Hannibal Brooks

Hannibal Brooks

Hannibal Brooks ist eine Kriegsfilmkomödie von 1969.

Der britische Soldat „Hannibal“ Brooks (Oliver Reed) gerät in deutsche Kriegsgefangenschaft. Zusammen mit dem Amerikaner Packy (Michael J. Pollard) geraten er und viele andere in ein Strafgefangenenlager in Bayern. Mit etwas Glück im Unglück wird er zur Arbeit im Tierpark verdonnert, wo er den Elefanten Lucy kennenlernt. Plötzlich haben sie ein etwas ausgeflippte Ausbruchsidee, oder eher Packy, der Brooks‘ Elefantenjob ausnutzen will um ihn für seine Ausbruchspläne einzupannen, während Brooks eher damit rechnet, gemütlichen Zoodienst zu schieben bis der Krieg aus ist. Als der Zoo bei einem Luftangriff schwer beschädigt wird, soll Lucy nach Innsburck verlegt werden, und Hannibal soll sie begleiten. Colonel von Haller (Wolfgang Preiss) allerdings lässt sie zu Fuß aufbrechen, aus der gemätlichen Zugfahrt wird nichts. Lucy, Brooks, die Wehrmachtsoldaten Kurt und Willi (Peter Carsten und Helmut Lohner) und eine Köchin Vronia (Karin Baal) machen sich also auf in das alpine Abenteuer, das umso wilder wird als – wer sonst – Packy plötzlich auftaucht…..

Ich bin nun nicht der allergrößte Fan von Michael J. Pollard (in Die Petroleum Miezen ist seine deutsche Synchro übrigens zum schief lachen) und auch Oliver Reed (Revolver) finde ich nun nicht grandios. Für Michael Winner (Death Wish, The Mechanic, Chato’s Land, Lawman, etc.) ist das ein etwas seltsam leichtherziger Film den er hier bei United Artists gemacht hat – Jahrzehnte vor Disney’s Operation Dumbo Drop von 1995 (falls den noch jemand kennt – mit Ray Liotta, spielt im Vietnamkrieg) – der glaube ich einzig andere Kriegsfilm mit Elefanten der mir in Erinnerung ist. Man muss aber sagen, der Film ist zum einen nicht als Kinderfilm konzipiert und zum anderen ist er durchaus ernst.

Hannibal Brooks

Natürlich spielt der Film seine Parallelen zum historischen Hannibal aus, und auch das Konzept des pazifistischen Soldaten mitten im Konflikt findet sich in Film und Fernsehen vereinzelt. In sehr guter Erinnerung habe ich noch als Heinz Rühmann den Braven Soldaten Schwejk mimte, beispielsweise. Gleiches Genre würde ich fast sagen. Nun ist der in Bayern und Österreich gedrehte Abenteuerschinken natürlich weder ein The Great Escape noch ein Where Eagles Dare, aber er bietet für einen Film, der eher Komödie sein will erstaunlich viel gute und ernste Abenteuer und sowohl spannende als auch bitterernste Momente. Untermalt wird das ganze von einer schönen Filmmusik von Francis Lai, und die Aunahmen der schönen Alpenlandschaft sind natürlich auch etwas wert.

Hannibal Brooks

Kern des Films ist natürlich der Konflikt zwischen dem friedliebenden Brooks, sehr gut gespielt von Reed, der mit dem Krieg nix am Hut haben will, und Packy, vielleicht nicht ganz zufällig er der Amerikaner, der nicht nur aktiv am Kriegsgeschehen teilnimmt sondern den Kamp auch noch sucht und genießt. Passend dazu auch, dass in ihrer Clique sich auch ein Deutscher Soldat findet der die Seiten wechselt. Für besonders witzige Momente sorgt dann noch der gute Ralf Wolter in einem schrulligen Aufrtitt als Englisch lernender Tierarzt. Der Film hat seine Längen und ist etwas unbalanciert, aber was soll ich sagen, er macht Spaß und ist nett gemacht.

Hannibal Brooks

Die BluRay bietet ein insgesamt sehr gutes Bild das sich durch viel Detailreichtum auszeichnet obwohl doch einiges an digitaler Nachbearbeitung und Kantenglättung oft sichtbar sind. Der Ton (Englisch getestet) klingt Okay, aber nicht berauschend. Die Dialogverständlichkeit ist allerdings sehr gut und jedenfalls klingt die Spur recht sauber. Es gibt zwei deutsche Tonspuren, ich habe sie nicht getestet. Untertitel gibt es auch Deutsch und Englisch. Extras gibt es außer dem Trailer und Bildern keine.

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Die BluRay wurde uns zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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