry-Potter-Serie eingeschlagen hat? Man dachte eventuell, er sei ein guter Schauspieler, nicht so gut wie Emma Watson, jedoch besser als Rupert Grint und vielleicht würde er langweilige Rom-Coms drehen oder in der einen oder anderen eigenartigen TV-Serie mitwirken. Aber nein, er hat einige wirklich bizarre Projekte ausgewählt, wie den erstaunlich seltsamen Swiss Army Man, den absonderlich übernatürlichen Horns – Für sie geht er durch die Hölle und die sehr lustige TBS-Fernsehserie Miracle Workers sowie Auftritte in BoJack Horseman und 2 Dope Queens.

Jetzt hat er die Hauptrolle in diesem verrückten Videospiel-ähnlichen Action-Wahnsinn von Jason Lei Howden übernommen, dem Autor / Regisseur vom ordentlichen Deathgasm (2015). Es handelt sich dabei um eine extrem bekloppte, jedoch sehr lustige Angelegenheit, in der im Untergrund ein Kampfclub namens Skizm existiert, eine illegale Organisation, die Psychopathen dazu bringt, sich gegenseitig zu bekämpfen, während die Konfrontationen gefilmt und online gestreamt werden, wobei sich die unprivilegierten Mitglieder der Öffentlichkeit den ganzen Kram anschauen und kommentieren. Daniel Radcliffe spielt Miles, einen guten Kerl, der den Live-Feed trollt und diejenigen beleidigt, die sich an der Gewalt erfreuen, doch die Leute hinter Schizm spüren ihn auf, schlagen ihn bewusstlos und als nächstes wacht er mit in seinen Händen verschmolzenen Waffen auf und muss gegen eine Super-Mörderin namens Nix (Samara Weaving) um sein Leben kämpfen.

Es findet auch eine kleine Nebenhandlung mit Miles‘ Ex-Freundin Nova (Natasha Liu Bordizzo) statt, die von Skizms Boss, Riktor (Ned Dennehy, lächerlich übertrieben, allerdings absolut entzückend) entführt wird, während das Publikum verschiedene Zuschauer zu sehen bekommt, die sich anfangs über Miles lustig machen, ihn aber langsam zu lieben lernen, in einem seichten sozialen Kommentar, der das Ganze ansprechender gestalten soll. Außerdem taucht Rhys Darby für einen Cameo-Auftritt auf und ist so lustig wie immer, während Nix und Miles beginnen auf unerwartete Art und Weise miteinander zu interagieren, was das Unterfangen weniger vorhersehbar macht, als man es sich vorstellen kann.

Der Streifen besteht hauptsächlich aus großen set-pieces, in denen Nix versucht Miles zu töten und er irgendwie immer überlebt, womit sich der Film wirklich hervortut. Er besitzt die Energie der Crank-Filme und in etwas geringerem Maße von Hardcore Henry (2015) sowie Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (2010). Guns Akimbo wurde stilvoll sowie mit Flair inszeniert und hört daher nie auf optisch ansprechend zu wirken, während das Drehbuch dem Wahnsinn auf dem Bildschirm entspricht, indem es sich witzig und verständnisvoll präsentiert. Es lassen sich einige lustige Beobachtungen in Radcliffes Charakter und Weavings komplexer Bösewichtin finden, die dem Publikum schon bald genauso sympathisch wird, wie Radcliffe.

Hier gibt es wirklich nichts Schlechtes zu berichten, Guns Akimbo bewegt sich sehr schnell, mit allen Arten von maßlos übertriebenem Action-Unsinn (der so manche lustige Szene oder Dialogzeile bereit hält) und einigen hervorragenden Auftritten aller Beteiligten, wobei der Film von Anfang bis Ende nicht nachlässt. In einem Genre, das sich allzu oft als vorhersehbar und langweilig erweist, hat Lei Howden ein besonders erfinderisches, erfreuliches Stück Wahnsinn kreiert, das einen durch und durch zum Grinsen bringt. Guns Akimbo eignet sich perfekt dazu einfach sein Gehirn auszuschalten, um das Feuerwerk genießen zu können.

Guns Akimbo erhält von Leonine eine würdige Blu-Ray Veröffentlichung, die auf technischem Gebiet äußerst gelungen ist. Das Bild wird in 1080/24p High Definition (2,40:1) präsentiert und lässt keine Wünsche offen. Beim Ton verhält es sich genauso. Die beiden Tonspuren (deutsch und englisch DTS-HD 5.1) klingen super. Deutsche Untertitel können auch angewählt werden. Als Extra wurde das Featurette „Guns Akimbo“ auf die Blu-Ray gepackt. Guns Akimbo wird nicht jedermanns Sache sein aber wer Filme wie Shoot ‚Em Up (2007), Smokin‘ Aces (2006) oder Mayhem (2017) mag, der sollte auch hier unbedingt einen Blick riskieren.

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 2.40:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur : Howden, Jason Lei
  • Medienformat : Breitbild
  • Laufzeit : 1 Stunde und 38 Minuten
  • Darsteller : Radcliffe, Daniel, Weaving, Samara, Bordizzo, Natasha Liu, Dennehy, Ned, Radcliffe, Daniel
  • Untertitel: : Deutsch
  • Sprache, : Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
  • Studio : LEONINE

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Diese Blu-Ray sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Leonine zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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