High Ground – Berlinale Special

High Ground

Etwas verspätet, aber ja – ich war doch am Ende noch auf der Berlinale. Ein Film war drin, und es wurde High Ground von Stephen Maxwell Johnson. Ich werde das jetzt aber nur mit einigen Zeilen abhandeln diesmal.

Eine Aboriginalfamilie wird im Jahr 1919 an einem idyllischen Wasserloch in Arnhem Land in Nordaustralien von einer Gruppe weißer Polizisten brutal abgeschlachtet, die augenscheinlich Banditen hinterher waren. Der Kriegsveteran und Scharfschütze Travis (Simon Baker) kann aus seiner Lage oben auf dem Fels nicht verhinden, wie die schießwütigen Jungs unter seinem Kommando, allen voran Eddy (Callan Mulvey) ihrer rassistischen Blutdurst freien Lauf lassen. Es überlebt nur der junge Gutjuk (xxx) und sein Onkel Baywarra. Baywarra flieht, Travis nimmt Gutjuk mit und überlässt ihn bei einem nahegelegenen Außenposten einer MIssionarsfamilie, von der er fortan westlich geprägt aufgezogen wird. 12 Jahre später verfolgt Travis das Massaker immer noch. Mittlerweile arbeitet er als Kopfgeldjäger. Der Polizeichef Moran (Jack Thompson), der mit Travis eine gemeinsame Armeevergangenheit hat, will eine aufkeimende Guerillabande von Gutkuks Onkel Baywarra (Sean Mununggur) unter Kontrolle bringen, und heuert dafür Ttravis an….

High Ground

Es klingt hart, aber man das hat das alles schon mal gesehen. Das macht den Film jetzt nicht weniger relevant, aber es ist eben auch kein großartiger Film. Schöne Settings, gute Schauspieler und einige packende Szenen sind dabei, aber es haut einem auch nicht vom Hocker. High Ground ist extrem brutal, bietet dem Zuschauer aber nur wenig Anhaltspunkte um die Geschehnisse irgendwie gut anzugehen, das liegt auch daran, dass sämtliche Protagonisten keine Helden sind und man am Ende doch eher etwas resigniert aus dem Film herausgeht.

High GroundKlar, das Setting beeindruckt visuell, die Thematik weiß zu erschüttern, die Schauspieler sind gut, auch die Kostüme und die Action-Sequenzen. Was fehlt ist die Stimme des Regisseurs (im übertragenen Sinn): Was soll uns der Film sagen was wir nicht schon wissen, was bleibt außer ein bedrückendes Wildnis-Drama? Ich bin da zwiegespalten. Der Film ist handwerklich echt solide (nur leider nicht Breitbild genug und von der Erzählweise nicht straff genug), aber wirkt einfach etwas ziellos. Sehenswert? Ich würde sagen ja, aber man sollte sich nicht zu viel erwarten.

Infos auf der Seite der Berlinale: www.berlinale.de/de/programm/programm/detail.html?film_id=202005255

Kritik im Hollywood Reporter: www.hollywoodreporter.com/review/high-ground-review-1280665/

Kritik bei Variety: variety.com/2020/film/reviews/high-ground-film-review-1203511993/

BluRay von Koch Films ab November 2020: Bei Amazon kaufen

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

Das könnte dich auch interessieren …

Eine Antwort

  1. 31. August 2020

    […] (26. November – Amazon). Vom wilden Westen nach Down-Under geht es dann in High Ground, den ich bei der Berlinale dieses Jahr gesehen habe (26. November – […]