Ich heiße John Harris / Tecnica di un omicidio / The Hired Killer

John Harris ist einer der Besten und gründlichsten Auftragskiller den die amerikanische Mafia in ihren Diensten hat. Doch es reicht ihm und er will sich nach seinem letzten Auftrag zurückziehen. Die Organisation kann ihn zu einem aller letzten Auftrag überreden, dieses Mal sogar mit einem Partner. Doch die zu eliminierende Person ist nicht einfach auszumachen – die Zielperson hat sich einer Gesichtsoperation unterzogen. Die beiden Killer machen sich auf die Spur und nach einiger Zeit ist unklar wer wem noch trauen und wie der Auftrag beendet werden kann… (Cineploit Records)

Mondo-Pionier Franco Prosperi bewies mit diesem faszinierenden und spannungsgeladenen Film, ein mehr als fähiger Regisseur des narrativen Kinos zu sein. Robert Webber spielt John Harris, einen mürrischen, hochbezahlten New Yorker Berufs-Killer, der nach Paris geschickt wird, um den mysteriösen Frank Secchy zu lokalisieren sowie zu eliminieren. Der möchte sich nämlich in Manhattans krimineller Unterwelt einnisten und ist außerdem für den Mord an Johns Bruder verantwortlich. John wird von seinem Chef (Cec Linder, der ursprüngliche Felix Leiter aus James Bond 007 – Goldfinger) gezwungen Tony Lo Bello (einen sehr jung aussehenden Franco Nero) mitzunehmen und bekommt Schwierigkeiten mit einer Morphium-abhängigen Frau (Jeanne Valérie), die den „Schlüssel“ zu Secchys Aufenthaltsort besitzt. Die Suche erweist sich noch zusätzlich als äußerst schwierig, da Secchy sein Aussehen durch plastische Chirurgie verändern ließ. Es gibt ein paar Schießereien, einige großartige Aufnahmen des Big Apple, einen flotten, tollen Soundtrack von Robby Poiteven, ein wendungsreiches Ende und sogar eine Nachtclubszene zu bestaunen, in der Take A Heart (die großartige Freakbeat-Hymne von The Sorrows) in seiner Gänze gespielt wird.

Bei Ich heiße John Harris handelt es sich um einen ziemlich ruhigen Euro-Crime Film, der den französischen Exemplaren näher ist, als der italienischen Variante. Hollywood-Veteran Robert Webber versteht es den berufsmüden Profikiller hervorragend zu verkörpern, während Franco Nero einen frühen Auftritt in seiner Karriere verzeichnet. Im selben Jahr sollte er die Hauptrolle in Django übernehmen, um damit weltberühmt zu werden. Dabei sieht er hier eher wie die fiktive Figur des Clark Kent aus, als ein kaltblütiger Auftragsmörder. Webber trägt den größten Teil des Films auf höchst solide Art und Weise und obwohl kein Actionfeuerwerk abgebrannt wird, gelingt es Regisseur Prosperi das Interesse des Publikums stets aufrecht zu erhalten.

Vom engagierten wortlosen Beginn an generiert der Streifen ein gutes Gefühl und spielt sich eher wie ein Noir als ein italienischer 60er-Jahre-Thriller ab. Auch der Soundtrack weiß zu überraschen und präsentiert anstatt einer stetigen, üppigen Partitur von aggressivem Industrial-Sound eine echte Mischung, die von 60er Pop bis zu gesamtem Orchester reicht. Neben der oben genannten Action bekommt man auch noch eine Verfolgungsjagd, ein paar Schlägereien und sogar ultra-soften Sex sowie nicht sehr expliziten Drogenmissbrauch zu sehen, denn im Grunde repräsentiert Tecnica di un omicidio eine anständige, sorgfältig erzählte Geschichte, die sich kein Freund solcher Filme entgehen lassen sollte.

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 2.35:1
  • Alterseinstufung : Nicht geprüft
  • Regisseur : Prosperi, Franco
  • Medienformat : Breitbild
  • Laufzeit : 1 Stunde und 37 Minuten
  • Darsteller : Webber, Robert, Valerie, Jeanna, Nero, Franco, Bergery, Theodora, Webber, Robert
  • Untertitel: : Deutsch, Englisch
  • Sprache, : Italienisch (DTS-HD 2.0), Englisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 2.0)
  • Studio : Cineploit

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Was für ein Covermotiv! Neros Abbildung wurde von „Il cacciatore di squali“ ausgeliehen.
Auch hier gehören die Nero Bilder auf der Rückseite nicht zum aktuellen Film, sondern zu „Perché si uccide un magistrato

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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Eine Antwort

  1. 28. September 2020

    […] „Ich heiße John Harris“ steht bei mir eh auf dem Einkaufszettel. Daran hat die Review von Bluntwolf auf Nischenkino nichts […]

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