Hells Angels in Vietnam / Nam Angels

Lt. Vance Calhoun übernimmt eine gefährliche Rettungsmission von amerikanischen P.O.W.s im tückischen Darloc-Tal in Vietnam. Seine einzige Chance zu fliehen ist nur mit der Hilfe von fünf jungen, furchtlosen Soldaten auf Motorrädern zu bewerkstelligen.

Kürzlich wurde der Vietnam-Hells-Angels-Film Nam Angels (1989) angesehen und festgestellt, dass der Streifen einem anderen Vietnam-Hells-Angels-Film sehr ähnlich ist, der erst neulich angeschaut wurde, nämlich The Losers von 1970. The Losers ist auch als Nam’s Angels bekannt, weswegen Nam Angels ein Remake von The Losers darstellen könnte? Naja, eigentlich auch egal, Hauptsache es spielen Hells Angels in einem Vietnamkriegsfilm mit, denn es können zufällig einige Bullet Points für Nam Angels vergeben werden, während unnötige Interpunktion für The Losers steht.

Nam Angels verschwendet keine Zeit, um zur Action zu kommen, da Lt. Calhoun (Brad Johnson in seiner ersten Filmrolle) einen Platoon in Vietnam anführt, als der gerade in ein Feuergefecht mit dem Vietcong gerät. Die Lage gestaltet sich für die G.I.s ein wenig heikel, bis eine Gruppe lokaler vietnamesischer Dorfbewohner den VC mit Pfeil und Bogen um die Ecke bringt. Für Calhoun und seine Männer ist trotzdem nicht alles in Ordnung, da die Dorfbewohner sich nun die Amerikaner vornehmen, einige töten und zwei Soldaten gefangen nehmen, wobei nur Calhoun und sein Fremdenführer Trihn entkommen können. Die Dorfbewohner werden von Chard angeführt, der von Vernon Wells (in einer Col. Kurtz-Light-Rolle) verkörpert wird, der wohl einen Franzosen darstellen soll, doch irgendwie spricht der Kerl in einem seltsamen australisch / französischen Akzent. Die Dorfbewohner kämpfen unabhängig für ihre Belange und wollen hauptsächlich das Gold schützen, das in ihrem Tal zu Hauf zu finden ist.

Calhoun, der eigentlich in zwei Wochen nach Hause geschickt werden soll, entscheidet sich dagegen seine restliche Zeit einfach nur zu vertrödeln, während er Pläne zur Rettung der Kriegsgefangenen schmiedet. Er formuliert sein Vorhaben, nachdem er Zeuge wurde, wie vier Hells Angels einige Mitglieder einer Spezialeinheit im örtlichen Strip-Club aufgemischt haben. Ja genau, richtig gelesen, in Nam Angels ist eine Strip-Club-Bar-Kampfsequenz zu finden, die als großartige Einführung der Hells Angels anzusehen ist, die sich bequemer Weise in Vietnam befinden … aus Gründen (!?). Calhoun überzeugt die Biker sich ihm und seinem treuen Mechaniker Hickman anzuschließen, um sich hinter die feindlichen Linien zu begeben und das im Tal befindliche Gold zu stehlen. Moment mal! Calhoun teilt den Bikern nicht den wahren Grund für die Mission mit!? Na, wenn das mal nicht zu Konflikten führt, wenn Calhouns Täuschungsmanöver auffliegt.

Genauso wie die Hells Angels in Nam Angels ist man ein wenig enttäuscht, dass die Biker gezwungen sind Yamaha-Motorräder anstelle von Harleys zu fahren, doch das hindert die Bike-Action nicht daran, dem Zuschauer unglaublich viel Spaß zu bereiten. Calhoun und seine Biker geraten in alle möglichen Schwierigkeiten, einschließlich zahlreicher Schießereien und einiger Abgründe, die übersprungen werden müssen. Einige Höhepunkte, auf die man sich freuen kann, stellen Calhouns Sprung von einem Wasserfall mit einem Biker auf dem Rücken dar und einem der Hells Angels, dem ein Arm komplett abgeschnitten wird. Spoiler-Alarm (!!!), nicht alle Mitglieder der Gruppe schaffen es lebend zurück. Der wirkliche Konflikt beginnt jedoch erst, als die Hells Angels von den Gefangenen erfahren. Wird Calhoun seine Mission erfolgreich erfüllen und sich den Respekt der Hells Angels verdienen? Werden die Hells Angels an das Gold rankommen? Wie sauer wird Chard werden, wenn einem Gefangenen die Flucht gelingt? Soll die ausgedehnte Verfolgungsjagd zur Grenze alles andere als reine Belustigung darstellen?

So viele Fragen an Nam Angels, doch die einzigen richtigen Antworten liegen im Film verborgen, also Nam Angels ansehen. Es handelt sich hier sehr wahrscheinlich nicht um den besten Actionfilm aller Zeiten, aber mal ehrlich, man bekommt nur sehr selten die Chance, Bikern beim Abknallen vom VC zuzusehen (solltet Ihr außer Nam Angels und The Losers noch andere solcher Filme kennen, so lasst es uns wissen!). Brad Johnson verkörpert eine glaubwürdige Hauptrolle, während Vernon Wells das macht, was er am besten kann, nämlich „leicht“ theatralisch aufzuspielen. Die Hells Angels haben das Aussehen und die Einstellung mit gerade genug Herz, damit man sich nicht so schlecht fühlt, wenn man die Gesetzlosen anfeuert. Als einer der größten Nachteile von Nam Angels ist das schreckliche Titellied zu bezeichnen. Die Instrumentalmusik passt jedoch genau richtig und lässt das Herz höher schlagen, aber wenn dieser Typ (im Abspann wird niemand aufgeführt) anfängt zu singen, ist alles vorbei.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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Eine Antwort

  1. 21. September 2020

    […] Namen im Genrefilm, trotz Exploitation-Klassikern wie TNT JACKSON, EIN MANN WIRD ZUM KILLER oder HELLS ANGELS IN VIETNAM. Ein unterbewerteter Regisseur in vielen Genres: Blaxploitation, Namploitation, Action-Gülle, […]

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